Albert Pflüger

Verfolgung
17.03.1933
Pflüger ist Oberregierungsrat im württembergischen Wirtschaftsministerium in Stuttgart. Am 17. März 1933 wird er aus politischen Gründen zunächst für drei Monate suspendiert. Am 17. April 1933 erfolgt seine Entlassung auf der Grundlage des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.
13.06.1933
Pflüger wird am 13. Juni 1933 verhaftet und vorübergehend in »Schutzhaft« genommen. Zunächst ist er im Polizeigefängnis Stuttgart, später im Konzentrationslager Heuberg inhaftiert.
22.08.1944
Pflüger wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Konzentrationslager Dachau (Häftlingsnummer 93048) in »Schutzhaft« genommen. Am 23. November 1944 wird Pflüger aus der Haft entlassen.
Biografie
Sohn eines Schreiners
1886
Volksschule in Dettingen
1893
Lehre als Schriftsetzer in Kirchheim, anschließend Wanderschaft, unter anderem in Baden
Mitglied der SPD und der Buchdruckergewerkschaft
ab 1904
Tätigkeit im Landessekretariat der SPD
1905
Mitglied des Bürgerausschusses Stuttgart
1908
Redakteur der SPD-Zeitung »Schwäbische Tagwacht« in Stuttgart
1914
Mitglied der württembergischen Landstände
1919
Leiter des Landesbrennstoffamtes in Stuttgart
Juli 1922
Regierungsrat im württembergischen Arbeits- und Ernährungsministerium
1928
Präsident des württembergischen Landtags
April 1930
Oberregierungsrat im württembergischen Wirtschaftsministerium
ab 1933
Nach seiner Entlassung als Oberregierungsrat Tätigkeit als Gelegenheitsarbeiter, Versicherungsvertreter und Erntehelfer
1945
Präsident des Landesgewerbeamtes, ab Januar 1946 im Range eines Ministerialrates
Rezeption
1929
Ehrenbürger der Technischen Hochschule Stuttgart
1951
Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1954
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Literatur
Emil Obermann (Bearb.): Obertürkheimer Ortsgeschichte, Stuttgart-Obertürkheim 1990, S. 286-287.
Schumacher 1995, S. 119.
Frank Raberg: Albert Pflüger. Parlamentarier zwischen Monarchie und Bundesrepublik, in: Schwäbische Heimat, 47, 1996, S. 135-147.
Mittag 1997, S. 177.
Frank Raberg: Albert Pflüger, in: Baden-Württembergische Biographien, 2, 1999, S. 349-352.
Raberg 2001, S. 664-666.
Weik 2003, S. 111.