Von sechs auf sieben: Lipowitz sieht Platzverlust gelassen

Die Radprofis bei der 113. Tour de France.

Florian Lipowitz saß ganz entspannt auf seiner Rennmaschine unter dem Sonnendach des Teambusses und schrieb noch einige Autogramme bei seinem gefühlten Heimspiel. Der deutsche Rad-Star konnte vor dem harten Kletterwochenende der zweiten Woche bei der Tour de France, flankiert von vielen deutschen Fans, ein leichtes Abrutschen in der Gesamtwertung locker verschmerzen.

Lipowitz freute sich vielmehr über die deutsche Unterstützung neben der Strecke. «Heute waren schon wahnsinnig viele deutsche Fans da. Das motiviert natürlich und freut einen auch», sagte er.

Bei der längsten Etappe der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt unweit der Grenze zu Deutschland verlor der 25-Jährige den sechsten Gesamtrang und ist nun Siebter. Der Brite Tom Pidcock hatte sich einer XXL-Fluchtgruppe angeschlossen und schaffte es, die knapp sieben Minuten auf Lipowitz gutzumachen.

Pidcock klettert nach oben

«Natürlich war es für uns nicht optimal, dass Pidcock mit dabei war», sagte Lipowitz. Aber es würden noch «super harte Etappen» kommen. «Der hat sicher auch heute ein paar Körner liegen lassen müssen», meinte der Tour-Dritte des vergangenen Jahres. Denn bei den kommenden Gebirgsetappen sollte Lipowitz im Vergleich zu Pidcock die besseren Karten haben.

Der 26 Jahre alte Pidcock ist einer der Gewinner des Tages und nun Vierter hinter dem weiterhin Gesamtführenden Tadej Pogacar mit einem Abstand von 4:15 Minuten auf den Slowenen. Er war vor der Etappe Zehnter. Jonas Vingegaard hat als Zweiter 3:36 Minuten Rückstand auf Pogacar, Lipowitz-Teamkollege Remco Evenepoel als Dritter etwas mehr als vier Minuten. 

Schmid strahlt nach Tagessieg

Die längste Etappe der diesjährigen Tour gewann Mauro Schmid. Der 26 Jahre alte Schweizer feierte in der Nähe der Grenze zu Deutschland nach 205,8 Kilometern zwischen Dole und Belfort seinen ersten Etappensieg bei der Frankreich-Rundfahrt. Er gewann im Sprint vor Harold Tejada aus Kolumbien. Pidcock wurde Dritter und wirbelte damit die Wertung etwas durcheinander.

«Ich kann es gerade nicht glauben. Es war ein sehr harter Tag», sagte der strahlende Schmid über seinen größten Karriereerfolg. Der Plan sei gewesen, in die Fluchtgruppe zu kommen. «Wir haben es in den vergangenen Wochen schon oft probiert», sagte er. Diesmal wurde er belohnt.

Zimmermann tritt Flucht an

Zunächst startete der Tag mit einer anderen Gruppe: Georg Zimmermann ließ sich den Sturz am Mittwoch nicht mehr anmerken, als er sich kurze Zeit nach dem Start der Spitzengruppe anschloss - darin waren noch vier andere Fahrer neben dem Augsburger vertreten. Ein Pflaster auf dem Kinn des 28-Jährigen zeugte von dem Sturz, den der Profi ohne große Verletzungen überstanden hatte. Doch schon nach knapp 25 Kilometern stoppten die Profis im Hauptfeld das Treiben der Gruppe. 

Die ersten 150 Kilometer blieben größtenteils flach. Erst dann ging es etwas bergauf, ehe mit dem Anstieg zum Ballon d'Alsace im letzten Rennfünftel eine knifflige Herausforderung wartete - eine Rampe der ersten Kategorie mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,9 Prozent auf knapp neun Kilometern.

Vor der einzigen echten Herausforderung des Tages formten sich aus zwei größeren Fluchtgruppen eine riesige mit ordentlich Abstand zum Hauptfeld. Und die Gruppe vergrößerte den Vorsprung auf das Hauptfeld um Lipowitz und Co. immer weiter. 

Samstag wieder viele deutsche Fans dabei

Am Wochenende stehen zwei harte Gebirgsherausforderungen an. Los geht es mit der 14. Etappe in den Vogesen nahe der Grenze zu Deutschland. Auch hier werden einige Fans mit schwarz-rot-goldenen Fahnen die Fahrer anspornen. Auf dem Teilstück mit 3.800 Höhenmetern warten am Samstag gleich drei Berge der ersten und einer der zweiten Kategorie.

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