Georg Neumann

Verfolgung
Sommer 1933
Neumann ist von Sommer 1933 bis Herbst 1935 Mitglied einer illegalen KPD-Gruppe um den Sprottauer Stadtrat Willy Hilmer sowie Mitglied der Roten Hilfe (einer der KPD nahestehenden Hilfsorganisation). Am 3. März 1936 wird Neumann deshalb verhaftet und im Gerichtsgefängnis Glogau in Untersuchungshaft genommen. Ab dem 7. März 1936 ist er in Breslau inhaftiert. Am 25. Juni 1936 wird Neumann vom Sondergericht Breslau wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt. Anschließend befindet sich Neumann in Strafhaft in Görlitz. Am 2. Juni 1937 wird er aus der Haft entlassen.
Biografie
1908
Volksschule in Wartenberg und Sprottau (Schlesien)
März 1916
Lehre im Baubüro H. Menzel in Sprottau
Oktober 1917
Dienst bei der Schiffsjungendivision Flensburg-Mürwick
1919
Eintritt in die Gewerkschaften
Oktober 1919
Tätigkeit im Eisenhüttenwerk Wilhelmshütte in Sprottau
September 1923
Arbeitslos
Februar 1924
Tätigkeit bei der Stadtverwaltung Sprottau
März 1925
Gerber bei den Lederwerken E. Kuschnitzki in Sprottau
1926
Eintritt in die SPD
1930
Eintritt in die SAP
Januar 1933
Eintritt in die KPD
Sommer 1933
Mitglied einer illegalen KPD-Gruppe um den ehemaligen Sprottauer Stadtrat Willy Hilmer sowie Mitglied der illegalen Roten Hilfe
Juni 1937
Gerberei-Facharbeiter bei den Lederwerken E. Kuschnitzki in Sprottau (1940 Betriebsstilllegung, da jüdisches Unternehmen)
Juli 1940
Dienstverpflichtung als Kerzenzieher bei der Wachswarenfabrik R. Rümpler in Sprottau
September 1942
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg bei der Kriegsmarine, anschließend Kriegsgefangenschaft
September 1945
Holzfäller bei der Firma Hahn und Grage in Neustadt (Holstein)
1946
Mitglied des Gemeinderats in Neustadt
Januar 1948
Angestellter bei der Stadtverwaltung Neustadt, dort Sachbearbeiter für Flüchtlingsfragen
November 1949
Gerber bei der Firma Krafft in Fahrnau
November 1949
Umsiedelung nach (Süd-)Baden
Januar 1956
Angestellter beim Landesversorgungsamt Baden-Württemberg
Literatur
Kühnel 2002, S. 89.
Weik 2003, S. 106.
Klaus Strütt: Georg Neumann. Ein vergessener SPD-Politiker. Von 1952 bis 1956 im Landtag von Baden-Württemberg, in: Schopfheim Jahrbuch, 29, 2013, S. 109-113.