Arthur Crispien

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung des freien Volksstaates Württemberg (USPD, Landesliste)

1920
Reichstag (USPD, ab 1922 SPD, Wahlkreis 2 Berlin)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP)
Geburt 04.11.1875, Königsberg
Ehe Bertha geb. Ranglack (1897)
Beruf Theatermaler, Redakteur
Kinder 3
Konfession Evangelisch, später konfessionslos
Verstorben 29.11.1946, Bern

Verfolgung

Februar 1933
Crispien wird von den NS-Behörden mit einem öffentlichen Redeverbot belegt.

Anfang März 1933
Um einer Verhaftung durch die NS-Behörden zu entgehen, flieht Crispien Anfang März 1933 über München nach Salzburg und von dort in die Schweiz. Zunächst lebt er in Zürich, ab 1937 in Bern.

April 1937
Die NS-Behörden entziehen Crispien im April 1937 die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Januar 1938 wird Crispiens Ehefrau Bertha geb. Ranglack ebenfalls ausgebürgert.

Biografie

Sohn eines Malergesellen

Volksschule

Ausbildung zum Theatermaler an der Kunst- und Gewerbeschule

1894
Eintritt in die SPD und die Malergewerkschaft

Theatermaler am Stadttheater Königsberg

1902
Sachbearbeiter der Ortskrankenkasse in Königsberg

1904
Redakteur bei der »Volkszeitung« in Königsberg und in Danzig

1906
Parteisekretär des SPD-Bezirks Westpreußen in Danzig

1912
Leitender Redakteur der SPD-Zeitung »Schwäbische Tagwacht« in Stuttgart

1914
Wegen Meinungsverschiedenheiten über die Zustimmung der SPD zu Kriegskrediten verlässt Crispien die SPD-Zeitung »Schwäbische Tagwacht« und gründet ein »Mitteilungsblatt für die Mitglieder des sozialdemokratischen Vereins Stuttgart«, das ab 1915 unter dem Titel »Der Sozialdemokrat« erscheint.

1916
Crispien wird als Teilnehmer einer Demonstration gegen die Inhaftierung Karl Liebknechts verhaftet und zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.

1917
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1917
Eintritt in die USPD

1918
Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident des Freien Volksstaates Württemberg

1919
Reichsvorsitzender der USPD

1920
Teilnahme am Zweiten Weltkongress der Kommunistischen Internationalen in Petrograd und Moskau

1922
Reichsvorsitzender der SPD

März 1933
Flucht in die Schweiz

In der Schweiz fungiert Crispien von 1933 bis 1937 als nomineller Vertreter des SPD-Exilvorstands. Außerdem gehört er dem Vorstand der Vereinigung deutscher Demokraten an und organisiert karitative Hilfe für jüdische Flüchtlinge aus Deutschland.

1940
Crispien bemüht sich vergeblich um eine Arbeitserlaubnis als Theatermaler am Stadttheater Bern.

Crispien sucht vergeblich nach einer Ausreisemöglichkeit in die USA.

1943
Mitbegründer der Union deutscher Sozialisten in der Schweiz

Eintritt in die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP)

25.02.1945
Teilnahme an der Schweizer Flüchtlingskonferenz in Montreux

Literatur

Paul Mayer: Arthur Crispien, in: Neue Deutsche Biographie, 3, 1957, S. 416.

Röder 1980, 1, S. 118.

Klaus Schönhoven: Arthur Crispien, in: Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik, hrsg. von Wolfgang Benz, Hermann Graml, München 1988, S. 198-200.

Schumacher 1991, S. 166.

Schröder 1995, S. 402.

Raberg 2001, S. 123-124.

Ansbert Baumann: Art(h)ur Crispien, in: Württembergische Biographien, 3, 2017, S. 29-32.

Weik 2003, S. 310.