Arthur Crispien

Verfolgung
Februar 1933
Crispien wird von den NS-Behörden mit einem öffentlichen Redeverbot belegt.
Anfang März 1933
Um einer Verhaftung durch die NS-Behörden zu entgehen, flieht Crispien Anfang März 1933 über München nach Salzburg und von dort in die Schweiz. Zunächst lebt er in Zürich, ab 1937 in Bern.
April 1937
Die NS-Behörden entziehen Crispien im April 1937 die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Januar 1938 wird Crispiens Ehefrau Bertha geb. Ranglack ebenfalls ausgebürgert.
Biografie
Sohn eines Malergesellen
Volksschule
Ausbildung zum Theatermaler an der Kunst- und Gewerbeschule
1894
Eintritt in die SPD und die Malergewerkschaft
Theatermaler am Stadttheater Königsberg
1902
Sachbearbeiter der Ortskrankenkasse in Königsberg
1904
Redakteur bei der »Volkszeitung« in Königsberg und in Danzig
1906
Parteisekretär des SPD-Bezirks Westpreußen in Danzig
1912
Leitender Redakteur der SPD-Zeitung »Schwäbische Tagwacht« in Stuttgart
1914
Wegen Meinungsverschiedenheiten über die Zustimmung der SPD zu Kriegskrediten verlässt Crispien die SPD-Zeitung »Schwäbische Tagwacht« und gründet ein »Mitteilungsblatt für die Mitglieder des sozialdemokratischen Vereins Stuttgart«, das ab 1915 unter dem Titel »Der Sozialdemokrat« erscheint.
1916
Crispien wird als Teilnehmer einer Demonstration gegen die Inhaftierung Karl Liebknechts verhaftet und zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.
1917
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
1917
Eintritt in die USPD
1918
Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident des Freien Volksstaates Württemberg
1919
Reichsvorsitzender der USPD
1920
Teilnahme am Zweiten Weltkongress der Kommunistischen Internationalen in Petrograd und Moskau
1922
Reichsvorsitzender der SPD
März 1933
Flucht in die Schweiz
In der Schweiz fungiert Crispien von 1933 bis 1937 als nomineller Vertreter des SPD-Exilvorstands. Außerdem gehört er dem Vorstand der Vereinigung deutscher Demokraten an und organisiert karitative Hilfe für jüdische Flüchtlinge aus Deutschland.
1940
Crispien bemüht sich vergeblich um eine Arbeitserlaubnis als Theatermaler am Stadttheater Bern.
Crispien sucht vergeblich nach einer Ausreisemöglichkeit in die USA.
1943
Mitbegründer der Union deutscher Sozialisten in der Schweiz
Eintritt in die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP)
25.02.1945
Teilnahme an der Schweizer Flüchtlingskonferenz in Montreux
Literatur
Paul Mayer: Arthur Crispien, in: Neue Deutsche Biographie, 3, 1957, S. 416.
Röder 1980, 1, S. 118.
Klaus Schönhoven: Arthur Crispien, in: Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik, hrsg. von Wolfgang Benz, Hermann Graml, München 1988, S. 198-200.
Schumacher 1991, S. 166.
Schröder 1995, S. 402.
Raberg 2001, S. 123-124.
Ansbert Baumann: Art(h)ur Crispien, in: Württembergische Biographien, 3, 2017, S. 29-32.
Weik 2003, S. 310.