Verkehrsausschuss befasst sich mit der Sicherheit im motorisierten Zweiradverkehr

Stuttgart. Der Ausschuss für Verkehr hat sich in seiner Sitzung am Donnerstag, 24. September 2026, auf Antrag der CDU-Fraktion mit Fragen zur Sicherheit im motorisierten Zweiradverkehr befasst, teilte die Ausschussvorsitzende Isabell Rathgeb (CDU) mit.

Die Antragsteller hätten mit ihren Fragen an Ministerin Nicole Razavi (CDU) die Entwicklung der Zahlen in Baden-Württemberg abfragen und Informationen über mögliche Sicherheitsverbesserungen in der Straßeninfrastruktur und der Fahrzeugausstattung thematisieren wollen.

Laut der Statistik des Ministeriums habe es im vergangenen Jahr 2025 insgesamt 4551 Verkehrsunfälle unter Beteiligung eines Motorrads gegeben, 2024 seien es 4697 gewesen. Bei 3700 sei Personenschaden entstanden. 2817 Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen seien leicht, 963 schwer verletzt und 71 getötet worden. Die Zahl der Getöteten sei im Vergleich zu 2024 gestiegen (damals 64). Die Zunahme der Getöteten sei schrecklich, habe die Ministerin bedauert, jede Person, die im Straßenverkehr ums Leben komme, sei eine zu viel. Sie sehe jedoch durchaus Potential, mit geringen Mitteln für größere Sicherheit zu sorgen. Infrastruktur, Überwachung und Prävention seien dabei gleichermaßen wichtig, fasste Ausschussvorsitzende Rathgeb die Ausführungen der Ministerin zusammen.

Mit den Erkenntnissen aus der Unfallkommissionsarbeit und den Hinweisen des „Merkblatts zur Verbesserung der Straßeninfrastruktur für Motoradfahrende“ (MVMot) könnten gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit getroffen werden, habe die Ministerin berichtet. Dazu gehörten u. a. die Anpassung von Kurvenradien, die Entfernung von Hindernissen im Seitenraum und die Erneuerung von Fahrbahnbelägen sowie die Verbesserung der Straßenausstattung (z. B. Fahrzeugrückhaltesysteme mit Unterfahrschutz). Hierzu sei für Bundes- und Landesstraßen in Baden-Württemberg das Investitionsprogramm Straßenausstattung eingerichtet worden, welches entsprechende Sondermittel bereitstelle. Diese Sondermittel könnten von den unteren Verwaltungsbehörden bei den jeweiligen Regierungspräsidien für Maßnahmen an der Straßenausstattung abgerufen werden. Zudem würden präventive Maßnahmen ergriffen, habe Ministerin Razavi erläutert. Hierzu seien beispielsweise im Verkehrssicherheitspakt der Landesregierung Maßnahmen enthalten. Des Weiteren habe auf Initiative des Verkehrsministeriums die Verkehrsministerkonferenz eine Bund-Länder-AG eingesetzt, die Maßnahmenvorschläge entwickelt habe, um die Verkehrssicherheit auf Landstraßen deutlich zu erhöhen.

Bereits 2018 habe das Innenministerium auch einen „5-Punkte-Plan“ verabschiedet, der Verkehrsüberwachung, Gefahrenbewusstsein, Equipment, offensive Öffentlichkeitsarbeit und Verkehrsraumsicherheit umfasse.

Das Ministerium bewerte die Wirkung von Unterfahrschutzsystemen an Leitplanken auf die Verkehrssicherheit von Zweiradfahrern als sehr hoch, so die Ausschussvorsitzende. Die hohe Wirksamkeit sei aktuell durch die Maßnahmenempfehlung der Bund-Länder AG Verkehrssicherheit nochmals bestätigt worden. Unterfahrschutzsysteme seien, so die Ausschussvorsitzende, speziell entwickelte Konstruktionen, die unter der Leitplanke angebracht werden. Sie sollten verhindern, dass Zweiradfahrer bei einem Unfall unter die Leitplanke gerieten.

Bezüglich der Erprobung von ellipsenförmigen Fahrbahnmarkierungen in gefahrträchtigen Kurven stehe man in engem Kontakt mit dem zuständigem Fachressort des Landes Nordrhein-Westfalen, habe die Ministerin bestätigt. Erste Zwischenergebnisse zeigten eine positive Wirkung auf die Verkehrssicherheit von Motorradfahrern. Weitere Versuchsstrecken in Österreich und in der Schweiz würden dies bislang bestätigen. Das Land verfolge diese Entwicklungen aufmerksam. Diese Fahrbahnmarkierung sei ein weiterer wichtiger Baustein zur Erhöhung der Motorradsicherheit und habe ein großes Potenzial.

Abschließend habe die Ministerin betont, so Rathgeb, dass man allen Bemühungen zum Trotz hilflos sei, wenn Motorradfahrer nicht verantwortungsbewusst führen.