Wissenschaftsausschuss diskutiert über Hochschulfinanzierung

Stuttgart. Der Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kunst beschäftigte sich am Mittwoch, 23. September 2026, mit der Hochschulfinanzierung sowie auf einen Antrag der SPD hin mit der Anwerbung internationaler Forschender und Studierender nach Baden-Württemberg. Das erklärte die stellvertretende Ausschussvorsitzende Dr. Ute Leidig (Grüne).

Zunächst habe Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) über die öffentliche Darstellung der Kennzahlen der Hochschulfinanzierung (HoFV) für den Zeitraum von 2018 bis 2024 berichtet. Die Kennzahlen umfassen die zentralen Leistungsdimensionen der Hochschulen: Studium und Lehre, Forschung, wissenschaftlicher Nachwuchs, Gleichstellung, Akademische Weiterbildung, Wissens- und Technologietransfer sowie Internationalisierung. Auf diesen Zahlen basiere die Berechnung eines Grundbudgets der Hochschulen im Rahmen der HoFV, sie gäben Aufschluss über die Entwicklungen der Lehre an den Standorten, erklärte die Ministerin.

Seit einigen Jahren bemerke man verringerte Eingangszahlen bei den Studierenden, dafür habe man aber in Baden-Württemberg einen guten Betreuungsschlüssel von Lehrpersonal zu Studierenden. Ebenso seien sehr gute Abschlusszahlen zu verzeichnen. Erfreulich entwickele sich auch die Weiterbildung, „für die Wirtschaft ein absolut relevantes Thema“, so Olschowski. Positiv sei außerdem die Entwicklung der Zahlen bei Frauen in Leitungspositionen. Die Zahlen zu Studiendauer und Studienabbruch seien zwar deutlich besser als der Bundesdurchschnitt, gleichzeitig wolle man diese zukünftig genau beobachten. Hier plane das Ministerium, mit der Studienverlaufsstatistik besser die Karrierebrüche erkennen können. Zufriedenheit habe die Ministerin auch mit den Quoten ausländischer Studierender an den Hochschulen des Landes geäußert.

Laut der Grünen Landtagsfraktion könne man stolz sein, mit der HoFV eine über jeweils fünf Jahre stabile Finanzierung zu gewährleisten, so Leidig. Zugleich hätten die Grünen aber auch eine genaue Beobachtung der Entwicklung bei Studiendauer und Anzahl der Frauen angemahnt. Auf Nachfrage der SPD habe das Ministerium bestätigt, dass tatsächlich bei fast allen Hochschularten der Anteil von Professorinnen wachse. Auf Nachfrage der AfD habe die Ministerin die These zurückgewiesen, dass die „Studierfähigkeit“ generell sinke und auf besondere Betreuungsangebote in verschiedenen Studiengängen verwiesen, die Unterstützung böten.

Auf einen Antrag der SPD hin habe die Ministerin dann zur Anwerbung internationaler Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher sowie internationaler Studierender an Hochschulen in Baden-Württemberg Stellung genommen, so die stellvertretende Ausschussvorsitzende.

Programme hierfür seien das „Global-Professorship-Programm“ des Landes, das „Global Fellowship in Science“-Programm ebenso wie das Sonderprogramm für internationale Wissenschaftsfreiheit der Baden-Württemberg Stiftung und das Programm des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), das es ermögliche, im Rahmen bestehender Förderprogramme der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zusätzliche Stipendien anzubieten.

Ministerin Olschowski habe hier auch über ihre Reise in die USA zur GAIN-Tagung zur Gewinnung internationaler Forschender diesen Sommer berichtet. Sie habe dabei vor der Annahme gewarnt, dass Forschende mit festen Verträgen und Familien in den USA bei einer Krisensituation direkt das Land verließen, um nach Baden-Württemberg zu kommen. Stattdessen erreichten die Programme zur Anwerbung insbesondere Postdoktoranden, die längerfristig planen. Stolz sei sie insbesondere auf die Heidelberg-Harvard-Kooperation, die nach einer Zeit in Deutschland auch die Rückkehr in die USA ermögliche. Gleichzeitig kämen auch zahlreiche Forschende aus anderen Ländern. Im Fokus müssten bei der Anwerbung die Themen Unterkunft und Anbindung stehen. Auch das Angebot der „Dual Career“, also die partnerschaftliche Karriere verheirateter Forschender, sei für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland relevant.