Christian Härle

Verfolgung
30.03.1933
Härle ist Mitarbeiter und Mitglied im Vorstand der Landesversicherungsanstalt Württemberg. Am 30. März 1933 wird er aus politischen Gründen entlassen.
1933
Härle wird 1933 von der Gestapo in »Schutzhaft« genommen und vorübergehend im Konzentrationslager Heuberg inhaftiert.
20.08.1944
Härle wird am 20. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 16. September 1944 wird er aus der Haft entlassen.
Biografie
Sohn eines Landwirts und Weingärtners
Volksschule
1909
Eintritt in die Gewerkschaft
Besuch einer allgemeinen Fortbildungsschule
Tätigkeit als Hilfsarbeiter
1911
Eintritt in die SPD
ab 1912
Lehre im Rathaus von Großingersheim
Tätigkeit bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) für den Oberamtsbezirk Cannstatt und bei verschiedenen Versicherungsunternehmen
1920
Vorsitzender des SPD-Parteibezirks Stuttgart-Stöckach
1920
Arbeitersekretär bei den Stuttgarter freien Gewerkschaften und Mitglied des Bezirksausschusses des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds für Württemberg, Baden und Pfalz
1922
Stadtrat in Stuttgart
1927
Zunächst zweiter, dann erster Vorsitzender des SPD-Bezirks Stuttgart-West
Januar 1930
Hauptamtliches Mitglied im Vorstand der Landesversicherungsanstalt Württemberg als Hilfsberichterstatter
Mitglied im Vorstand des Württembergischen Landesfürsorgeverbandes, im Stuttgarter Städtetag, im Ortsschulrat und im Gewerbeortsschulrat der Stadt Stuttgart
1933
Tätigkeit als Makler für Grundstücke und Hypotheken
Härle gehört zu einer Gruppe Gewerkschafter, die in Kontakt mit der Widerstandsgruppe um Carl Friedrich Goerdeler steht.
August 1942
Tätigkeit als Personalsachbearbeiter in einer Stuttgarter Straßenbaugesellschaft
August 1945
Präsident und Leiter der Landesversicherungsanstalt Württemberg
Rezeption
Namenspatron des Christian-Härle-Wegs in Ingersheim
Literatur
Heinrich Bauer: In memoriam Christian Härle. Gedanken zum 30. Todestag des Ersten Präsidenten der LVA Württemberg nach dem Kriege und Rückblick auf die ersten fünf Nachkriegsjahre, in: Mitteilungen Landesversicherungsanstalt Württemberg, 72, 1980, S. 220-221.
Klaus Eisele: Die »Aktion Goerdeler«. Mitverschwörer des 20. Juli 1944 im deutschen Südwesten. Biographische Skizzen, in: 20. Juli 1944 in Baden und Württemberg, hrsg. von Rudolf Lill, Michael Kißener, Konstanz 1994, S. 177-178.
Weik 2003, S. 58.