Nach Pisa-Ergebnissen: Jung denkt über weitere Reformen nach

Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Jung (CDU) will, dass Schülerinnen und Schüler beim Start in der Grundschule ausreichend Deutsch sprechen. (Archivbild)

Nach dem historisch schlechten Abschneiden Deutschlands bei der Bildungsstudie Pisa denkt Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Jung über weitere Reformen nach. Dass sich die Schere zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg weiter öffne, dürfe nicht ruhen lassen, sagte der CDU-Politiker einer Mitteilung zufolge. Der Rückschlag bei der Bildungsgerechtigkeit treffe bis ins Mark. 

«Es stellt sich die Frage, ob wir bei der Erfassung von Sprach- und Entwicklungsständen noch früher ansetzen und noch stärker kindgerecht fördern können als bislang im Schnitt mit 4,3 Jahren», sagte Jung. In den ersten Jahren würden entscheidende Weichen gestellt. 

30 Prozent der Kinder in Baden-Württemberg seien nicht ausreichend auf den Schulstart vorbereitet, weil sie nicht gut genug Deutsch sprächen oder Defizite in der Entwicklung hätten. «Wir müssen noch mehr tun, um ihnen einen guten Start ihres Bildungswegs zu ermöglichen.» 

Sprachförderung ist schon auf dem Weg

In der vergangenen Legislaturperiode hatte sich Grün-Schwarz bereits auf eine stärkere Sprachförderung verständigt. Das Paket sieht vor, dass Kinder mit Bedarf noch vor der Einschulung ein intensives Sprachtraining bekommen sollen. Sprechen die Kinder danach noch immer nicht ausreichend Deutsch, um eine Grundschule besuchen zu können, sollen sie vom nächste Woche startenden neuen Schuljahr in sogenannten Juniorklassen gefördert werden. Ab dem Schuljahr 2028/2029 soll die Sprachförderung verbindlich werden.

Im neuen Pisa-Vergleich schnitten Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schlecht ab wie nie zuvor. In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden bei den getesteten 15-Jährigen «die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt», wie es in der neuen Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie heißt. Die Ergebnisse sind noch schlechter als bei der ersten Pisa-Studie im Jahr 2000. Der sogenannte Pisa-Schock hatte damals eine intensive Debatte und Bildungsreformen ausgelöst.

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