Hanne Landgraf (geb. Siebert)

Parlament

1966
Landtag Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Karlsruhe-Stadt)

Partei vor 1933 -
nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 14.10.1914, Karlsruhe
Ehe Rolf Landgraf (1942)
Beruf Hausfrau
Kinder 1
Konfession Freireligiös
Verstorben 19.01.2005, Karlsruhe

Verfolgung

Anfang 1933
Landgrafs Vater, der Karlsruher Sozialdemokrat Karl Siebert, wird Anfang 1933 mehrfach in »Schutzhaft« genommen und als Maschinenschlosser der Reichsbahn entlassen.

02.05.1933
Landgraf ist Schreibkraft im Karlsruher Bezirksbüro des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands. Am 2. Mai 1933 wird das Bezirksbüro des Verbandes durch die SA besetzt. Landgraf kann bis Juni 1933 unter Aufsicht der SA weiterarbeiten, dann erfolgt ihre Entlassung.

Mitte 1933
Landgrafs Familie betreibt die Kantine der Freien Turnerschaft Karlsruhe und wohnt in dem Gebäude. Mitte 1933 verliert die achtköpfige Familie ihre Wohnung, als die Kantine und der Sportplatz der Freien Turnerschaft durch die NS-Behörden beschlagnahmt werden.

Biografie

Tochter des Schlossers und Karlsruher Sozialdemokraten Karl Siebert

Mitglied der Freien Turnerschaft Karlsruhe

Volksschule und Handelsschule

Aushilfskraft bei verschiedenen Firmen

Kurse in Stenografie und Maschinenschreiben

Mitglied der Gewerkschaften

August 1931
Schreibkraft im Karlsruher Bezirksbüro des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands

1933
Arbeitslos

Februar 1934
Angestellte der Firma Veuma

1936
Sekretärin beim Dentaldepot Emil Huber

1939
Ehemann Rolf Landgraf zunächst im Kriegsdienst, dann in Kriegsgefangenschaft

nach 1945
Engagement in zahlreichen Vereinen, unter anderem Deutscher Alpenverein, Freie Spiel- und Sportvereinigung Karlsruhe (FSSV), Badischer Kunstverein Karlsruhe, Sängerbund Vorwärts Karlsruhe, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Karlsruhe

1946
Beteiligt an der Neugründung des AWO-Kreisverbandes in Karlsruhe, zeitweise dessen Vorsitzende sowie stellvertretende Vorsitzende des AWO-Bezirksverbands Baden

1946
Eintritt in die SPD

1953
Mitglied des Stadtrats in Karlsruhe

1954
Schöffin beim Bezirksjugendgericht Karlsruhe

ab 1959
Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Karlsruhe

Rezeption

Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1974
Marie-Juchacz-Plakette der Arbeiterwohlfahrt

1976
Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1980
Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg

Goldene Verdienstplakette des Badischen Turnerbunds

1993
Ehrenbürgerin der Stadt Karlsruhe

Namenspatronin des AWO-Seniorenwohnheims Hanne-Landgraf-Haus in Karlsruhe-Grötzingen

2005
Namenspatronin der Hanne-Landgraf-Stiftung

2014
Namenspatronin des Hanne-Landgraf-Platzes in Karlsruhe

Literatur

Barbara Guttmann: »Zwischen Trümmern und Träumen«. Karlsruherinnen in Politik und Gesellschaft der Nachkriegszeit, Karlsruhe 1997, S. 64-73.

Koch 2001, S. 182-187.

Weik 2003, S. 89.

Ariane Lindemann: Karlsruher Köpfe. Menschen, die man in Karlsruhe kennt, Karlsruhe 2004, S. 118-119.

Yps Knauber: Seid mutig! Erinnerungen an Hanne Landgraf, in: Karlsruhe. Das Tagebuch der Fächerstadt, 29, 2005, S. 157-160.

Hochreuther 2012, S. 196.

Uschi Steinhardt-Stauch: Ihr Name ist Bestandteil des Lebens im Ort. Auftakt zum Hanne-Landgraf-Jahr in Grötzingen, in: Grötzinger Heimatbrief, 53, 2014, S. 38-39.

Patricia Keßler: Gedenkblatt für Hanne Landgraf, in: Lahrer hinkender Bote, 215, 2015, S. 51.

Manfred Koch: Hanne Landgraf, in: Blick in die Geschichte. Karlsruher stadthistorische Beiträge. Forum für Stadtgeschichte und Kultur, 112, 2016, S. 1.