Ernst Walz

Verfolgung
1935
Walz ist Ministerialrat im badischen Innenministerium in Karlsruhe. Nach nationalsozialistischen Rassekriterien gilt er als »Halbjude« (seine Mutter war Amerikanerin mit deutsch-jüdischen Wurzeln). Walz wird deshalb 1935 zum badischen Rechnungshof strafversetzt. Am 1. April 1937 wird er schließlich beurlaubt. Am 29. Juli 1937 erfolgt seine einstweilige, am 30. Oktober 1942 seine endgültige Versetzung in den Ruhestand. Nach seiner einstweiligen Versetzung in den Ruhestand erhält Walz nur ein gekürztes Ruhegehalt. Er klagt dagegen, seine Klage wird jedoch am 7. Juli 1939 vom Reichsgericht abgelehnt.
Biografie
Volksschule und humanistisches Gymnasium in Heidelberg
1906
Studium der Rechtswissenschaften in Paris, Heidelberg und München
1910
Militärdienst
1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
Tätigkeit im badischen Staatsdienst
Ministerialrat im badischen Innenministerium in Karlsruhe
bis 1945
Angestellter in der Privatwirtschaft
1945
Präsidialdirektor und Abteilungsleiter der Regierung Mittelrhein-Saar
1945
Vizepräsident der vorläufigen Regierung von Nordbaden
1945
Kommissarischer Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg
1946
Vorsitzender einer Spruch- und Berufungskammer in Heidelberg
1946
Vizepräsident und Senatspräsident des württemberg-badischen Verwaltungsgerichtshofs in Karlsruhe
November 1946
Mitglied der überparteilichen Aktionsgruppe Heidelberg zur Demokratie und zum freien Sozialismus
1949
Präsident des Dienststrafsenats Karlsruhe des württemberg-badischen Dienststrafhofs
1950
Mitglied des Staatsgerichtshofs für Württemberg-Baden
1960
Vorsitzender eines Ausschusses unabhängiger Sachverständiger zur Ausarbeitung von Vorschlägen zur Vereinfachung, Verbesserung und Verbilligung der Verwaltung von Baden-Württemberg
Rezeption
1948
Ehrendoktor der Universität Heidelberg
1953
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Literatur
Richard Naumann: Die Neuordnung der Verwaltungsgerichtsbarkeit in Baden-Württemberg, in: Die Öffentliche Verwaltung, 1957, S. 169-172.
Hans Schneider: Ernst Walz gestorben, in: Archiv des Öffentlichen Rechts, 92, 1967, S. 256-258.
Erich Schmied: Zum 25-jährigen Bestehen der Verwaltungsgerichte Stuttgart und Karlsruhe, in: Baden-Württembergisches Verwaltungsblatt, 1972, S. 97-102.
Paul Feuchte: Ernst Walz, in: Baden-Württembergische Biographien, 2, 1999, S. 472-474.
Birgit Pape: Kultureller Neubeginn in Heidelberg und Mannheim 1945-1949, Heidelberg 2000, S. 313.
Weik 2003, S. 156.
Kühnel 2009, S. 10.