Josef Harter
Verfolgung
1933
Harter ist Mitglied und Funktionär in verschiedenen gewerkschaflichen Vertretungen der Reichsbahn. Im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften wird er 1933 aus diesen Ämtern entlassen.
1941
Während des Zweiten Weltkriegs leistet Harter Kriegsdienst bei der Wehrmachts- und Hauptverkehrsdirektion in Brüssel, wo er für die Dienstkleiderverwaltung der in den besetzten Gebieten eingesetzten Eisenbahner zuständig ist. Die badische NSDAP-Gauleitung fordert 1941 und 1942 aus politischen Gründen die Abberufung Harters aus Brüssel.
01.12.1942
Harter ist Inspektor bei der Reichsbahn in Karlsruhe. Die badische NSDAP-Gauleitung erhebt aus politischen Gründen mehrfach Einspruch gegen eine Beförderung Harters. Um den Einspruch zu umgehen, versetzt die Karlsruher Reichsbahndirektion Harter am 1. Dezember 1942 in das Reichsbahnzentralamt für Sozial- und Personalwesen in Berlin. Dort wird Harter vermutlich im April 1943 zum Reichsbahnoberinspektor befördert.
Biografie
Volksschule
1919
Eintritt in den Dienst der Reichsbahn
Reichsbahninspektor in Karlsruhe
1925
Mitglied des Hauptbeamtenrats der Deutschen Reichsbahn Berlin
1925
Landesvorsitzender des Reichsbunds der mittleren Reichsbeamten in Baden
1925
Mitglied des Hauptvorstandes des Zentral-Gewerkschaftsbunds Deutscher Reichsbahnbeamten und Anwärter in Berlin
1929
Vorsitzender des Bezirksbeamtenrats bei der Reichsbahndirektion Karlsruhe
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg, zeitweise bei der Wehrmachts- und Hauptverkehrsdirektion in Brüssel eingesetzt, dort zuständig für die Dienst- und Schutzkleiderverwaltung der in den besetzten Gebieten eingesetzten Eisenbahner
ab Dezember 1942
Tätigkeit im Reichsbahnzentralamt für Sozial- und Personalwesen in Berlin
1943
Reichsbahnoberinspektor in Berlin
1944
Reichsbahnamtmann in Berlin und Karlsruhe
ab Oktober 1945
Abteilungspräsident bei der Reichsbahndirektion Karlsruhe, ernannt durch die französische Militärregierung
1947
Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag Württemberg-Baden
Literatur
Lothar Gall (Hrsg.): Die Eisenbahn in Deutschland. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, München 1999, S. 260.
Weik 2003, S. 59.
Becker, Ernst Wolfgang (Hrsg.): Theodor Heuss. Erzieher zur Demokratie. Briefe 1945-1949. München 2007, S. 572.