Karl (Ernst) Schneck

Verfolgung
08.02.1933
Schneck wird am 8. Februar 1933 in Mannheim verhaftet und im Untersuchungsgefängnis in Mannheim in »Schutzhaft« genommen. Am 25. September 1933 in den Konzentrationslagern Heuberg und Kislau überstellt. Im Frühjahr 1934 wird Schneck aus der Haft entlassen.
1935
Um dem Druck des NS-Behörden zu entfliehen, emigriert Schneck 1935 in die Tschechoslowakei. 1938 siedelte er nach Moskau über, wo er für die Internationale Rote Hilfe arbeitete. Nach dem Überfall der deutschen Truppen auf die Sowjetunion geht Schneck 1942 nach Ost-Kasachstan, wo er am 3. Februar 1943 angeblich an »kruppöser Lungenentzündung« stirbt.
Biografie
Sohn eines Gastwirts in Hagelloch
1888
Nach dem frühen Tod des Vaters kommt Schneck ins Waisenhaus nach Tuttlingen.
Lehre zum Schreiner in Altensteig
Wanderschaft als Schreinergeselle
ab 1907
Schreiner in Stuttgart
1908
Mitglied des Holzarbeitervereins
1908
Eintritt in die SPD
1911
Vorsitzender des SPD-Bezirks Stuttgart-West
1911
Vater der ebenfalls verfolgten Abgeordneten Gertrud Leibbrand
1915
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, zuletzt als Unteroffizier
Eintritt in die USPD
1919
Gewerkschaftssekretär in Stuttgart
1920
Eintritt in die KPD
KPD-Parteisekretär in Stuttgart
1920
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag
1924
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag
1924
Schneck wird 1924 wegen seiner Tätigkeit für die KPD vom Reichsgericht Leipzig wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu drei Jahren Haft verurteilt (unter Verletzung seiner Immunität als Landtagsabgeordneter). Anschließend ist Schneck bis 1925 im Gefängnis Hohenasperg inhaftiert.
1926
Politischer Leiter der KPD
1927
Erneute Verhaftung und Entlassung
1927
Organisationsleiter der KPD Württemberg
1932
Organisationsleiter der KPD Baden
Tätigkeit im kommunistischen Widerstand (unter dem Alias »Ernst Feldmann«)
1935
Emigration in die Tschechoslowakei
1938
Übersiedelung nach Moskau
1942
Übersiedelung nach Ost-Kasachstan
Literatur
Röder 1980, 1, S. 656-657.
Edith Höpfner: Stuttgarter Arbeiterbewegung zwischen Republik und Faschismus, Stuttgart 1984, S. 80.
Hermann Weber: »Weisse Flecken« in der Geschichte. Die KPD-Opfer der Stalinschen Säuberungen und ihre Rehabilitierung, Frankfurt am Main 1989, S. 115.
Schröder 1995, S. 728-729.
Schumacher 1995, S. 143.
Raberg 2001, S. 811-812.
Weik 2003, S. 319.
Weber Herbst 2008, S. 535-536.