Emilie Hiller (geb. Kittler)

Verfolgung
10.05.1933
Hiller und ihr Ehemann Heinrich Hiller pachten und betreiben das Café-Restaurant Viktoria in der Wilhelmstraße 58 in Heilbronn. Das Lokal ist ein Treffpunkt der Heilbronner Sozialdemokraten und Eigentum der sozialdemokratischen Vereinsdruckerei Heilbronn. Am 10. Mai 1933 wird das gesamte Vermögen der Vereinsdruckerei durch die NS-Behörden beschlagnahmt. NSDAP-Kreisleiter Drautz sichert den Eheleuten Hiller zunächst die Weiterführung des Lokals zu. Im September 1933 müssen sie jedoch das Lokal und ihre zugehörige Wohnung räumen und die gesamte Einrichtung der Gaststätte zurücklassen.
Biografie
Tochter des Schreinermeisters und württembergischen SPD-Landtagsabgeordneten Gustav Kittler
Volksschule in Ludwigsburg und Heilbronn
Hausfrau und Ehefrau des Tapezierers und Gastwirts Heinrich Hiller
Engagement in der sozialen Fürsorge, insbesondere in der Waisenpflege
1908
Gründerin der SPD-Frauengruppe in Heilbronn
Gründerin des Heilbronner Frauenchors
1919
Delegierte zur Frauenkonferenz des SPD-Parteitags in Weimar
ab 1920
Mitglied des Vorstandes der SPD Württemberg-Hohenzollern
Zusammen mit ihrem Ehemann betreibt Hiller zunächst das Heilbronner Lokal Zum Ritter (Frankfurter Straße 9) und später das Heilbronner Café-Restaurant Viktoria (Wilhelmstraße 58).
Literatur
Schröder 1995, S. 508.
Schumacher 1995, S. 67.
Mittag 1997, S. 169.
Gudrun Silberzahn-Jandt: Aus der Gaststube in den Landtag. Emilie Hiller, in: Heilbronner Köpfe. Lebensbilder aus zwei Jahrhunderten, hrsg. von Christhard Schrenk, 2, Heilbronn 1999, S. 37-48, 231-232.
Raberg 2001, S. 360.
Frank Raberg: Emilie Hiller, in: Lebensbilder aus Baden-Württemberg, 21, 2005, S. 436-456.
Hochreuther 2012, S. 77.
Gudrun Silberzahn-Jandt: Emilie Hiller, in: Württembergische Biographien, 3, 2017, S. 94-95.