Heinrich Baumer

Parlament

1946
Beratende Landesversammlung Baden (BCSV/CDU)

1947
Landtag Baden (BCSV/CDU, Wahlkreis 8 Emmendingen)

Partei vor 1933 Deutsche Zentrumspartei

nach 1945 Badische Christlich-Soziale Volkspartei (BCSV)
Geburt 07.04.1891, Waldkirch
Ehe Johanna geb. Wurst (1916)
Beruf Schreiner, Gewerkschaftsfunktionär
Kinder 3
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 08.07.1962, Waldkirch

Verfolgung

Juli 1933
Baumer ist Bezirksleiter des Zentralverbands christlicher Holzarbeiter. Im Juli 1933 wird er im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften durch die NS-Behörden entlassen.

August 1944
Baumer wird im August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und für zwei Tage im Amtsgefängnis Emmendingen inhaftiert.

Biografie

Volksschule

Lehre als Schreiner

Besuch der Gewerbeschule

1908
Eintritt in den Zentralverband christlicher Holzarbeiter

Wanderschaft als Schreinergeselle

1916
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

Meisterprüfung als Schreiner

Vorsitzender der Allgemeinen Ortskrankenkasse Emmendingen

Stadtrat in Waldkirch und Mitglied des Verwaltungsrats der städtischen Sparkasse Waldkirch

Mai 1921
Bezirksleiter des Zentralverbands christlicher Holzarbeiter

Juli 1933
Arbeitslos

ab Februar 1934
Prokurist in einer Kartonagenfabrik in Waldkirch

ab Mai 1936
Mitglied des Aufsichtsrats einer Verlagsgesellschaft in Waldkirch

Baumer ist mit dem ehemaligen Zentrumspolitiker und Widerstandskämpfer Jakob Kaiser befreundet und gewährt diesem 1944 kurzzeitig Unterschlupf. Über Kaiser kommt Baumer in Kontakt mit der Stuttgarter Widerstandsgruppe um den ehemaligen Zentrumspolitiker Joseph Ersing. Für Ersing dient Baumer als Verbindungsmann in Waldkirch.

Mitbegründer der CDU in Waldkirch

nach September 1946
Mitglied des Gemeinderats in Waldkirch

Mitglied des Kreistags und des Kreisrats Emmendingen

Rezeption

1961
Ehrenbürger der Gemeinde Waldkirch

Namenspatron der Heinrich-Baumer-Straße in Waldkirch

Literatur

Rößler 1949, S. 101.

Willi Thoma: Heinrich Baumer. Ein Mann der ersten Stunde, in: Waldkircher Heimatbrief, 137, 1991, S. 3-4.

Arbeitskreis Widerstand und Arbeitergeschichte (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Südbaden, Waldkirch 1996, S. 47.

Feuchte 1999, S. 55.

Weik 2003, S. 17.

Klaus Eisele: Die »Aktion Goerdeler«. Mitverschwörer des 20. Juli 1944 im deutschen Südwesten. Biographische Skizzen, in: Mitverschwörer-Mitgestalter. Der 20. Juli im deutschen Südwesten, hrsg. von Klaus Eisele, Rolf-Ulrich Kunze, Konstanz 2004, S. 133-134.

Dokumente

Meldebogen zur Entnazifizierung

Im Rahmen der nach 1945 durchgeführten Entnazifizierung musste Baumer - wie jede und jeder Deutsche über 18 Jahren - in einem Meldebogen seine eventuelle Zugehörigkeit zu NS-Organisationen und seine Aktivitäten in der NS-Zeit darlegen. Ziel dieser Maßnahme war es, NS-Täter und belastete Personen zu finden, aus öffentlichen Ämtern und Behörden zu entfernen und gegebenenfalls zur Rechenschaft zu ziehen.