Ernst Walz

Parlament

1946
Vorläufige Volksvertretung Württemberg-Baden (Vertreter der Oberbürgermeister)

Partei vor 1933 Deutsche Volkspartei (DVP)

nach 1945 -
Geburt 14.02.1888, Frankfurt am Main
Ehe Emilie geb. Knorr (1912)
Beruf Jurist, Beamter, Oberbürgermeister
Kinder 3
Konfession Evangelisch
Verstorben 05.12.1966, Heidelberg

Verfolgung

1935
Walz ist Ministerialrat im badischen Innenministerium in Karlsruhe. Nach nationalsozialistischen Rassekriterien gilt er als »Halbjude« (seine Mutter war Amerikanerin mit deutsch-jüdischen Wurzeln). Walz wird deshalb 1935 zum badischen Rechnungshof strafversetzt. Am 1. April 1937 wird er schließlich beurlaubt. Am 29. Juli 1937 erfolgt seine einstweilige, am 30. Oktober 1942 seine endgültige Versetzung in den Ruhestand. Nach seiner einstweiligen Versetzung in den Ruhestand erhält Walz nur ein gekürztes Ruhegehalt. Er klagt dagegen, seine Klage wird jedoch am 7. Juli 1939 vom Reichsgericht abgelehnt.

Biografie

Volksschule und humanistisches Gymnasium in Heidelberg

1906
Studium der Rechtswissenschaften in Paris, Heidelberg und München

1910
Militärdienst

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

Tätigkeit im badischen Staatsdienst

Ministerialrat im badischen Innenministerium in Karlsruhe

bis 1945
Angestellter in der Privatwirtschaft

1945
Präsidialdirektor und Abteilungsleiter der Regierung Mittelrhein-Saar

1945
Vizepräsident der vorläufigen Regierung von Nordbaden

1945
Kommissarischer Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg

1946
Vorsitzender einer Spruch- und Berufungskammer in Heidelberg

1946
Vizepräsident und Senatspräsident des württemberg-badischen Verwaltungsgerichtshofs in Karlsruhe

November 1946
Mitglied der überparteilichen Aktionsgruppe Heidelberg zur Demokratie und zum freien Sozialismus

1949
Präsident des Dienststrafsenats Karlsruhe des württemberg-badischen Dienststrafhofs

1950
Mitglied des Staatsgerichtshofs für Württemberg-Baden

1960
Vorsitzender eines Ausschusses unabhängiger Sachverständiger zur Ausarbeitung von Vorschlägen zur Vereinfachung, Verbesserung und Verbilligung der Verwaltung von Baden-Württemberg

Rezeption

1948
Ehrendoktor der Universität Heidelberg

1953
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Literatur

Richard Naumann: Die Neuordnung der Verwaltungsgerichtsbarkeit in Baden-Württemberg, in: Die Öffentliche Verwaltung, 1957, S. 169-172.

Hans Schneider: Ernst Walz gestorben, in: Archiv des Öffentlichen Rechts, 92, 1967, S. 256-258.

Erich Schmied: Zum 25-jährigen Bestehen der Verwaltungsgerichte Stuttgart und Karlsruhe, in: Baden-Württembergisches Verwaltungsblatt, 1972, S. 97-102.

Paul Feuchte: Ernst Walz, in: Baden-Württembergische Biographien, 2, 1999, S. 472-474.

Birgit Pape: Kultureller Neubeginn in Heidelberg und Mannheim 1945-1949, Heidelberg 2000, S. 313.

Weik 2003, S. 156.

Kühnel 2009, S. 10.