Friedrich (Wilhelm Leopold) Stockinger

Verfolgung
21.03.1933
Stockinger ist Bürgermeister von St. Georgen im Schwarzwald. Am 21. März 1933 wird er aus politischen Gründen von den NS-Behörden beurlaubt. Am 1. Juni 1933 erfolgt schließlich Stockingers Versetzung in den Ruhestand.
21.03.1933
Stockinger wird am 21. März 1933 - im Zuge seiner Beurlaubung als Bürgermeister von St. Georgen - verhaftet und für etwa vier Wochen im Amtsgefängnis Villingen in »Schutzhaft« genommen. Nach seiner Haftentlassung muss Stockinger auf Anordnung der NS-Behörden St. Georgen verlassen. Er hält sich unter anderem in Karlsruhe auf und kann erst im Oktober 1933 mit Erlaubnis des Landrats und der Badischen Regierung wieder nach St. Georgen zurückkehren.
Biografie
Sohn eines Kesselschmieds
1885
Volksschule
1888
Oberrealschule in Karlsruhe
Lehre als Bürogehilfe in Karlsruhe
1901
Beamter der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in Pforzheim
1905
Stadtverordneter in Pforzheim
1909
Mitglied der badische Ständeversammlung
1910
Berichterstatter der »Freien Presse« in Pforzheim
1911
Stadtrat in Pforzheim
August 1916
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, 1918 ausgezeichnet mit dem Ritterkreuz II. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen
November 1918
Minister des Kultus und Unterrichts in der vorläufigen badischen Volksregierung
Dezember 1919
Dritter Bürgermeister in Pforzheim
November 1921
Bürgermeister der Gemeinde St. Georgen
Juni 1933
Arbeitslos
Herbst 1934
Lohnbuchhalter bei der Firma J.G. Weisser in St. Georgen
Literatur
Kurt Anschütz, Jörg Böcking: Spuren. 90 Jahre SPD Ortsverein St. Georgen im Schwarzwald 1897-1987, St. Georgen 1987, S. 34-67.
Klaus Anschütz: Protestantismus und Arbeiterschaft. Von der Bewältigung des Alltags in St. Georgen im Schwarzwald in den Jahren 1914-1923, Stuttgart 1992, S. 79-81.
Schumacher 1995, S. 158.
Schröder 1995, S. 758.
Hans-Peter Becht, Hans-Jürgen Kremer (Bearb.): Die Chronik der Stadt Pforzheim 1891-1939, Ubstadt-Weiher 1996, S. 66, Anm. 167.
Weik 2003, S. 302.
Stephan Ph. Wolf: Friedrich Wilhelm Leopold Stockinger, in: Badische Biographien, 5, 2005, S. 268-269.