Friedrich (Wilhelm Leopold) Stockinger

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung der Republik Baden (SPD, Wahlkreis 3 Karlsruhe)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 -
Geburt 26.11.1878, Karlsruhe
Ehe Wiesa geb. Loos
Beruf Beamter, Bürgermeister
Kinder 1
Konfession Evangelisch, später konfessionslos
Verstorben 04.01.1937, St. Georgen

Verfolgung

21.03.1933
Stockinger ist Bürgermeister von St. Georgen im Schwarzwald. Am 21. März 1933 wird er aus politischen Gründen von den NS-Behörden beurlaubt. Am 1. Juni 1933 erfolgt schließlich Stockingers Versetzung in den Ruhestand.

21.03.1933
Stockinger wird am 21. März 1933 - im Zuge seiner Beurlaubung als Bürgermeister von St. Georgen - verhaftet und für etwa vier Wochen im Amtsgefängnis Villingen in »Schutzhaft« genommen. Nach seiner Haftentlassung muss Stockinger auf Anordnung der NS-Behörden St. Georgen verlassen. Er hält sich unter anderem in Karlsruhe auf und kann erst im Oktober 1933 mit Erlaubnis des Landrats und der Badischen Regierung wieder nach St. Georgen zurückkehren.

Biografie

Sohn eines Kesselschmieds

1885
Volksschule

1888
Oberrealschule in Karlsruhe

Lehre als Bürogehilfe in Karlsruhe

1901
Beamter der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in Pforzheim

1905
Stadtverordneter in Pforzheim

1909
Mitglied der badische Ständeversammlung

1910
Berichterstatter der »Freien Presse« in Pforzheim

1911
Stadtrat in Pforzheim

August 1916
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, 1918 ausgezeichnet mit dem Ritterkreuz II. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen

November 1918
Minister des Kultus und Unterrichts in der vorläufigen badischen Volksregierung

Dezember 1919
Dritter Bürgermeister in Pforzheim

November 1921
Bürgermeister der Gemeinde St. Georgen

Juni 1933
Arbeitslos

Herbst 1934
Lohnbuchhalter bei der Firma J.G. Weisser in St. Georgen

Literatur

Kurt Anschütz, Jörg Böcking: Spuren. 90 Jahre SPD Ortsverein St. Georgen im Schwarzwald 1897-1987, St. Georgen 1987, S. 34-67.

Klaus Anschütz: Protestantismus und Arbeiterschaft. Von der Bewältigung des Alltags in St. Georgen im Schwarzwald in den Jahren 1914-1923, Stuttgart 1992, S. 79-81.

Schumacher 1995, S. 158.

Schröder 1995, S. 758.

Hans-Peter Becht, Hans-Jürgen Kremer (Bearb.): Die Chronik der Stadt Pforzheim 1891-1939, Ubstadt-Weiher 1996, S. 66, Anm. 167.

Weik 2003, S. 302.

Stephan Ph. Wolf: Friedrich Wilhelm Leopold Stockinger, in: Badische Biographien, 5, 2005, S. 268-269.