Karl Daurer

Parlament

1946
Vorläufige Volksvertretung Württemberg-Baden (Vertreter der Landräte)

Partei vor 1933 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

nach 1945 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
Geburt 09.02.1902, Tiefenbach (Crailsheim)
Ehe Berta geb. Güntner (1927)
Beruf Schlosser
Kinder Kinderlos
Konfession Evangelisch, später konfessionslos
Verstorben 16.09.1971, Michelbach an der Lücke (Wallhausen Württemberg)

Verfolgung

März 1933
Um einer Verhaftung durch die NS-Behörden zu entgehen, taucht Daurer im März 1933 unter. Er setzt im Allgäuer und im Augsburger Raum seine illegale Arbeit für die KPD fort.

17.04.1933
Daurer wird am 17. April 1933 in »Schutzhaft« genommen und in Kempten sowie im Gerichtsgefängnis Obergünzburg inhaftiert. Die rechtliche Grundlage seiner Verhaftung ist die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat. Am 14. Oktober 1933 wird Daurer aus der Haft entlassen.

18.10.1933
Wenige Tage nach seiner Entlassung wird Daurer erneut in »Schutzhaft« genommen. Vorgeworfen wird ihm unter anderem, er habe die KPD-Zeitschrift »Kempter Mosaik« verbreitet. Vom 18. bis zum 23. Oktober 1933 befindet sich Damm im Gefängnis in Kempten. Ab dem 24. Oktober 1933 ist er im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 24. März 1934 wird er aus der Haft entlassen.

Biografie

1909
Volksschule in Tiefenbach bei Crailsheim

1917
Lehre als Schlosser in Crailsheim

Gewerkschaftsmitglied

Tätigkeit als Schlosser

Mitglied der KPD

Als Mitarbeiter der Firma Dornier-Metallbau in Friedrichshafen produzierte Daurer 1923 im Betrieb illegal Handgranaten für die KPD. Am 9. Oktober 1924 wird er deshalb vom Reichsgericht in Leipzig wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Durch die Reichsamnestie vom 17. August 1925 wird die Strafe um zwei Jahre verkürzt. Daurer wird am 4. März 1926 entlassen.

1926
Übersiedelung nach Kempten im Allgäu

1928
Besuch von Abendkursen zur Weiterbildung im kaufmännischen Bereich und in der Betriebsführung

Frühjahr 1931
Leiter des Arbeiter-Sport- und Kulturkartells (Arbeiterverein aus Mitgliedern der SPD, KPD und den Gewerkschaften) in Kempten, später im Unterbezirk Allgäu

ab Februar 1931
Arbeitslos

August 1934
Übernahme der Schlosserei seines Schwiegervaters in Crailsheim

Frühjahr 1935
Meisterprüfung bei der Handwerkskammer Heilbronn

September 1939
Daurer wird zur Wehrmacht einberufen, aber auf Anforderung des Stadtbauamts Crailsheim sofort wieder entlassen. Für das Stadtbauamt Crailsheim ist er bei Luftschutzmaßnahmen tätig.

Dezember 1941
Daurer wird erneut zur Wehrmacht einberufen. Er ist bei einer Kraftfahrzeug-Ersatzabteilung in Bamberg tätig.

ab April 1943
Dienstverpflichtet bei der Firma Bosch in Crailsheim

1945
Stellvertretender Bürgermeister von Crailsheim, von der amerikanischen Militärregierung ernannt

Juli 1945
Ernennung zum Landrat des Kreises Crailsheim

1946
Leiter des Arbeitsgerichts zunächst in Schwäbisch Hall, ab 1948 mit Sitz in Crailsheim

1947
Stadtrat, Kreisverordneter und Mitglied des Verwaltungsrats der Kreissparkasse Crailsheim

Literatur

Angerbauer 1996, S. 213.

Weik 2003, S. 30.

Kühnel 2009, S. 9.

Dokumente

Meldebogen zur Entnazifizierung

Im Rahmen der nach 1945 durchgeführten Entnazifizierung musste Daurer - wie jede und jeder Deutsche über 18 Jahren - in einem Meldebogen seine eventuelle Zugehörigkeit zu NS-Organisationen und seine Aktivitäten in der NS-Zeit darlegen. Ziel dieser Maßnahme war es, NS-Täter und belastete Personen zu finden, aus öffentlichen Ämtern und Behörden zu entfernen und gegebenenfalls zur Rechenschaft zu ziehen.