Else Berkmann

Parlament

1960
Landtag Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Stuttgart I)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 31.03.1904, Itzehoe
Ehe Kurt Berkmann (1936)
Beruf Kontoristin
Kinder Kinderlos
Konfession Konfessionslos
Verstorben 30.11.2001, Stuttgart

Verfolgung

April 1933
Berkmanns Lebensgefährte und späterer Ehemann, Kurt Berkmann, arbeitet in der Abteilung Gartenwesen der Hamburger Baubehörde. Im April 1933 wird er aus politischen Gründen entlassen.

16.06.1933
Berkmann nimmt am 15. Juni 1933 zusammen mit ihrem späteren Ehemann, Kurt Berkmann, in Hamburg an der sogenannten »Echo-Versammlung« teil, bei der sich Mitglieder der Hamburger SPD im Redaktionsgebäude der Hamburger SPD-Zeitung »Echo« treffen, um die politische Lage und die drohende Übernahme des »Echo« durch das NS-Regime zu besprechen. Am zweiten Versammlungstag, dem 16. Juni 1933, werden die Teilnehmer der Versammlung von den NS-Behörden verhaftet. Else Berkmann wird verhört und anschließend wieder freigelassen. Kurt Berkmann wird im Konzentrationslager Hamburg-Fuhlsbüttel inhaftiert. Dort wird er am 22. Juli 1933 aus der Haft entlassen. Bis 1934 steht Kurt Berkmann unter Polizeiaufsicht.

17.06.1933
Nach ihrer Verhaftung im Zuge der »Echo-Versammlung« wird Berkmanns Wohnung am 17. Juni 1933 von den NS-Behörden durchsucht. Ein Teil ihrer Bücher wird beschlagnahmt.

30.09.1933
Berkmann arbeitet als Kontoristin in der Kakao- und Schokoladenfabrik der Deutschen Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Consumvereine (GEG) in Hamburg. Am 30. September 1933 wird sie aus politischen Gründen entlassen.

Biografie

Volksschule

Staatliche Haushaltsschule

Private Handelsschule

1923
Eintritt in die SPD

1924
Angestellte im SPD-Parteibüro Hamburg-Altona

Juli 1925
Tätigkeit als Kontoristin in der Kakao- und Schokoladenfabrik der Deutschen Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Consumvereine (GEG) in Hamburg

1933
Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft

ab September 1933
Arbeitslosigkeit und geringe Verdienstmöglichkeiten

Februar 1944
Umzug nach Tübingen

nach 1945
Mitbegründerin der SPD in Württemberg-Hohenzollern

1950
Leiterin der Volkshochschule Tübingen

1952
Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Tübinger Staatsbürgerinnen

1953
Umzug nach Stuttgart

1957
Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft »Der Bürger im Staat« (Vorgängerorganisation der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg)

1969
Mitbegründerin des Landesfrauenrats Baden-Württemberg

Mitglied des Landeskuratoriums Unteilbares Deutschland

Rezeption

1975
Ehrenvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen

Literatur

Bea Dörr, Ulla Siebert: Wer sich engagiert, verändert! Die Geschichte des Landesfrauenrates Baden-Württemberg, Tübingen 1997, S. 186.

Weik 2003, S. 20.

Frank Raberg: Else Berkmann (1904-2001), in: Momente. Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg, 1, 2004, S. 25.

Hochreuther 2012, S. 127-128.