Anton Damm

Verfolgung
Anfang Mai 1933
Damm ist Bürgermeister von Wagenschwend. Um einer Amtsenthebung durch die NS-Behörden zuvorzukommen, tritt er Anfang Mai 1933 zurück. Am 11. Mai 1933 wird Damm vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Der Gemeinderat, der von Anhängern des Nationalsozialismus bestimmt wird, verweigert ihm jedoch ein Ruhegehalt. Nach einem längeren Rechtsstreit entscheidet das Landgericht Mosbach schließlich zugunsten Damms und verurteilt die Gemeinde zur Zahlung des Ruhegehalts.
August 1944
Im Rahmen der »Aktion Gewitter« wird gegen Damm im August 1944 dreimal ein Haftbefehl erlassen. Aufgrund des Eingreifens des Bürgermeisters Karl Banschbach entgeht Damm jedoch einer Verhaftung.
Biografie
Sohn eines Küfers und Landwirts
1880
Volksschule in Wagenschwend
1880
Ausbildung als Küfer und Landwirt im elterlichen Betrieb in Wagenschwend
1890
Wanderschaft in Deutschland und der Schweiz, unter anderem in Mannheim, Mainz, Köln, Potsdam, Zürich und Würzburg
1894
Militärdienst beim Infanterieregiment Nr. 109 in Würzburg
1897
Übernahme der elterlichen Landwirtschaft in Wagenschwend
1904
Mitglied des Gemeinderats in Wagenschwend
1909
Bürgermeister in Wagenschwend
1910
Bezirksrat
ab 1919
Kreisrat in Mosbach
Mai 1933
Rücktritt vom Amt des Bürgermeisters in Wagenschwend
nach 1933
Vertreter für Messwein
nach 1945
Mitbegründer der CDU in Wagenschwend
Rezeption
1957
Ehrenbürger der Gemeinde Wagenschwend
Literatur
Schumacher 1991, S. 169.
Karl Heinz Neser: Der Odenwälder Politiker Anton Damm, in: Mosbacher Jahresheft, 17, Mosbach 2007, S. 113-118.
Karl Heinz Neser: Dem demokratischen Gedanken gedient. Der Odenwälder Politiker Anton Damm (1874-1962), in: Hierzuland, 24, 2009, 42, S. 42-46.
Karl Heinz Neser: Der Odenwälder Politiker Anton Damm, in: Der Wartturm, 56, 2015, 1, S. 2-5.