Theophil Kaufmann

Parlament

1946
Verfassungsgebende Landesversammlung Württemberg-Baden (CDU, Wahlkreis 2 Karlsruhe)

1948
Parlamentarischer Rat (CDU, Württemberg-Baden)

Partei vor 1933 Deutsche Demokratische Partei (DDP)

nach 1945 Badische Christlich-Soziale Volkspartei (BCSV)
Geburt 15.12.1888, Frankfurt am Main
Ehe Unverheiratet
Beruf Journalist, Gewerkschaftsfunktionär, Bürgermeister, Generalkonsul
Kinder Kinderlos
Konfession Evangelisch
Verstorben 22.08.1961, Ettlingen

Verfolgung

März 1933
Kaufmann ist Gaugeschäftsführer des Gewerkschaftsbunds der Angestellten. Im März 1933 wird er im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften entlassen. Durch die Entlassung verliert er seine Pensionsansprüche.

1935
Kaufmann lebt in Ettlingen im Hause seines Vaters. Er wird mehrfach wegen Verächtlichmachung des Hitler-Grußes und wegen »defätistischer« Äußerungen angezeigt. Seine Post wird von den NS-Behörden überwacht.

Biografie

Sohn eines evangelisch-freikirchlichen Pastors

Volksschule

Gymnasium in Darmstadt, Pforzheim und Karlsruhe

1905
Kaufmännische Lehre in einer Pforzheimer Schmuckfabrik

1908
Studium der Theologie, Philosophie und Geschichte in Tübingen, Madison, New York und Göttingen

1913
Journalist in Göttingen und Hannover

1916
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg bzw. Militärdienst als vereidigter Gerichtsschreiber und Unteroffizier des Landsturms

1919
Abteilungsleiter des Arbeitsamts Niedersachsen

1921
Angestellter des Gewerkschaftsbunds der Angestellten, zunächst Geschäftsführer für den Bezirk Hannover, ab 1927 Gaugeschäftsführer für Norddeutschland in Bremen

1924
Eintritt in die DDP

1925
Mitglied der Bremischen Bürgerschaft

1928
Mitglied der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg

1935
Übersiedelung nach Ettlingen in das Haus seines Vaters, dort Obst- und Gemüseanbau sowie Betrieb einer kleinen Geflügelzucht

1945
Mitbegründer der CDU in Karlsruhe

1946
Bürgermeister von Ettlingen

1946
Mitglied des Kreistags

1947
Mitglied des Wirtschaftsrats der Bizone

1951
Referent im Auswärtigen Amt

1954
Generalkonsul in Basel

Rezeption

1958
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Literatur

Alfred Kube, Thomas Schnabel: Südwestdeutschland und die Entstehung des Grundgesetzes, Villingen-Schwenningen 1989, S. 27-28, 90-98, 104, 107, 129.

Weik 2003, S. 74.

Günter Buchstab: Theophil Kaufmann, in: In Verantwortung vor Gott und den Menschen. Christliche Demokraten im Parlamentarischen Rat 1948/49, hrsg. von Günter Buchstab, Hans Otto Kleinmann, Freiburg, Basel, Wien 2008, S. 193-206.

Günter Buchstab: Theophil Kaufmann, in: Baden-Württembergische Biographien, 5, 2013, S. 213-217.