Landessportplan 2027: Ausschuss für Landesentwicklung und Wohnen hört Landessportverband Baden-Württemberg an

Stuttgart. In seiner Sitzung am Dienstag, 3. November 2026, hat der Ausschuss für Landesentwicklung und Wohnen Vertreter des Landessportverbandes Baden-Württemberg e. V. (LSVBW) zu einer Anhörung eingeladen. Im Zentrum stand der Entwurf des 31. Landessportplans Baden-Württemberg für das Jahr 2027, wie der Ausschussvorsitzende Tayfun Tok (Grüne) mitgeteilt hat.

Im Landessportplan wird regelmäßig detailliert ersichtlich, in welchem Ausmaß die Landesregierung den Sport im Land im folgenden Jahr finanziell fördern wird. Der Plan umfasst dabei sowohl den Breiten- und Leistungssport, als auch den Schulsport. 

Jürgen Scholz, Präsident des LSVBW, äußerte sich in der Anhörung zum Entwurf des nächstjährigen Landessportplans. Scholz zeigte sich erfreut, dass der Solidarpakt Sport ab 2027 für weitere fünf Jahre fortgesetzt wird. Der Plan zeige, dass das Land weiterhin an der Seite des organisierten Sports stünde. Erstmals 2007 geschlossen, wurde der Pakt zwischen Landesregierung und LSVBW seither durchgehend erneuert. Ziel ist die langfristige Sicherstellung der finanziellen Mittel für den organisierten Sport im Land. Scholz betonte, dass nicht nur der Sport im Land an sich bundesweite Spitze sei, sondern auch der Umfang der staatlichen Sportförderung. Fast 40 Prozent aller Menschen in Baden-Württemberg seien in Sportvereinen engagiert; von den Kindern und Jugendlichen unter 18 seien es zwei von drei. Ein besonderer Fokus des Verbands läge deshalb zurzeit auf Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen, auch mit Blick auf die Ganztagesschule. Ein weiterer Schwerpunkt seien der Neubau und die Sanierung von Sportstätten, die durch den Solidarpakt von 2027 bis 2031 in besonderem Maße gefördert werden sollen. Dies bedeute vor allem für die Kommunen eine Möglichkeit, die lokale Infrastruktur zu stärken. 

Für die kommenden fünf Jahre wurde das Volumen des Solidarpakts um insgesamt 80 Millionen Euro erhöht. Damit wird das Land bis 2031 den Sport in Baden-Württemberg mit 120,9490 Millionen Euro pro Jahr fördern. Hinzu kommen einmalig jeweils weitere 80 Millionen Euro für den Bau und die Sanierung von Vereinssportstätten und kommunalen Sportstätten aus dem Landesanteil des Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetzes (LuKIFG): Somit wird sowohl der Sportstättenbau der Vereine als auch der Kommunen mit je 16 Millionen Euro jährlich aus dem Landesanteil des LuKIFG gefördert. Bei der Förderung des Breiten- und Freizeitsports stellt nach wie vor die Unterstützung der laufenden Zwecke des Vereinssports mit rund 47 Millionen Euro jährlich den Schwerpunkt dar: Bezuschusst werden damit unter anderem die Beschäftigung sowie die Aus- und Fortbildung lizensierter Übungsleiterinnen und Übungsleiter. Der Leistungssport im Land erhält ab 2027 pro Jahr Förderungen in Höhe von rund 23,5 Millionen Euro, die größtenteils für die Personal- und Sachkosten im Leistungssportbereich der Sportfachverbände veranschlagt sind. Im Bereich Schulsport finanzieren die im Solidarpakt vereinbarten Mittel vor allem Schulsportwettbewerbe wie „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“, das Programm „Freiwilliges Soziales Jahr Sport und Schule“, Sportfördermaßnahmen im Bereich Integration und Inklusion sowie frühe Angebote zum Schwimmenlernen.

Im Anschluss an die Vorstellung des LSVBW nutzten die Fraktionen die Möglichkeit, Fragen an die Vertreter des Verbands zu richten. Die CDU-Fraktion erkundigte sich angesichts kommunaler Einsparungen, ob die Mehrförderung des Sportstättenbaus tatsächlich einen konkreten Effekt habe. Präsident Scholz und Hauptgeschäftsführer Ulrich Derad bestätigten dies. Die mögliche Förderung aus verschiedenen Programmen wie dem Kommunalen Investitionsfond (KIF) stelle für die Kommunen einen wichtigen Anreiz dar. Zudem bekräftigte Scholz auf Nachfrage, dass die momentan ausbleibende Erhöhung des Regelzuschusses für nebenberufliche Übungsleiterinnen und Übungsleiter im nächsten Solidarpakt angegangen werden solle. Die AfD-Fraktion fragte in Bezug auf den jetzigen Solidarpakt nach weiteren Möglichkeiten der Verbesserung. Auch hier erwähnte der LSVBW-Präsident die Übungsleiterpauschale, zeigte sich aber ansonsten sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die SPD-Fraktion interessierte sich für die sportliche Teilhabe von Kindern aus Familien mit geringerem Einkommen und die Einbindung von Bewegungskonzepten in den Schulalltag. Hauptgeschäftsführer Derad wies vor allem auf die Chancen für die Vernetzung von Schulen und Vereinen hin, die durch Ganztageskonzepte entstünden. Scholz bekräftigte, dass gemeinschaftliche Bewegung und damit verbundene Erfolgserlebnisse bereits im frühen Kindesalter ansetzen sollten. Auch Theresa Schopper (Grüne), Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, lobte den Solidarpakt und betonte seine Relevanz sowie die damit verbundenen Chancen. 

Zum Abschluss der Sitzung dankte der Vorsitzende den Vertretern des LSVBW für ihre Teilnahme und die wertvolle, oft ehrenamtliche, Arbeit. „Sportvereine ermöglichen nicht nur Bewegung. Sie bringen verschiedene Menschen zusammen und schaffen Gemeinschaft“, so Tok. Aufgrund seiner positiven gesundheitlichen und sozialen Wirkung komme der staatlichen Förderung des organisierten Sports im Land eine besondere Bedeutung zu. Auch aus diesem Grund solle zukünftig der Begriff „Sport“ im Namen des zuständigen Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen ergänzt werden.