Karl (Ernst) Schneck

Parlament

1920
Landtag des freien Volksstaates Württemberg (USPD, ab 1920 KPD, Wahlkreis Württemberg I Stuttgart, ab 1924 Wahlverband Stuttgart)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD)
Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

nach 1945 -
Geburt 21.04.1886, Hagelloch (Tübingen)
Ehe Emma geb. Zwicky (1909)
Beruf Schreiner, Gewerkschaftsfunktionär, Parteifunktionär
Kinder 3
Konfession Evangelisch, später konfessionslos
Verstorben 03.02.1943, Werch Ulbinka (Kasachstan)

Verfolgung

08.02.1933
Schneck wird am 8. Februar 1933 in Mannheim verhaftet und im Untersuchungsgefängnis in Mannheim in »Schutzhaft« genommen. Am 25. September 1933 in den Konzentrationslagern Heuberg und Kislau überstellt. Im Frühjahr 1934 wird Schneck aus der Haft entlassen.

1935
Um dem Druck des NS-Behörden zu entfliehen, emigriert Schneck 1935 in die Tschechoslowakei. 1938 siedelte er nach Moskau über, wo er für die Internationale Rote Hilfe arbeitete. Nach dem Überfall der deutschen Truppen auf die Sowjetunion geht Schneck 1942 nach Ost-Kasachstan, wo er am 3. Februar 1943 angeblich an »kruppöser Lungenentzündung« stirbt.

Biografie

Sohn eines Gastwirts in Hagelloch

1888
Nach dem frühen Tod des Vaters kommt Schneck ins Waisenhaus nach Tuttlingen.

Lehre zum Schreiner in Altensteig

Wanderschaft als Schreinergeselle

ab 1907
Schreiner in Stuttgart

1908
Mitglied des Holzarbeitervereins

1908
Eintritt in die SPD

1911
Vorsitzender des SPD-Bezirks Stuttgart-West

1911
Vater der ebenfalls verfolgten Abgeordneten Gertrud Leibbrand

1915
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, zuletzt als Unteroffizier

Eintritt in die USPD

1919
Gewerkschaftssekretär in Stuttgart

1920
Eintritt in die KPD

KPD-Parteisekretär in Stuttgart

1920
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag

1924
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag

1924
Schneck wird 1924 wegen seiner Tätigkeit für die KPD vom Reichsgericht Leipzig wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu drei Jahren Haft verurteilt (unter Verletzung seiner Immunität als Landtagsabgeordneter). Anschließend ist Schneck bis 1925 im Gefängnis Hohenasperg inhaftiert.

1926
Politischer Leiter der KPD

1927
Erneute Verhaftung und Entlassung

1927
Organisationsleiter der KPD Württemberg

1932
Organisationsleiter der KPD Baden

Tätigkeit im kommunistischen Widerstand (unter dem Alias »Ernst Feldmann«)

1935
Emigration in die Tschechoslowakei

1938
Übersiedelung nach Moskau

1942
Übersiedelung nach Ost-Kasachstan

Literatur

Röder 1980, 1, S. 656-657.

Edith Höpfner: Stuttgarter Arbeiterbewegung zwischen Republik und Faschismus, Stuttgart 1984, S. 80.

Hermann Weber: »Weisse Flecken« in der Geschichte. Die KPD-Opfer der Stalinschen Säuberungen und ihre Rehabilitierung, Frankfurt am Main 1989, S. 115.

Schröder 1995, S. 728-729.

Schumacher 1995, S. 143.

Raberg 2001, S. 811-812.

Weik 2003, S. 319.

Weber Herbst 2008, S. 535-536.