Albert Salm

Verfolgung
Mitte 1933
Salm ist Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (DMV) in Trossingen. Mitte 1933 wird er im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften durch die NS-Behörden entlassen.
14.05.1933
Salm wird am 14. Mai 1933 in »Schutzhaft« genommen und im Konzentrationslager Heuberg inhaftiert. Während er sich in Haft befindet, wird am 18. Mai 1933 seine Wohnung durchsucht. Am 13. September 1933 wird Salm aus der Haft entlassen.
27.05.1936
Salm wird am 27. Mai 1936 erneut verhaftet. Ab dem 16. Juni 1936 befindet er sich in Untersuchungshaft im Amtsgerichtsgefängnis in Stuttgart. Am 16. Juli 1937 verurteilt das Oberlandesgericht Stuttgart Salm wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis (unter Anrechnung der 13 Monate, die er bereits in Untersuchungshaft verbracht hat). Vorgeworfen wird Salm, er habe die illegale SPD-Druckschrift »Sozialistische Aktion« bezogen und an einem konspirativen Treffen der illegalen SPD im Restaurant »Lederhof« in Stuttgart teilgenommen. Zur Verbüßung seiner restlichen Haftstrafe wird Salm in das Strafgefängnis Schwäbisch Hall überstellt. Ein Gnadengesuch für den asthmakranken Salm, das von seiner Ehefrau eingereicht wird, wird vom Reichsjustizminister abgelehnt. Nach der Verbüßung seiner Strafhaft am 16. März 1938 wird Salm nicht entlassen, sondern erneut in »Schutzhaft« genommen und in das Konzentrationslager Welzheim gebracht. Am 25. März 1938 wird er in das Konzentrationslager Dachau überstellt (Häftlingsnummer 17981). Dort wird er am 20. Dezember 1938 aus der Haft entlassen.
Biografie
Sohn eines Tagelöhners
1888
Volksschule in Stuttgart
1896
Lehre als Schlosser in Stuttgart
1913
Beisitzer im Hauptvorstand des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (DMV)
nach November 1918
Vorsitzender des Arbeiterausschusses der Daimler-Werk in Stuttgart
26.11.1918
Mitglied des Vollzugsausschusses des Arbeiterrats Groß-Stuttgart
Dezember 1918
Delegierter Stuttgarts beim 1. Rätekongress in Berlin
Mitglied des württembergischen Landesausschusses der Arbeiterräte
1919
Vorsitzender des SPD-Ortsvereins in Stuttgart
1920
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag
Tätigkeit als Schlosser und Mechaniker in Stuttgart-Wangen
Juni 1921
Hauptamtlicher Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiter-Verbands (DMV) in Trossingen
Mitglied und Gausekretär des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold
1927
Mitglied des Gemeinderats und des Bezirksrats in Trossingen
nach 1933
Handel mit Fetten und Wachswaren
Literatur
Eberhard Kolb, Klaus Schönhoven (Bearb.): Regionale und lokale Räteorganisationen in Württemberg 1918/19, Düsseldorf 1976, S. 38, 75.
Willi Bohn: Stuttgart. Geheim! Ein dokumentarischer Bericht, Frankfurt am Main 1978, S. 101.
Helmut Fidler: Arbeiterbewegung in Stuttgart 1933. Erinnerungen, Berichte, Dokumente, Tübingen 1984, S. 50.
Roland Müller: Stuttgart zur Zeit des Nationalsozialismus, Stuttgart 1988, S. 170-171.
Schumacher 1991, S. 478-479.