Heinrich Baumer

Verfolgung
Juli 1933
Baumer ist Bezirksleiter des Zentralverbands christlicher Holzarbeiter. Im Juli 1933 wird er im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften durch die NS-Behörden entlassen.
August 1944
Baumer wird im August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und für zwei Tage im Amtsgefängnis Emmendingen inhaftiert.
Biografie
Volksschule
Lehre als Schreiner
Besuch der Gewerbeschule
1908
Eintritt in den Zentralverband christlicher Holzarbeiter
Wanderschaft als Schreinergeselle
1916
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
Meisterprüfung als Schreiner
Vorsitzender der Allgemeinen Ortskrankenkasse Emmendingen
Stadtrat in Waldkirch und Mitglied des Verwaltungsrats der städtischen Sparkasse Waldkirch
Mai 1921
Bezirksleiter des Zentralverbands christlicher Holzarbeiter
Juli 1933
Arbeitslos
ab Februar 1934
Prokurist in einer Kartonagenfabrik in Waldkirch
ab Mai 1936
Mitglied des Aufsichtsrats einer Verlagsgesellschaft in Waldkirch
Baumer ist mit dem ehemaligen Zentrumspolitiker und Widerstandskämpfer Jakob Kaiser befreundet und gewährt diesem 1944 kurzzeitig Unterschlupf. Über Kaiser kommt Baumer in Kontakt mit der Stuttgarter Widerstandsgruppe um den ehemaligen Zentrumspolitiker Joseph Ersing. Für Ersing dient Baumer als Verbindungsmann in Waldkirch.
Mitbegründer der CDU in Waldkirch
nach September 1946
Mitglied des Gemeinderats in Waldkirch
Mitglied des Kreistags und des Kreisrats Emmendingen
Rezeption
1961
Ehrenbürger der Gemeinde Waldkirch
Namenspatron der Heinrich-Baumer-Straße in Waldkirch
Literatur
Rößler 1949, S. 101.
Willi Thoma: Heinrich Baumer. Ein Mann der ersten Stunde, in: Waldkircher Heimatbrief, 137, 1991, S. 3-4.
Arbeitskreis Widerstand und Arbeitergeschichte (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in Südbaden, Waldkirch 1996, S. 47.
Feuchte 1999, S. 55.
Weik 2003, S. 17.
Klaus Eisele: Die »Aktion Goerdeler«. Mitverschwörer des 20. Juli 1944 im deutschen Südwesten. Biographische Skizzen, in: Mitverschwörer-Mitgestalter. Der 20. Juli im deutschen Südwesten, hrsg. von Klaus Eisele, Rolf-Ulrich Kunze, Konstanz 2004, S. 133-134.
Dokumente
Meldebogen zur Entnazifizierung
Im Rahmen der nach 1945 durchgeführten Entnazifizierung musste Baumer - wie jede und jeder Deutsche über 18 Jahren - in einem Meldebogen seine eventuelle Zugehörigkeit zu NS-Organisationen und seine Aktivitäten in der NS-Zeit darlegen. Ziel dieser Maßnahme war es, NS-Täter und belastete Personen zu finden, aus öffentlichen Ämtern und Behörden zu entfernen und gegebenenfalls zur Rechenschaft zu ziehen.