Clara (Maria) Siebert (geb. Ritter)

Verfolgung
11.03.1933
Siebert wird am 11. März 1933 durch die NS-Behörden verhaftet und für einen Tag unter Hausarrest gestellt.
23.08.1944
Siebert wird am 23. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Gefängnis in Karlsruhe in »Schutzhaft« genommen. Bei der in diesem Zusammenhang durchgeführten Hausdurchsuchung beschlagnahmen die NS-Behörden Bücher, Manuskripte und eine Schreibmaschine. Siebert wird am 30. August 1944 aus der Haft entlassen.
Biografie
1879
Schule in Müllheim, Rheinheim, Konstanz, Meßkirch und Ettenheim
1880
Mittelschule in Basel
1885
Lehr- und Erziehungsanstalt Unsere liebe Frau in Offenburg
1895
Examen am Lehrerinnenseminar in Basel
1909
Mitbegründerin des badischen Zweigvereins des Katholischen Deutschen Frauenbunds, dort 1909 bis 1914 Schriftführerin, 1920 bis 1933 Vorsitzende
1914
Während des Ersten Weltkrieges freiwillige Lazaretthelferin
1917
Referentin für Fürsorgeeinrichtungen der Kriegsamtsstelle des XIV. Badischen Armeekorps, Abteilung für Frauen
Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der badischen Zentrumspartei
1919
Beteiligt an der Gründung des Friedensbundes Deutscher Katholiken, dort 1925 bis 1932 Mitglied des Präsidiums
In den 1920er-Jahren überregionale Bekanntheit durch zahlreiche Reisen, Vorträge und Publikationen
Rezeption
1923
Päpstliches Ehrenkreuzs »Pro Ecclesia et Pontifex« (für ihre Tätigkeit als freiwillige Lazaretthelferin)
2000
Namenspatronin der Klara-Siebert-Straße in Karlsruhe
Kleine Gedenkstätte auf dem Friedhof der katholischen Gemeinde St. Elisabeth bei Karlsruhe
Literatur
Clemens Siebler: Clara Maria Siebert, in: Badische Biographien, 3, 1990, S. 255-256.
Lisa Sterr: Clara Maria Siebert. Zentrums-Politikerin in Baden, in: Blick in die Geschichte. Karlsruher stadthistorische Beiträge, 9, 1990, S. 1.
Schumacher 1991, S. 535.
Clemens Siebler: Clara Siebert. Mann und Frau ihrer Natur nach auf Ergänzung angelegt, in: Frauen im deutschen Südwesten, hrsg. von Birgit Knorr, Stuttgart 1993, S. 199-203.
Schumacher 1995, S. 152.
Barbara Guttmann: Den weiblichen Einfluss geltend machen. Karlsruher Frauen in der Nachkriegszeit 1945-1955, Karlsruhe 2000, S. 81-83.
Weik 2003, S. 302.
Peter Exner: Clara Siebert. Badens einzige direkt gewählte Reichstagsabgeordnete, in: Lebensbilder aus Baden-Württemberg, 22, Stuttgart 2007, S. 373-409.
Hochreuther 2012, S. 44.
Dokumente
Meldebogen zur Entnazifizierung
Im Rahmen der nach 1945 durchgeführten Entnazifizierung musste Siebert - wie jede und jeder Deutsche über 18 Jahren - in einem Meldebogen ihre eventuelle Zugehörigkeit zu NS-Organisationen und ihre Aktivitäten in der NS-Zeit darlegen. Ziel dieser Maßnahme war es, NS-Täter und belastete Personen zu finden, aus öffentlichen Ämtern und Behörden zu entfernen und gegebenenfalls zur Rechenschaft zu ziehen.