Pfiffe nicht von Fans? VfB-Keeper Bredlow hat einen Verdacht

Geliebt und gefürchtet: die lautstarken Fans von Galatasaray Istanbul.

Das teils extrem laute Pfeifkonzert der Galatasaray-Fans hat bei Stuttgarts Torhüter Fabian Bredlow für Irritationen gesorgt. Es sei schwer gewesen zu kommunizieren, «weil es schon eine ungewohnte Lautstärke ist, vor allem durch die Pfiffe», stellte der 31 Jahre alte Fußballprofi nach dem 0:2 in der Champions League zunächst fest und ergänzte: «Ich weiß ja auch nicht, ob die alle so von Menschen erzeugt wurden. Vor allem, wenn gesungen wurde und auf einmal Pfiffe kamen, dachte ich mir: Da stimmt doch was nicht.»

Die aufgeladene Atmosphäre im Istanbuler Ali Sami Yen Spor Kompleksi bekam Bredlow vor allem zu Beginn des Spiels mit. «Es war laut. Gerade am Anfang war es sehr, sehr laut», fand der VfB-Torwart. «Zwischendurch, während des Spiels, hat man es tatsächlich ein bisschen ausgeblendet. Da habe ich es jetzt gar nicht mehr so krass laut wahrgenommen, ehrlich gesagt.» Er könne jedenfalls «noch gut hören». 

Aufregung schon vor der Partie

Bereits vor der Partie hatte ein kleiner Zwischenfall für Aufregung in der Pfeifkonzert-Debatte gesorgt. Die Social-Media-Abteilung der Stuttgarter veröffentlichte ein Bild von einer Lautsprecheranlage im Stadion, versehen mit drei Grübel-Emojis. Dies fassten manche Galatasaray-Anhänger offenbar als Provokation auf. Ob der VfB den Gastgebern humorvoll unterstellen wollte, Pfiffe künstlich zu erzeugen, blieb letztlich offen. Unter anderem «Bild» und «Kicker» berichteten darüber.

Nach den teils heftigen Fan-Reaktionen löschte der VfB den Beitrag jedenfalls und bat öffentlich um Entschuldigung. Man habe nicht die Absicht gehabt, jemanden zu verletzen und sei dankbar für die Gastfreundschaft, teilte der Club mit. Galatasaray nahm die Entschuldigung an: «Danke! Wir freuen uns darauf, euch in unserem Stadion mit einer der besten Fußballatmosphären der Welt begrüßen zu dürfen. Auf ein tolles Spiel!», teilten die Gastgeber mit.

Wohlgemuth: «Musste mir die Ohren nicht zuhalten» 

Sportlich lief es nur für Galatasaray hervorragend. Aleksei Batrakov (12. und 15. Minute) führte den türkischen Serienmeister vor rund 50.000 Fans zum zweiten Sieg in der Ligaphase. Der VfB kassierte im vierten Königsklassen-Spiel dieser Saison seine erste Niederlage. Die Atmosphäre sei dafür aber nicht verantwortlich gewesen, meinte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth: «Also ich musste mir die Ohren nicht zuhalten.» 

Vielmehr sah Wohlgemuth das Gegenteil erfüllt: «Ich glaube, dass es eher für uns alle heute motivierend war, in der Atmosphäre spielen zu dürfen, und wir haben es alle vertragen und ausgehalten und sind weiterhin gesund.»

Undav: «Juckt mich gar nicht»

Der mit dem Bredlow-Verdacht konfrontierte VfB-Kapitän Deniz Undav konnte mit der Debatte wenig anfangen: «Juckt mich gar nicht», sagte der Stürmer. «Ich bin stolz, dass wir hier gegengehalten haben.» Ein wenig habe das Glück gefehlt, um zumindest einen Punkt mitzunehmen, resümierte der 30-Jährige.

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