SAP legt starkes Wachstum bei Cloudverträgen hin

SAP legt starkes Wachstum bei Cloudverträgen hin

Europas größter Softwarehersteller SAP hat im dritten Quartal in widriger Wirtschaftslage mehr Cloudverträge abschließen können als von Experten erwartet. Konzernchef Christian Klein wurde daraufhin für die Clouderlöse im Gesamtjahr etwas zuversichtlicher als zuletzt. Auch beim Ergebnis konnten die Walldorfer mit dennach US-Börsenschluss vorgelegten Zahlen positiv überraschen. 

Der Kurs des in New York gehandelten Aktienhinterlegungsscheins (ADR) zog nachbörslich deutlich an. Das Papier gewann mehr als 4 Prozent. Damit könnte auch die Hauptnotierung in Frankfurt an ihre rasanten Erholung der letzten Monate anknüpfen. Zunehmend hat die Aktie seit Ende Juli wieder Boden gutgemacht, nachdem sie seit geraumer Zeit zuvor deutlich abgerutscht war.

Die Sorgen von Anlegern um die aufkommende Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz hatten herkömmliche Softwareanbieter schwer unter Zugzwang gesetzt. Seit dem Tief im Juli bei unter 130 Euro hat die SAP-Aktie mittlerweile wieder mehr als die Hälfte gewonnen.

Ein Grund ist auch, dass es bei SAP mit dem vor Jahren von Klein intensivierten Schwenk zu Cloudsoftware rund läuft. Die aus bestehenden Abos für Cloudsoftware über die kommenden zwölf Monate zu erwartenden Erlöse legten im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen mitteilte. Währungsbereinigt war das ein Plus von 26 Prozent und damit spürbar mehr als von Analysten gedacht.

SAP habe davon profitiert, dass einige Kunden finanzielle Schwierigkeiten überwunden hätten und damit Umsätze aus mehreren Vorquartalen nachgeholt worden seien, hieß es. Darüber hinaus kamen auch die Erlöse der zugekauften Firmen Reltio, Dremio und Prior Labs hinzu.

Beim Jahresausblick für den Cloudumsatz sieht Konzernchef Klein nun ein etwas besseres Abschneiden als bisher gedacht in greifbarer Nähe. So dürfte bei den Clouderlösen das obere Ende der Prognosespanne von währungsbereinigt 23 bis 25 Prozent Wachstum erreicht werden. Demzufolge wird sich auch die Summe der Umsätze aus Cloudprodukten und herkömmlichen Softwarelizenzen günstiger entwickeln als bisher gedacht.

Die Walldorfer legten beim Umsatz in den drei Monaten bis Ende September insgesamt um 13 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro zu, bei Cloudsoftware allein flossen gar 26 Prozent mehr Erlöse. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um 18 Prozent auf 3,03 Milliarden Euro. Das war ebenfalls mehr als erwartet. Unter dem Strich wuchs der Gewinn um 11 Prozent auf 2,27 Milliarden Euro.

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