Leopold (Ferdinand Robert) Rückert

Parlament

1919
Deutsche Nationalversammlung (SPD, Wahlkreis 33 Baden)

1919
Verfassunggebende Landesversammlung der Republik Baden (SPD, Wahlkreis 3 Karlsruhe)

1921
Landtag der Republik Baden (SPD, Wahlkreis 4 Offenburg-Baden, ab 1929 Wahlkreis 12 Rastatt)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 -
Geburt 20.04.1881, Karlsruhe
Ehe Elisabeth geb. Rothfuß (1904)
Beruf Schlosser, Gewerkschaftsfunktionär, Landesminister
Kinder 5
Konfession Evangelisch, später konfessionslos
Verstorben 11.11.1942, Karlsruhe

Verfolgung

März 1933
Rückert wird im März 1933 verhaftet und im Karlsruher Gefängnis in der Riefstahlstraße in »Schutzhaft« genommen. Am 26. Juni 1933 wird er aus der Haft entlassen. Nach seiner Haftentlassung wird Rückert von der Gestapo überwacht.

11.11.1942
Der herzkranke Rückert verstirbt am 11. November 1942 an einem Herzinfarkt. Angeblich war er kurz zuvor von der Gestapo verhört worden. Nach dem Tod Rückerts verhindern die NS-Behörden das Erscheinen von ehrenden Nachrufen.

Biografie

Sohn eines Schlossers

Lehre als Schlosser

Tätigkeit als Schlossergehilfe

März 1905
Hauptamtlicher Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiter-Verbands (DMV) in Karlsruhe

1909
Mitglied des Bürgerausschusses bzw. Stadtverordneter in Karlsruhe

ab 1914
Vorstandsmitglied der Ortskrankenkasse und des Ortskrankenkassen-Verbandes Karlsruhe

November 1918
Badischer Verkehrsminister

April 1919
Badischer Minister für Soziale Fürsorge und Öffentliche Arbeiten

1921
Mitglied des Reichsrats

September 1921
Geschäftsführer des Zentralverbands der Angestellten in Karlsruhe, zugleich Landesvorsitzender der freien Angestelltenverbände Badens

1925
Vorstandsmitglied der SPD-Fraktion im badischen Landtag

1931
Vorsitzender der SPD-Fraktion im badischen Landtag

Juni 1931
Staatsrat in Baden

August 1932
Nach dem Tod des bisherigen Ministers Übernahme der Leitung des badischen Innenministeriums

nach 1933
Tätigkeit als Versicherungsvertreter

Rezeption

2013
»Stolpersteine« (Gedenktafeln) vor seiner letzten Wohnung in der Ettlinger Straße in Karlsruhe und vor der Karlsruher Stadtbibliothek (ehemaliges badisches Ständehaus)

Literatur

Schumacher 1991, S. 475-476.

Schumacher 1995, S. 133.

Frank Raberg: Leopold Rückert (1881-1942), in: Blick in die Geschichte, 1998, 39/40, S. 1.

Gunther Treiber: Leopold Rückert, in: Im Mittelpunkt der Mensch. Parlamentsreden Karlsruher SPD-Abgeordneter, hrsg. von Manfred Koch, Karlsruhe 2001, S. 55-62.

Weik 2003, S. 301.

Frank Raberg: Leopold Rückert, in: Badische Biographien, 6, 2011, S. 334-338.

Michael Kitzing: Leopold Rückert. Sozialdemokrat, badischer Staatsminister und Verteidiger der Weimarer Demokratie, in: Badische Heimat, 91, 2011, 2, S. 305-310.