Herbert Holtzhauer

Parlament

1946
Beratende Landesversammlung Württemberg-Hohenzollern (SPD)

1947
Landtag Württemberg-Hohenzollern (SPD, Wahlkreis Rottweil)

1952
Verfassungsgebende Landesversammlung Baden-Württemberg (SPD, Landesliste)

1953
Landtag Baden-Württemberg, (SPD, Landesliste)

1956
Landtag Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Rottweil)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 17.03.1906, Leipzig
Ehe Herta geb. Wöller (1930)
Beruf Journalist und Zeitungsredakteur
Kinder 1
Konfession Evangelisch, ab 1922 konfessionslos
Verstorben 17.11.1987, Villingen-Schwenningen

Verfolgung

März 1933
Holtzhauer ist Redakteur und Schriftleiter der sozialdemokratischen Zeitung »Volksstimme« in Schwenningen. Im März 1933 wird die Zeitung von den NS-Behörden verboten und Holtzhauer entlassen.

März 1933
Im März 1933 durchsucht die Gestapo mehrfach Holtzhauers Wohnung und beschlagnahmt einen Teil seiner Bücher.

13.03.1933
Holtzhauer wird am 13. März 1933 in »Schutzhaft« genommen und im Konzentrationslager Heuberg inhaftiert. Am 15. März 1933 wird er aus der Haft entlassen.

30.09.1935
Holtzhauer wird am 30. September 1935 verhaftet und kommt in Untersuchungshaft in Rottweil und Oberndorf. Ihm wird vorgeworfen, marxistisches Gedankengut verbreitet zu haben, vor allem durch den Vertrieb von marxistischen Büchern an ehemalige SPD-Genossen. Holtzhauer soll hierbei für die Erneuerung der SPD geworben und somit gegen das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien verstoßen haben. Das Landgericht Rottweil spricht Holtzhauer jedoch am 4. Mai 1936 vom Vorwurf des Versuchs der Neugründung der SPD frei, »weil erkennbare organisatorische Ansätze zu Formung einer Partei bis jetzt fehlen«. Holtzhauer wird daraufhin aus der Haft entlassen.

Mai 1937
Das Landgericht Rottweil revidiert im Mai 1937 sein Urteil vom 4. Mai 1936. Holtzhauer wird nun des Verstoßes gegen das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien für schuldig befunden und zu sieben Monaten Haft verurteilt. Er muss jedoch nicht erneut in Haft, da die Haftstrafe mit seiner Untersuchungshaft vom 30. September 1935 bis zum 4. Mai 1936 als bereits verbüßt gilt.

26.05.1938
Holtzhauer wird am 26. Mai 1938 im Zusammenhang mit einem Verfahren gegen Erhard Schrenk, einen ehemaligen SPD-Parteigenossen Holtzhauers, in Stuttgart inhaftiert. Am 10. Juni 1938 wird er aus der Haft entlassen.

Februar 1939
Im Februar 1939 wird Holtzhauer vor dem Oberlandesgericht Stuttgart wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt. Er wird jedoch freigesprochen, »weil vom Gericht ein Kausalzusammenhang mit demProzessgegenstand von 1936/37 angenommen wird«.

Biografie

1912
Mittelschule in Leipzig

1922
Städtische Wirtschaftsschule in Leipzig

1925
Als Hospitant an der Universität Leipzig Besuch von wirtschaftswissenschaftlichen Vorlesungen

1926
Lehrgang an der Heimvolkshochschule Tinz (Thüringen)

1927
Studium der Volkswirtschaft in Berlin, Seminare und Kurse an der staatlichen Fachschule für Wirtschaft und Verwaltung, der Universität und der Hochschule für Politik

1928
Redaktionsvolontär der SPD-Zeitung »Vorwärts« in Berlin

April 1929
Schriftleiter der sozialdemokratischen Zeitung »Volksstimme« in Schwenningen am Neckar

September 1933
Arbeitslos

Juli 1935
Betriebswirt bei einer Maschinenfabrik in Schwenningen (unterbrochen durch seine Haftzeiten)

ab 1945
Gründer und Inhaber des Neckar-Verlags in Schwenningen

1946
Beteiligt am Wiederaufbau der SPD in Schwenningen

1946
Chefredakteur der »Gewerkschaftszeitung für Württemberg-Hohenzollern«

1947
Beteiligt an der Gründung der Volkshochschule Schwenningen

Begründer des Vereins Volkshochschulheim Inzigkofen

1953
Erfolglose Kandidatur für den Deutschen Bundestag

1980
Ruhestand

Rezeption

1964
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1972
Goldene Medaille der Stadt Schwenningen

1981
Bürgermedaille der Stadt Villingen-Schwenningen

1982
Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg

Literatur

Herrmann A. L. Degener, Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who, 26, Lübeck 1987, S. 586.

Ekkehard Hausen, Hartmut Danneck: »Antifaschist, verzage nicht ...!« Widerstand und Verfolgung in Schwenningen und Villingen 1933-1945, Villingen-Schwenningen 1990, S. 29-31.

Weik 2003, S. 69.

Raberg 2004, S. 168, 194.