Ernst Roth

Parlament

1932
Reichstag (SPD, Wahlkreis 32 Baden)

1949
Deutscher Bundestag (SPD, Wahlkreis Neustadt an der Weinstraße)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei des Saarlandes (SPS)
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 28.04.1901, Ernstweiler (Zweibrücken)
Ehe Greta geb. Schneider (1925)
Beruf Journalist, Redakteur
Kinder 2
Konfession Konfessionslos
Verstorben 11.05.1951, Straßburg

Verfolgung

Juli 1933
Um einer Verhaftung durch die NS-Behörden zu entgehen, emigriert Roth im Juli 1933 ins Saargebiet. Im Februar 1934 übersiedelt er nach Straßburg. Dort ist er als Buchhändler tätig.

April 1939
Roth wird zusammen mit seiner Ehefrau Greta und seinen beiden Söhnen Ernst Wolfgang (geb. 8. Juli 1926) und Günter Hermann (geb. 7. September 1927) von den NS-Behörden ausgebürgert.

Biografie

Sohn eines Schlossers

Besuch des Lehrerseminars, dann Ausbildung als Journalist

1920
Eintritt in die SPD

1924
Redakteur der SPD-Zeitung »Volksstimme« in Mannheim

1926
Vorsitzender des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in Mannheim

Juni 1933
Übersiedelung ins Saargebiet

Februar 1934
Übersiedelung nach Straßburg, dort Tätigkeit als Buchhändler

Roth betreibt in Straßburg (zusammen mit Ernst Th. Klein) einen »Pressedienst«, der Informationen über die Ereignisse im nationalsozialistischen Deutschland verbreitet.

1935
Mitglied der Widerstandsgruppe »Neu Beginnen«

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges als Ausländer vorübergehende Internierung durch die französischen Behörden

1940
Meldung als Freiwilliger zur französischen Armee

1942
Übersiedelung in das Département Vaucluse in Südfrankreich. Dort unterstützt Roth die französische Résistance. Er engagiert sich zunächst für die paramilitärische Gruppierung Armée secrète. Ab 1944 hilft er der von der Kommunistischen Partei Frankreichs gegründeten Gruppierung Francs-tireurs et partisans.

1943
Mitglied des Komitees Freies Deutschland für den Westen (Zusammenschluss von deutschen Soldaten und kommunistischen deutschen Emigranten)

1944
Engagement für eine gegen das NS-Regime gerichtete Einheitsfront von SPD und KPD, Mitglied eines entsprechenden Aktionsausschusses von SPD und KPD (ab Februar 1945 unter dem Namen Landesgruppe deutscher Sozialdemokraten in Frankreich)

1945
Chefredakteur der »Neuen Saarbrücker Zeitung«

Mitglied des Gründungsausschusses und Generalsekretär der Sozialdemokratischen Partei des Saarlands (SPS)

1946
Chefredakteur der SPS-Zeitung »Volksstimme«

1946
Stadtverordneter in Saarbrücken

1948
Wegen der Opposition gegen den Kurs der SPS Verlust aller Parteiämter und Emigration aus dem Saarland

1948
Landrat im Landkreis Frankenthal (Pfalz)

Mitglied der bundesdeutschen Delegation beim Europarat in Straßburg

Literatur

Franz Osterroth: Biographisches Lexikon des Sozialismus. Verstorbene Persönlichkeiten, 1, Hannover 1960, S. 256–257.

Röder 1980, 1, S. 620.

Schumacher 1991, S. 474.

Schröder 1995, S. 686.

Schumacher 2000, S. 347.