Karl (Gottlob) Keim

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Parlament

1932
Landtag des freien Volksstaates Württemberg (KPD, Landesliste)

Partei vor 1933 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

nach 1945 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
Geburt 23.07.1899, Obertürkheim (Stuttgart)
Erste Ehe
Mathilde geb. Rüdi (1922)
Zweite Ehe
Barbara Maria geb. Uhl (1949)
Beruf Metallarbeiter
Kinder 2
Konfession Konfessionslos
Verstorben 13.04.1988, Schwäbisch Hall

Verfolgung

Februar 1933
Um einer Verhaftung durch die NS-Behörden zu entgehen, taucht Keim im Februar 1933 unter. Er hält sich in Allensbach sowie in Konstanz versteckt. Im März 1933 flieht Keim in die Schweiz und hält sich illegal in Zürich auf. Dort wird er verhaftet und nach zwei oder drei Monaten Haft nach Frankreich abgeschoben. Nachdem sich Keim eine Woche in Paris aufgehalten hat, geht er im Juni 1933 zurück in die Schweiz nach Basel. Im Juli 1933 kehrt Keim schließlich nach Deutschland zurück und lebt im Kreis Böblingen im Untergrund. Versteckt wird er von Verwandten, Bekannten und dem Besitzer einer Hühnerfarm.

05.12.1933
Bei einem kurzen Aufenthalt in seiner Wohnung in Stuttgart-Obertürkheim wird Keim am 5. Dezember 1933 von der Politischen Polizei Württemberg verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Er wird in den Konzentrationslagern Heuberg und Oberer Kuhberg inhaftiert und am 29. März 1934 aus der Haft entlassen.

26.09.1939
Keim wird am 26. September 1939 nach Beginn des Zweiten Weltkrieges verhaftet und im Konzentrationslager Buchenwald in »Schutzhaft« genommen (Häftlingsnummer 6606). Ab 1943 fungiert Keim dort als »Kapo« des »Lagerschutzes« (Funktionshäftling mit Kontrollaufgaben). Im April 1945 wird Keim in Buchenwald durch Truppen der US-Armee befreit.

Biografie

Volksschule

1917
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1919
Metallarbeiter bei der Blankstahlzieherei Bessey & Sohn in Obertürkheim

Bezirkssekretär der KPD im Unterbezirk Göppingen

1935
Schleifer bei der Bosch GmbH in Stuttgart-Feuerbach

1945
Angestellter der Stuttgarter Rückführungsstelle für politische Gefangene

1947
Vorsitzender der württembergischen Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN)

Tätigkeit als Hilfsarbeiter und Prüfer in einer Maschinenfabrik

1955
Vorzeitiger Ruhestand aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands

Literatur

Walter Bartel (Red.): Buchenwald. Mahnung und Verpflichtung. Dokumente und Berichte, Berlin 1961, S. 499-502.

Angelika Taudte: Die Zerschlagung der Arbeiterbewegung und das Ende der kommunalen Selbstverwaltung, in: Göppingen unterm Hakenkreuz, hrsg. von Karl-Heinz Rueß, Göppingen 1994, S. 48-51.

Schumacher 1995, S. 79.

Markus Kienle: Das Konzentrationslager Heuberg bei Stetten am Kalten Markt, Ulm 1998, S. 172.

Raberg 2001, S. 428.

Weik 2003, S. 314.

Weber Herbst 2008, S. 439.