Clara (Maria) Siebert (geb. Ritter)

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung der Republik Baden (Zentrumspartei, Wahlkreis 3 Karlsruhe)

1921
Landtag der Republik Baden (Zentrumspartei, Wahlkreis 5 Karlsruhe, ab 1929 Wahlkreis 13 Karlsruhe-Stadt)

1932
Reichstag (Zentrumspartei, Wahlkreis 32 Baden)

Partei vor 1933 Deutsche Zentrumspartei

nach 1945 -
Geburt 02.08.1873, Schliengen
Ehe Albert Siebert (1897)
Beruf Hausfrau, Referentin
Kinder 1
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 23.03.1963, Karlsruhe

Verfolgung

11.03.1933
Siebert wird am 11. März 1933 durch die NS-Behörden verhaftet und für einen Tag unter Hausarrest gestellt.

23.08.1944
Siebert wird am 23. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Gefängnis in Karlsruhe in »Schutzhaft« genommen. Bei der in diesem Zusammenhang durchgeführten Hausdurchsuchung beschlagnahmen die NS-Behörden Bücher, Manuskripte und eine Schreibmaschine. Siebert wird am 30. August 1944 aus der Haft entlassen.

Biografie

1879
Schule in Müllheim, Rheinheim, Konstanz, Meßkirch und Ettenheim

1880
Mittelschule in Basel

1885
Lehr- und Erziehungsanstalt Unsere liebe Frau in Offenburg

1895
Examen am Lehrerinnenseminar in Basel

1909
Mitbegründerin des badischen Zweigvereins des Katholischen Deutschen Frauenbunds, dort 1909 bis 1914 Schriftführerin, 1920 bis 1933 Vorsitzende

1914
Während des Ersten Weltkrieges freiwillige Lazaretthelferin

1917
Referentin für Fürsorgeeinrichtungen der Kriegsamtsstelle des XIV. Badischen Armeekorps, Abteilung für Frauen

Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der badischen Zentrumspartei

1919
Beteiligt an der Gründung des Friedensbundes Deutscher Katholiken, dort 1925 bis 1932 Mitglied des Präsidiums

In den 1920er-Jahren überregionale Bekanntheit durch zahlreiche Reisen, Vorträge und Publikationen

Rezeption

1923
Päpstliches Ehrenkreuzs »Pro Ecclesia et Pontifex« (für ihre Tätigkeit als freiwillige Lazaretthelferin)

2000
Namenspatronin der Klara-Siebert-Straße in Karlsruhe

Kleine Gedenkstätte auf dem Friedhof der katholischen Gemeinde St. Elisabeth bei Karlsruhe

Literatur

Clemens Siebler: Clara Maria Siebert, in: Badische Biographien, 3, 1990, S. 255-256.

Lisa Sterr: Clara Maria Siebert. Zentrums-Politikerin in Baden, in: Blick in die Geschichte. Karlsruher stadthistorische Beiträge, 9, 1990, S. 1.

Schumacher 1991, S. 535.

Clemens Siebler: Clara Siebert. Mann und Frau ihrer Natur nach auf Ergänzung angelegt, in: Frauen im deutschen Südwesten, hrsg. von Birgit Knorr, Stuttgart 1993, S. 199-203.

Schumacher 1995, S. 152.

Barbara Guttmann: Den weiblichen Einfluss geltend machen. Karlsruher Frauen in der Nachkriegszeit 1945-1955, Karlsruhe 2000, S. 81-83.

Weik 2003, S. 302.

Peter Exner: Clara Siebert. Badens einzige direkt gewählte Reichstagsabgeordnete, in: Lebensbilder aus Baden-Württemberg, 22, Stuttgart 2007, S. 373-409.

Hochreuther 2012, S. 44.

Dokumente

Meldebogen zur Entnazifizierung

Im Rahmen der nach 1945 durchgeführten Entnazifizierung musste Siebert - wie jede und jeder Deutsche über 18 Jahren - in einem Meldebogen ihre eventuelle Zugehörigkeit zu NS-Organisationen und ihre Aktivitäten in der NS-Zeit darlegen. Ziel dieser Maßnahme war es, NS-Täter und belastete Personen zu finden, aus öffentlichen Ämtern und Behörden zu entfernen und gegebenenfalls zur Rechenschaft zu ziehen.