Dr. med. Hans Kohler

Parlament

1946
Beratende Landesversammlung Württemberg-Hohenzollern (DVP)

1947
Landtag Württemberg-Hohenzollern (DVP, Wahlkreis Rottweil)

1952
Verfassungsgebende Landesversammlung Baden-Württemberg (FDP/DVP, Wahlkreis Rottweil)

1953
Landtag Baden-Württemberg (FDP/DVP, Landesliste, ab 1956 Wahlkreis Rottweil)

Partei vor 1933 -
nach 1945 Demokratische Volkspartei (DVP)
Freie Demokratische Partei (FDP)
Geburt 23.11.1893, Schwenningen am Neckar
Ehe Margarethe geb. Mengesdorf (1950)
Beruf Arzt, Bürgermeister
Kinder 1
Konfession Evangelisch
Verstorben 12.08.1962, Schwenningen am Neckar

Verfolgung

Februar 1945
Kohler ist Arzt in Schwenningen. Er wird im Februar 1945 durch die Gestapo verhaftet und wegen »Schädigung der Widerstandskraft des Volkes« in der Schwenninger Polizeiwache in Untersuchungshaft genommen. Kohler hatte gegenüber einer Patientin geäußert, es sei ein Verbrechen, den Krieg fortzuführen. Er wurde daraufhin bei der NSDAP-Kreisleitung angezeigt. Als Kohler während seiner Haft von Patienten angefordert wird, wird er unter Gestapo-Bewachung zu ihnen gebracht. Im April 1945 kurz vor dem Einmarsch der französischen Armee wird Kohler aus der Haft entlassen.

Biografie

Sohn eines Oberrechnungsrates

Volksschule

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

nach 1918
Studium der Ingenieurwissenschaften

Studium der Medizin in Tübingen und Berlin

1932
Arzt in Schwenningen

1939
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg, ab 1940 als Arzt von Schwenningen freigestellt

Mitglied des Deutschen Roten Kreuzes, insbesondere erster Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Rottweil und Vizepräsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg

Juni 1945
Beirat in Schwenningen, von der Militärregierung ernannt

1946
Auf Initiative Kohlers wird in Schwenningen eine Volksküche eröffnet, die Mittagessen an Bedürftige ausgibt.

1946
Mitbegründer der DVP im Kreis Rottweil

Juni 1946
Beteiligt an der Gründung eines Spitals in Schwenningen

ab September 1946
Gemeinderat in Schwenningen

1949
Oberbürgermeister der Stadt Schwenningen

Rezeption

1958
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1961
Ehrenbürger der Stadt Schwenningen

Namenspatron der Hans-Kohler-Straße in Villingen-Schwenningen

Literatur

Siegfried Heinzmann: Dr. med. Hans Kohler. Ein Schwenninger Arzt und Politiker setzte Maßstäbe, in: Almanach Schwarzwald-Baar-Kreis. Heimatjahrbuch des Schwarzwald-Baar-Kreises, 12, 1988, S. 76-78.

Ekkehard Hausen, Hartmut Danneck: »Antifaschist, verzage nicht ...!«. Widerstand und Verfolgung in Schwenningen und Villingen 1933-1945, Villingen-Schwenningen 1990. S. 113.

Weik 2003, S. 84.

Siegfried Heinzmann: Schwenningen. Meine Stadt wird hundert, Villingen-Schwenningen 2006, S. 302-303.