David Stetter

Parlament

1946
Verfassungsgebende Landesversammlung Württemberg-Baden (SPD, Wahlkreis 1 Stuttgart)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 17.02.1882, Wain
Ehe Anna Katharina geb. Hermann (1907)
Beruf Monteur, Gewerkschaftsfunktionär, Buchhändler, Landesminister
Kinder 2
Konfession Evangelisch
Verstorben 27.09.1963, Stuttgart

Verfolgung

02.05.1933
Stetter wird am 2. Mai 1933 in Berlin verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Am 10. Mai 1933 wird er aus der Haft entlassen.

22.06.1933
Stetter ist Sekretär des Gesamtverbands der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs in Berlin. Am 22. Juni 1933 wird er aus politischen Gründen aus dieser Stellung entlassen.

15.12.1938
Nach seiner Entlassung als Gewerkschaftssekretär betreibt Stetter mit seinem Sohn Hans Otto Stetter in Stuttgart einen Buch- und Zeitschriftenvertrieb. Vermutlich in diesem Zusammenhang durchsuchen die NS-Behörden am 15. Dezember 1938 Stetters Wohnung in Stuttgart und beschlagnahmen Bücher und andere Schriftstücke. Stetter wird kurz darauf am 23. Dezember 1938 (vermutlich zusammen mit seinem Sohn Hans Otto) verhaftet und im Polizeigefängnis Welzheim in »Schutzhaft« genommen. Am 5. Januar 1939 wird Stetter aus der Haft entlassen.

Biografie

Sohn eines Kleinbauern und Bruder des ebenfalls verfolgten Abgeordneten Johannes Stetter

1889
Volksschule in Wain

Während der Schulzeit und danach Tätigkeit als Hütejunge und Knecht

1901
Übersiedelung nach Stuttgart, dort Haus- und Pferdeknecht

1902
Militärdienst in Ludwigsburg

1905
Eintritt in die SPD

1906
Hilfsmonteur im Gaswerk Stuttgart

1913
Vorsitzender der SPD Stuttgart und Mitglied des Bürgerausschusses, ab 1917 des Gemeinderats in Stuttgart

1913
Geschäftsführer und württembergischer Bezirksleiter des Gemeinde- und Staatsarbeiterverbands (GStV) in Stuttgart

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

Januar 1919
Mitglied der Sozialisierungskommission des Arbeiterrats in Stuttgart

ab 1920
Hauptvorstandsmitglied und Reichsabteilungsleiter beim GStV in Berlin

Mitglied des Seewasser- und des Märkischen Wasserstraßenbeirats

nach 1933
Mit seinem Sohn Hans Otto gründet und betreibt Stetter eine Buchhandlung und einen Zeitschriftenvertrieb in Stuttgart.

Herbst 1944
Dienstverpflichtet zu Schanzarbeiten im Elsass

ab 1945
Tätigkeit im Wirtschaftsministerium Württemberg-Baden

1945
Präsident des Württembergischen Sängerbunds

Juli 1945
Landesschlichter in Württemberg-Baden

Oktober 1945
Leiter der Abteilung Arbeit und Sozialpolitik im Wirtschaftsministerium Württemberg-Baden

05.12.1945
Ministerialdirektor im ArbeitsministeriumWürttemberg-Baden, ab 24. Juli 1948 geschäftsführender Arbeitsminister

11.01.1951
Arbeitsminister von Württemberg-Baden

1952
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Mensch und Arbeit, später Ehrenvorsitzender

Rezeption

1952
Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1962
Verfassungsmedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg

Literatur

David Stetter, in: Munzinger Internationales Biographisches Archiv, 51, 1952, 8. Dezember 1952.

David Stetter, Ein Leben für die Sozialpolitik, in: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, 7, 16. Februar 1957.

Durch harte Arbeit zum Arbeitsminister, in: Stuttgarter Zeitung, 16. Februar 1962.

David Stetter, in: Arbeits- und Sozialrecht. Mitteilungsblatt des Arbeitsministeriums Baden-Württemberg, 12, 1963, 10.

Hermann Vietzen (Hrsg.): Chronik der Stadt Stuttgart 1945-1948, Stuttgart 1972, 133, 135, 207, 218, 536.

Hartwig Abraham: David Stetter. Vom Hütejungen zum ArbeitsministerVerfasser, in: Heimatkundliche Blätter für den Kreis Biberach, 13, 1990, 2, S. 36-41.

Klaus Eisele: Die »Aktion Goerdeler«. Mitverschwörer des 20. Juli 1944 im deutschen Südwesten. Biographische Skizzen, in: Der 20. Juli 1944 in Baden und Württemberg. Portraits des Widerstands, hrsg. von Rudolf Lill, Michael Kißener, Düsseldorf 1994, S. 196-197.

Frank Raberg: David Stetter, in: Baden-Württembergische Biographien, 3, 2002, S. 396-398.

Weik 2003, S. 145.

Kühnel 2009, S. 29.

Dokumente

Entlassungs-Ausweis für David Stetter

Stetter wurde auf Erlass des Geheimen Staatspolizeiamts Berlin am 5. Januar 1939 aus der »Schutzhaft« im Polizeigefängnis Welzheim entlassen.