August Renz

Parlament

1928
Landtag des freien Volksstaates Württemberg (Zentrumspartei, Wahlverband Ehingen-Laupheim, ab 1933 Landesliste)

Partei vor 1933 Deutsche Zentrumspartei

nach 1945 -
Geburt 17.09.1885, Heufelden (Ehingen)
Ehe Berta geb. Steinle (1890)
Beruf Landwirt, Bürgermeister
Kinder 4
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 20.08.1954, Ehingen (Donau)

Verfolgung

01.04.1935
Renz ist ab 1. April 1935 Mitglied des SA-Reitersturms. Ab dem 1. April 1936 dient er dort als Scharführer. Nach dem Ende der NS-Diktatur beteuert Renz, er sei nur zum Schein in den SA-Reitersturm eingetreten, »um unsere Jungbauern des Kreises einigermaßen in der Hand zu behalten und sie vor der SS zu schützen und nicht dem NS auszuliefern«. Ferner gab Renz an, er sei am 17. Januar 1937 »als Schwarzer und Nazigegner« aus dem SA-Reitersturm ausgeschlossen worden.

07.08.1939
Renz ist Bürgermeister von Heufelden. Am 7. August 1939 beschwert sich die NSDAP-Kreisleitung beim Landrat von Ehingen über Renz. Die Kreisleitung wirft Renz vor, er habe sich bei einem Ausflug der NS-Organisation »Kraft durch Freude« »verächtlich über Partei und die SA ausgedrückt«. Die Kreisleitung drängt in diesem Zusammenhang auf die Absetzung von Renz.

14.01.1944
Der NSDAP-Kreisleiter Kienzle sendet am 14. Januar 1944 eine politische Beurteilung über Renz an die Gestapo Ulm. Darin heißt es, Renz sei »politisch unzuverlässig«, er verberge seine wahre Gesinnung und müsse »als Gegner der Bewegung angesehen werden«.

23.08.1944
Renz wird am 23. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Am 7. September 1944 wird er aus der Haft entlassen.

Oktober 1944
Renz tritt im Oktober 1944 als Bürgermeister von Heufelden zurück. Unklar ist, ob der Gesundheitszustand von Renz oder der Druck der NS-Behörden der Grund für den Rücktritt ist.

Biografie

Sohn eines Landwirts und Schultheißen

Volksschule

Landwirt in Heufelden

ab 1910
Mitglied der Amtsversammlung Ehingen

1912
Schultheiß und Bürgermeister von Heufelden

ab 1929
Bezirksrat von Ehingen

Mai 1945
Landrat des Landkreises Ehingen, von der Militärregierung kommissarisch eingesetzt

1946
Bürgermeister von Heufelden

Literatur

Der Tod riß eine schmerzliche Lücke, in: Donau Zeitung, 23. August 1954.

Am Grabe von Bürgermeister a. D. Renz, in: Schwäbische Zeitung, 25. August 1954.

Bürgermeister Renz zur letzten Ruhe gebettet, in: Donau Zeitung, 25. August 1954.

Angerbauer 1996, S. 459.

Raberg 2001, S. 716.

Weik 2003, S. 318.

Dokumente

Schreiben der NSDAP-Kreisleitung Ehingen

Die NSDAP-Kreisleitung Ehingen schickte am 14. Januar 1944 eine politische Beurteilung von Renz an die Gestapo Ulm. Der konkrete Anlass des Schreibens ist nicht bekannt.