Theophil Kaufmann

Verfolgung
März 1933
Kaufmann ist Gaugeschäftsführer des Gewerkschaftsbunds der Angestellten. Im März 1933 wird er im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften entlassen. Durch die Entlassung verliert er seine Pensionsansprüche.
1935
Kaufmann lebt in Ettlingen im Hause seines Vaters. Er wird mehrfach wegen Verächtlichmachung des Hitler-Grußes und wegen »defätistischer« Äußerungen angezeigt. Seine Post wird von den NS-Behörden überwacht.
Biografie
Sohn eines evangelisch-freikirchlichen Pastors
Volksschule
Gymnasium in Darmstadt, Pforzheim und Karlsruhe
1905
Kaufmännische Lehre in einer Pforzheimer Schmuckfabrik
1908
Studium der Theologie, Philosophie und Geschichte in Tübingen, Madison, New York und Göttingen
1913
Journalist in Göttingen und Hannover
1916
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg bzw. Militärdienst als vereidigter Gerichtsschreiber und Unteroffizier des Landsturms
1919
Abteilungsleiter des Arbeitsamts Niedersachsen
1921
Angestellter des Gewerkschaftsbunds der Angestellten, zunächst Geschäftsführer für den Bezirk Hannover, ab 1927 Gaugeschäftsführer für Norddeutschland in Bremen
1924
Eintritt in die DDP
1925
Mitglied der Bremischen Bürgerschaft
1928
Mitglied der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg
1935
Übersiedelung nach Ettlingen in das Haus seines Vaters, dort Obst- und Gemüseanbau sowie Betrieb einer kleinen Geflügelzucht
1945
Mitbegründer der CDU in Karlsruhe
1946
Bürgermeister von Ettlingen
1946
Mitglied des Kreistags
1947
Mitglied des Wirtschaftsrats der Bizone
1951
Referent im Auswärtigen Amt
1954
Generalkonsul in Basel
Rezeption
1958
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Literatur
Alfred Kube, Thomas Schnabel: Südwestdeutschland und die Entstehung des Grundgesetzes, Villingen-Schwenningen 1989, S. 27-28, 90-98, 104, 107, 129.
Weik 2003, S. 74.
Günter Buchstab: Theophil Kaufmann, in: In Verantwortung vor Gott und den Menschen. Christliche Demokraten im Parlamentarischen Rat 1948/49, hrsg. von Günter Buchstab, Hans Otto Kleinmann, Freiburg, Basel, Wien 2008, S. 193-206.
Günter Buchstab: Theophil Kaufmann, in: Baden-Württembergische Biographien, 5, 2013, S. 213-217.