Wilhelm Weigold
Verfolgung
07.03.1933
Weigold wird am 7. März 1933 um 5 Uhr morgens verhaftet und im Amtsgefängnis Ravensburg in »Schutzhaft« genommen. Von dort wird er in das Konzentrationslager Heuberg überstellt. Ab 1. Mai 1933 befindet sich Weigold im Frauengefängnis Ulm in Einzelhaft. Am 10. November 1933 bringen die NS-Behörden Weigold erneut in das Konzentrationslager Heuberg, von wo aus er am 24. Dezember 1933 in das Konzentrationslager Oberer Kuhberg überstellt wird. Dort wird Weigold am 1. Oktober 1934 aus der Haft entlassen.
16.07.1933
Weigolds Ehefrau Emilie (geb. Vogel) wird am 16. Juli 1933 verhaftet und im Ravensburger Amtsgerichtsgefängnis in Untersuchungshaft genommen. Sie wird verdächtigt, für die illegale Rote Hilfe tätig gewesen zu sein. Am 21. August 1933 wird Emilie Weigold aus der Haft entlassen.
Ende 1934
Nach seiner Entlassung aus der Haft weigert sich das Arbeitsamt Ravensburg, Weigold als arbeitssuchend zu vermitteln. Er ist deshalb gezwungen, Gelegenheitsarbeiten zu verrichten.
Biografie
Volksschule
Lehre und Tätigkeit als Schlosser
Wohnhaft in Ravensburg, dort städtischer Angestellter
Wohnhaft in Augsburg
1931
Übersiedelung nach Ravensburg, dort Kreisvorsitzender der KPD
Januar 1935
Inspektor für die Versicherungsgesellschaft Deutscher Herold
Januar 1936
Tätigkeit bei Schlossermeister E. Dietrich in Friedrichshafen
Oktober 1937
Tätigkeit bei der Mechanischen Drahtflechterei und Schlosserei A. Kirchmeier in Ravensburg
November 1940
Dienstverpflichtet bei der Firma Beck van Gessel in Ravensburg
Februar 1941
Dienstverpflichtet bei der Technischen Nothilfe
August 1945
Mitarbeit im Ausschuss zum Zweck der politischen Reinigung des Kreises Ravensburg
Dezember 1945
Mitglied des städtischen Beirats in Ravensburg
Rezeption
2015
Namensnennung auf einer Gedenktafel für elf politisch verfolgte Kommunalpolitiker im Rathaus von Ravensburg
Literatur
Breucker, Dorothee: Emilie Weigold. Eine Frau im Widerstand gegen die Nazis, in: Schwäbische Zeitung, Nr. 163, 19. Juli 1993.
Dorothee Breucker, Gesa Ingendahl: Blickwinkel. Leben und Arbeit von Frauen in Ravensburg, Tübingen, Stuttgart 1993, S. 157-158.
Peter Eitel (Hrsg.): Ravensburg im Dritten Reich. Beiträge zur Geschichte der Stadt, Ravensburg 1998, S. 129, 417-419, 436, 446.
Weik 2003, S. 156.
Kühnel 2009, S. 38.