Özdemir: «Keine Freiheit den Feinden der Freiheit»

Nach der Gewalttat in Berlin findet Cem Özdemir deutliche Worte. (Archivbild)
Christoph Schmidt/dpa
Nach dem tödlichen Angriff am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) den Angehörigen sein Mitgefühl ausgesprochen. Der islamistische Terroranschlag sei entsetzlich, schrieb Özdemir auf Instagram. Sein Mitgefühl gelte den Opfern und Angehörigen. Man sei aber auch verpflichtet, darauf nicht nur mit Beileid zu reagieren. «Denn der Staat muss Sicherheit im öffentlichen Raum gewährleisten, auch mit robusten Mitteln.»
Der CSD sei ein Fest der Lebensfreude und der Solidarität, schreibt Özdemir weiter. «Immer wieder versuchen Islamisten, den Stolz von LGBTTIQ+ mit Terror zu brechen». Diesen Angriffen stelle man sich entschieden entgegen. Denn für ihn gelte: «Keine Freiheit den Feinden der Freiheit». LGBTTIQ+ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Transsexuelle, Intersexuelle und Queers. Das Plus steht für weitere Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen.
Özdemir: Wir stehen zusammen
Das Land gehöre den Bürgerinnen und Bürgern - in Parks, auf Bahnhöfen, auf Festivals, auf jeder Straße, an jedem Ort, jederzeit. Terroristen wollte uns mit Angst überfluten und diese Räume nehmen. «Es wird ihnen nicht gelingen. Wir stehen zusammen, jetzt erst recht.» Özdemir postete auch einen schreitenden Löwen - eines der Wappentiere des Bundeslandes - in Regenbogenfarben.
Der CSD in Berlin wurde am Samstagabend abgebrochen, nachdem ein Van am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war. Bei der Attacke, bei der der mutmaßliche Täter auch eine Art Machete einsetzte, kam nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Frau ums Leben, 29 Menschen wurden teils schwerst verletzt. Die Ermittler gehen demnach von einem islamistischen Terroranschlag aus. Nach dem 21 Jahre alten Verdächtigen wird bundesweit gefahndet.
© dpa-infocom, dpa:260726-930-441244/1