Christian Härle

Parlament

1946
Verfassungsgebende Landesversammlung Württemberg-Baden (SPD, Landesliste)

1946
Landtag Württemberg-Baden (SPD, Landesliste)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 28.06.1894, Kleiningersheim (Ingersheim Neckar)
Ehe Else geb. Waizmann (1918)
Beruf Verwaltungsangestellter, Gewerkschaftsfunktionär, Behördenleiter
Kinder Unbekannt
Konfession Evangelisch
Verstorben 08.11.1950, Stuttgart

Verfolgung

30.03.1933
Härle ist Mitarbeiter und Mitglied im Vorstand der Landesversicherungsanstalt Württemberg. Am 30. März 1933 wird er aus politischen Gründen entlassen.

1933
Härle wird 1933 von der Gestapo in »Schutzhaft« genommen und vorübergehend im Konzentrationslager Heuberg inhaftiert.

20.08.1944
Härle wird am 20. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 16. September 1944 wird er aus der Haft entlassen.

Biografie

Sohn eines Landwirts und Weingärtners

Volksschule

1909
Eintritt in die Gewerkschaft

Besuch einer allgemeinen Fortbildungsschule

Tätigkeit als Hilfsarbeiter

1911
Eintritt in die SPD

ab 1912
Lehre im Rathaus von Großingersheim

Tätigkeit bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) für den Oberamtsbezirk Cannstatt und bei verschiedenen Versicherungsunternehmen

1920
Vorsitzender des SPD-Parteibezirks Stuttgart-Stöckach

1920
Arbeitersekretär bei den Stuttgarter freien Gewerkschaften und Mitglied des Bezirksausschusses des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds für Württemberg, Baden und Pfalz

1922
Stadtrat in Stuttgart

1927
Zunächst zweiter, dann erster Vorsitzender des SPD-Bezirks Stuttgart-West

Januar 1930
Hauptamtliches Mitglied im Vorstand der Landesversicherungsanstalt Württemberg als Hilfsberichterstatter

Mitglied im Vorstand des Württembergischen Landesfürsorgeverbandes, im Stuttgarter Städtetag, im Ortsschulrat und im Gewerbeortsschulrat der Stadt Stuttgart

1933
Tätigkeit als Makler für Grundstücke und Hypotheken

Härle gehört zu einer Gruppe Gewerkschafter, die in Kontakt mit der Widerstandsgruppe um Carl Friedrich Goerdeler steht.

August 1942
Tätigkeit als Personalsachbearbeiter in einer Stuttgarter Straßenbaugesellschaft

August 1945
Präsident und Leiter der Landesversicherungsanstalt Württemberg

Rezeption

Namenspatron des Christian-Härle-Wegs in Ingersheim

Literatur

Heinrich Bauer: In memoriam Christian Härle. Gedanken zum 30. Todestag des Ersten Präsidenten der LVA Württemberg nach dem Kriege und Rückblick auf die ersten fünf Nachkriegsjahre, in: Mitteilungen Landesversicherungsanstalt Württemberg, 72, 1980, S. 220-221.

Klaus Eisele: Die »Aktion Goerdeler«. Mitverschwörer des 20. Juli 1944 im deutschen Südwesten. Biographische Skizzen, in: 20. Juli 1944 in Baden und Württemberg, hrsg. von Rudolf Lill, Michael Kißener, Konstanz 1994, S. 177-178.

Weik 2003, S. 58.