Friedrich (Wilhelm) Maier

Parlament

1946
Beratende Landesversammlung Baden (SPD)

1947
Landtag Baden (SPD, Wahlkreis 9 Offenburg-Lahr)

1948
Parlamentarischer Rat (SPD, Baden)

1949
Deutscher Bundestag (SPD, Landesliste)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 29.12.1894, Karlsruhe
Ehe Marie geb. Spillner (1919)
Beruf Lehrer
Kinder 2
Konfession Evangelisch, später freireligiös
Verstorben 14.12.1960, Freiburg im Breisgau

Verfolgung

Sommer 1933
Maier ist Lehrer in Mannheim. Im Sommer 1933 stellt die Mannheimer NSDAP-Kreisleitung den Antrag, Maier auf Grundlage des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zu entlassen. Weil Maier ehemaliger Freiwilliger des Ersten Weltkrieges ist, kann er seine Stellung behalten. Trotzdem wird er benachteiligt: Ihm wird das Unterrichten in sogenannten »Gesinnungsfächern« wie Geschichte untersagt, er muss seine Sprachklasse aufgeben, er darf nur untere Klassen unterrichten, er darf sich nicht um eine Stellung im Grenzgebiet bewerben.

1938
Maier, dessen Mutter Schweizerin ist, ist in Mannheim mit dem Schweizer Konsul Max Kunz befreundet. Dieser nutzt seinen politischen Einfluss, um Maier vor politischer Verfolgung zu schützen. Als der Konsul 1938 in die Schweiz zurückkehrt, beantragt Maier seine Versetzung, um sich dem direkten Einfluss der Mannheimer NSDAP zu entziehen. Er wird daraufhin zur Volksschule Gengenbach versetzt.

1942
Die Gestapo bemüht sich 1942 erneut um Maiers Entlassung aus dem Schuldienst. Maier kann dies mit der Unterstützung des Bezirksschulrats Freisinger abwenden.

Biografie

Oberrealschule

Besuch des Lehrerseminars

1914
Als Freiwilliger Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

April 1919
Volks- und Hauptschullehrer in Mannheim

ab 1920
Mitglied der SPD

Mitglied in der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ)

Kreisjugendleiter des Arbeiter-Sport- und Turnerbunds

Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer

ab 1924
Mitglied der Freimaurer

Zeitweise Leiter der Volkshochschule Mannheim-Waldhof

Nebenberuflich journalistisch tätig bei der »Mannheimer Volksstimme« und der »Neuen Badischen Landeszeitung«

1934
Während des Sommers Mitarbeit bei Kinder-Ferienkolonien, die von dem schweizerischen Verein Pro Juventute organisiert werden

ab 1938
Lehrer an der Volksschule Gengenbach bei Offenburg

1939
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg

1945
Schulleiter in Gengenbach

1946
Gründungsmitglied des Gengenbacher Ortsvereins der Sozialdemokratischen Partei Badens (später SPD Baden), dort 1946-1947 Vorsitzender

1946
Mitglied des Gemeinderats in Gengenbach, der Kreisversammlung und des Kreisausschusses Offenburg

Januar 1947
Rektor und Methodiklehrer an der Lehrerakademie in Gengenbach

Februar 1947
Referent im badischen Innenministerium

Oktober 1947
Ministerialrat im badischen Innenministerium

1947
Vorsitzender der SPD-Fraktion im badischen Landtag

In den 1950er-Jahren Mitglied des SPD-Landesvorstands Baden-Württemberg

Literatur

Alfred Kube, Thomas Schnabel: Südwestdeutschland und die Entstehung des Grundgesetzes, Villingen-Schwenningen 1989, S. 86.

Edgar Wolfrum: Französische Besatzungspolitik und die deutsche Sozialdemokratie, Düsseldorf 1991, S. 190-191, 265, 291-292, 320, 323.

Frank Raberg: Von der Kammer des Kaiserreichs in den Bundesrat, in: Staatsanzeiger Baden-Württemberg, 11, 22. März 1999, S. 8.

Schumacher 2000, S. 260.

Vierhaus Herbst 2002, S. 530.

Weik 2003, S. 95.

Frank Raberg: Friedrich (Fritz) Wilhelm Maier, in: Baden-Württembergische Biographien, 4, 2007, S. 213-216.