16. Oktober 2026

Vizepräsidentin Aras: „Gedenkstätten sind Orte unseres demokratischen Gewissens“

Im Rahmen ihrer jährlichen Gedenkstättenreise sucht Landtagsvizepräsidentin Muhterem Aras am Freitag, 16. Oktober 2026, an drei Orten der Erinnerung den Austausch mit Ehrenamtlichen.

Die drei Projekte in den Landkreisen Ludwigsburg und Karlsruhe sowie im Raum Mannheim befassen sich auf vielseitige Weise mit den Schrecken, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten bei ihnen vor Ort stattgefunden haben. „Sie führen uns vor Augen, wie wichtig es ist, unsere Demokratie jeden Tag zu leben und zu verteidigen“, so Aras. Die Geschichten, die durch die Gedenkstätten bewahrt würden, erinnerten uns daran, dass die Würde jedes Menschen kostbar und unverletzlich sei.

Erste Station der Reise ist das Pädagogisch-Kulturelle Centrum Ehemalige Synagoge Freudental (Landkreis Ludwigsburg). Das Centrum kümmert sich um den Erhalt des ehemaligen Gotteshauses, das als eine von wenigen Synagogen in der Reichspogromnacht 1938 geschändet, aber nicht abgebrannt wurde. Auch die Geschichte der jüdischen Gemeinde im Ort wird durch die Arbeit des Centrums sichtbar.

Im Schloss Kislau beim heutigen Bad Schönborn (Landkreis Karlsruhe) errichteten die Nationalsozialisten bereits 1933 eines der ersten Konzentrationslager. Unter den mehr als 1.500 Häftlingen befanden sich auch Landespolitiker, die zu den politischen Gegnern der Nationalsozialisten zählten – darunter der SPD-Politiker Ludwig Marum, der 1934 ermordet wurde. Der Lernort Kislau e.V. setzt sich für den Bau einer Gedenkstätte ein, da die Räume des Schlosses heute durch eine Außenstelle der JVA Bruchsal genutzt werden. Zudem betreibt der Verein Erinnerungsarbeit mit Wanderausstellungen und im Netz.

Den Abschluss bildet der Besuch der KZ-Gedenkstätte Sandhofen (Mannheim). In den Kellerräumen der Gustav-Wiederkehr-Schule macht eine Dauerausstellung seit 1990 die Geschichte des Konzentrationslagers greifbar. Von 1944 bis 1945 waren hier 1.070 Menschen inhaftiert und mussten Zwangsarbeit für Daimler-Benz leisten. Bei den Gefangenen handelte es sich fast ausschließlich um polnische Jungen und Männer, die in Folge des Warschauer Aufstands von den NS-Besatzern verschleppt worden waren.

Die stellvertretende Landtagspräsidentin zeigt sich gerührt von den Schicksalen der Opfer und dankt allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden der Gedenkstätten „für ihr unerschütterliches Engagement für die Gedenkarbeit und für die Bewahrung unserer Demokratie.“