Friedrich Graf

Verfolgung
1933
Graf ist als Blechner und Installateur tätig und betreibt in Achern ein Geschäft für Blechnerei- und Sanitärprodukte. Aus politischen Gründen erhält er ab 1933 keine Aufträge mehr von der Stadt Achern. Außerdem verweigert ihm der Vorschussverein Achern (die spätere Volksbank Achern) 1933 aus politischen Gründen eine Stundung seiner Schulden. Graf muss daher seinen Warenbestand kurzfristig unter Wert verkaufen und in der Folge Konkurs anmelden.
22.08.1944
Graf wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« vorübergehend in »Schutzhaft« genommen. Zunächst ist er im Gefängnis in Achern inhaftiert, ab dem 26. August 1944 befindet er sich im Gefängnis in Karlsruhe. Am 30. August 1944 wird er aus der Haft entlassen.
Biografie
1886
Volksschule
1889
Höhere Bürgerschule
1894
Gewerbeschule
1894
Lehre im Blechner- und Installateurhandwerk
1897
Wanderschaft als Blechner
1899
Höhere Fachschule für Blechindustrie in Aue (Sachsen)
1901
Qualifikation als Blechnermeister
ab 1902
Selbstständiger Blechner mit eigenem Ladengeschäft
ab 1906
Gemeindeverordneter in Achern
1909
Präsident des Verbandes badischer Geflügelzuchtvereine
1915
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
1918
Mitglied des Kreistags im Landkreis Bühl
1922
Bezirksrat
ab 1922
Kommandant der freiwilligen Feuerwehr Achern
Vorsitzender der Allgemeinen Ortskrankenkasse Achern
Mitglied des katholischen Stiftungsrates und des Gewerbeschulrates in Achern
Vorsitzender des badischen Vereins für Kleintierzucht, Garten- und Obstbau
ab 1924
Mitglied der Handwerkskammer in Karlsruhe
1926
Übernahme des väterlichen Blechnerei- und Sanitärgeschäfts
1945
Mitglied des Stadtrats in Achern
1946
Kreisrat
Beirat der Industrie- und Handelskammer Baden-Baden
Literatur
Feuchte 1999, S. 58.
Weik 2003, S. 52, 294.
Dokumente
Schreiben des Konkursverwalters Hans Engler an Friedrich Graf
Der Vorschussverein Achern (die spätere Volksbank Achern) verweigerte Graf 1933 eine Stundung seiner Schulden. Grafs Blechnereigeschäft musste in der Folge Konkurs anmelden. 1946 bestätigte der damalige Konkursverwalter, dass das damalige Verhalten des Vorschussvereins seiner Meinung nach politisch motiviert war.