Jakob Sommer

Parlament

1933
Landtag der Republik Baden (SPD)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 23.02.1893, Ludwigshafen am Rhein
Ehe Marie geb. Müller (1937)
Beruf Eisendreher, Parteifunktionär
Kinder 2
Konfession Freireligiös
Verstorben 10.03.1955, Mannheim

Verfolgung

01.04.1933
Sommer ist angestellter Parteisekretär der SPD in Mannheim. Im Zuge des nationalsozialistischen Vorgehens gegen die SPD wird er zum 1. April 1933 entlassen.

03.11.1934
Sommer wird am 3. November 1934 in Untersuchungshaft genommen und in das Gerichtsgefängnis in Mannheim gebracht. Die NS-Behörden werfen ihm vor, illegal für die verbotene SPD tätig gewesen zu sein. Am 20. Februar 1935 wird Sommer deshalb nach Karlsruhe überstellt. Dort wird er vor dem Oberlandesgericht wegen der Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt. Aus Mangel an Beweisen spricht das Oberlandesgericht Sommer jedoch frei. Am 29. März 1935 wird er aus der Haft entlassen.

Biografie

Sohn eines Schmiedemeisters

1899
Volksschule in Ludwigshafen

1907
Lehre als Eisendreher bei der Hutchinson AG in Mannheim

1910
Eisendreher in Mannheim, Ludwigshafen und Frankfurt am Main

ab 1915
Mitglied des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (DMV)

1917
Eintritt in die SPD

1920
Eintritt in die USPD, dort Vorsitzender der Ortsgruppe Ludwigshafen

1920
Mitglied im Vorstand des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (DMV)

1922
Rückkehr zur SPD

ab 1922
Mitglied der Arbeiterwohlfahrt

1922
Betriebsratsvorsitzender bei BASF im Werk Ludwigshafen-Oppau

1925
Mitglied des Stadtrates in Ludwigshafen

1928
Parteisekretär der SPD in Mannheim

April 1933
Arbeitslos

August 1936
Inhaber eines Zigarrengeschäfts in Mannheim

September 1937
Eisendreher bei der Heinrich Lanz AG in Mannheim

1945
Gewerkschaftssekretär des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds (ADGB) in Mannheim

1945
Parteisekretär der SPD in Mannheim

1946
Mitglied des Stadtrates in Mannheim

1947
Geschäftsführer der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in Mannheim

1947
Aufsichtsratsvorsitzender einer Druckerei und Verlagsgesellschaft in Mannheim

Literatur

Brach 1984, S. 114-115.

Schumacher 1995, S. 154.

Weik 2003, S. 302.

Dokumente

Eidesstattliche Erklärung von Jakob Sommer

Im Rahmen seines Wiedergutmachungsverfahrens gab Sommer 1950 eine eidesstaatliche Erklärung ab. In dieser nannte er seine SPD-Tätigkeit als Grund für seine Anklage wegen Vorbereitung zum Hochverrat.