Mars-Mission am Boden - Künstler simulieren Leben auf Mars

Auf dem Marktplatz in Karlsruhe wird am Donnerstag eine Marsstation auf der Erde aufgebaut. (Archivbild)
Uli Deck/dpa
Tütennahrung, Konservenfutter, manchmal auch frittierte Insekten und das Ganze unter ständiger Beobachtung durch Passanten - auf dem Karlsruher Marktplatz startet eine Marsmission der besonderen Art. In eine extra dafür aufgebaute und mit einer weißen Plane bedeckte Metallkuppel ziehen Künstlerinnen, Künstler und Mitarbeiter des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM) ein und simulieren darin in einer Art Dauerperformance das Leben auf einer Marsstation.
Waschen und aufs Klo aber ohne neugierige Blicke
Immer drei Personen in wechselnder Besetzung sollen dabei im «Red Dust City» genannten Habitat bestimmte Aufgaben erfüllen und etwa erforschen, wie sich Zusammenleben gestalten lässt, wie man mit Ressourcen wie Wasser umgeht oder wie man nachhaltig leben kann. Interessierte oder zufällig vorbeilaufende Passanten können die ZKM-Crew durch ein etwa zwei Meter großes Guckloch-Fenster beobachten oder durch eine transparente Tür reinschauen, wie ein ZKM-Sprecher erläuterte. Wie die Crew schläft, sich wäscht oder auf die Toilette geht, sei neugierigen Blicken aber entzogen.
Nicht für den Mars, sondern für die Erde
Die Ergebnisse der mehrtägigen Aktion, die am 27. Oktober endet, seien natürlich nicht für eine mögliche spätere Besiedelung des Mars gedacht. Sondern sie dienten dazu, den Blick auf den Umgang der Menschen mit der Erde zu lenken, die zunehmend unbewohnbar werde, hieß es weiter.
Nach einem streng getakteten Zeitplan heißt es für das jeweils in der Kuppel wohnende Trio dann Tag für Tag: Frühstück, Forschung, Bewegung und Mittagessen, Forschung, Abendessen und ins Bett gehen. Für sogenannte Außeneinsätze darf die Crew die Kuppel manchmal auch verlassen - und wird sich dann ohne Kontakt zu den Passanten drumherum in Astronautenanzügen über den Marktplatz bewegen.
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