David Stetter

Verfolgung
02.05.1933
Stetter wird am 2. Mai 1933 in Berlin verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Am 10. Mai 1933 wird er aus der Haft entlassen.
22.06.1933
Stetter ist Sekretär des Gesamtverbands der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs in Berlin. Am 22. Juni 1933 wird er aus politischen Gründen aus dieser Stellung entlassen.
15.12.1938
Nach seiner Entlassung als Gewerkschaftssekretär betreibt Stetter mit seinem Sohn Hans Otto Stetter in Stuttgart einen Buch- und Zeitschriftenvertrieb. Vermutlich in diesem Zusammenhang durchsuchen die NS-Behörden am 15. Dezember 1938 Stetters Wohnung in Stuttgart und beschlagnahmen Bücher und andere Schriftstücke. Stetter wird kurz darauf am 23. Dezember 1938 (vermutlich zusammen mit seinem Sohn Hans Otto) verhaftet und im Polizeigefängnis Welzheim in »Schutzhaft« genommen. Am 5. Januar 1939 wird Stetter aus der Haft entlassen.
Biografie
Sohn eines Kleinbauern und Bruder des ebenfalls verfolgten Abgeordneten Johannes Stetter
1889
Volksschule in Wain
Während der Schulzeit und danach Tätigkeit als Hütejunge und Knecht
1901
Übersiedelung nach Stuttgart, dort Haus- und Pferdeknecht
1902
Militärdienst in Ludwigsburg
1905
Eintritt in die SPD
1906
Hilfsmonteur im Gaswerk Stuttgart
1913
Vorsitzender der SPD Stuttgart und Mitglied des Bürgerausschusses, ab 1917 des Gemeinderats in Stuttgart
1913
Geschäftsführer und württembergischer Bezirksleiter des Gemeinde- und Staatsarbeiterverbands (GStV) in Stuttgart
1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
Januar 1919
Mitglied der Sozialisierungskommission des Arbeiterrats in Stuttgart
ab 1920
Hauptvorstandsmitglied und Reichsabteilungsleiter beim GStV in Berlin
Mitglied des Seewasser- und des Märkischen Wasserstraßenbeirats
nach 1933
Mit seinem Sohn Hans Otto gründet und betreibt Stetter eine Buchhandlung und einen Zeitschriftenvertrieb in Stuttgart.
Herbst 1944
Dienstverpflichtet zu Schanzarbeiten im Elsass
ab 1945
Tätigkeit im Wirtschaftsministerium Württemberg-Baden
1945
Präsident des Württembergischen Sängerbunds
Juli 1945
Landesschlichter in Württemberg-Baden
Oktober 1945
Leiter der Abteilung Arbeit und Sozialpolitik im Wirtschaftsministerium Württemberg-Baden
05.12.1945
Ministerialdirektor im ArbeitsministeriumWürttemberg-Baden, ab 24. Juli 1948 geschäftsführender Arbeitsminister
11.01.1951
Arbeitsminister von Württemberg-Baden
1952
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Mensch und Arbeit, später Ehrenvorsitzender
Rezeption
1952
Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1962
Verfassungsmedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg
Literatur
David Stetter, in: Munzinger Internationales Biographisches Archiv, 51, 1952, 8. Dezember 1952.
David Stetter, Ein Leben für die Sozialpolitik, in: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, 7, 16. Februar 1957.
Durch harte Arbeit zum Arbeitsminister, in: Stuttgarter Zeitung, 16. Februar 1962.
David Stetter, in: Arbeits- und Sozialrecht. Mitteilungsblatt des Arbeitsministeriums Baden-Württemberg, 12, 1963, 10.
Hermann Vietzen (Hrsg.): Chronik der Stadt Stuttgart 1945-1948, Stuttgart 1972, 133, 135, 207, 218, 536.
Hartwig Abraham: David Stetter. Vom Hütejungen zum ArbeitsministerVerfasser, in: Heimatkundliche Blätter für den Kreis Biberach, 13, 1990, 2, S. 36-41.
Klaus Eisele: Die »Aktion Goerdeler«. Mitverschwörer des 20. Juli 1944 im deutschen Südwesten. Biographische Skizzen, in: Der 20. Juli 1944 in Baden und Württemberg. Portraits des Widerstands, hrsg. von Rudolf Lill, Michael Kißener, Düsseldorf 1994, S. 196-197.
Frank Raberg: David Stetter, in: Baden-Württembergische Biographien, 3, 2002, S. 396-398.
Weik 2003, S. 145.
Kühnel 2009, S. 29.