Hermann (Christian) Greiner

Verfolgung
22.03.1933
Greiner wird am 22. März 1933 in »Schutzhaft« genommen und in Neckarsulm und in Heilbronn inhaftiert. Am 30. März 1933 wird er aus der Haft entlassen.
31.08.1933
Greiner ist Geschäftsführer der gemeinnützigen Heimstätten-Genossenschaft Neckarsulm. Am 31. August 1933 wird er im Zuge der Gleichschaltung der Baugenossenschaften durch die NS-Behörden entlassen.
15.01.1934
Greiner wird am 15. Januar 1934 verhaftet und in Heilbronn in Untersuchungshaft genommen. Am 26. März 1934 wird er aus der Haft entlassen.
07.03.1935
Wegen »groben Unfugs« und Gefährdung der öffentlichen Ordnung verhängt die politische Landespolizei am 7. März 1935 gegen Greiner eine Geldstrafe von 30 Reichsmark. Greiner hatte am 24. Februar 1935 in der Besenwirtschaft Sommer in Neckarsulm vor mehreren Gästen erklärt: »Die SA ist die größte Gefahr des Staates.«
23.08.1944
Greiner wird am 23. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 23. September 1944 wird er aus der Haft entlassen.
Biografie
Volksschule
Lehre als Dreher und Schlosser
1903
Tätigkeit als Schlosser in verschiedenen Betrieben, unter anderem bei den NSU Motorenwerken in Neckarsulm
Militärdienst
ab 1905
Mitglied der Freien Gewerkschaften
1910
Übersiedelung nach Neckarsulm
1910
Eintritt in die SPD
1917
Mitbegründer der Heimstätten-Genossenschaft (Wohnungsbaugenossenschaft)
1919
Mitglied des Arbeiterrats in Neckarsulm
ab 1919
Gemeinderat in Neckarsulm
1930
Geschäftsführer der Heimstätten-Genossenschaft Neckarsulm
ab 1945
Stellvertretender Bürgermeister in Neckarsulm
1946
Mitglied des Kreistags des Landkreises Heilbronn
1947
Erneut Mitglied des Gemeinderats in Neckarsulm
Rezeption
1952
Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1956
Ehrenbürger von Neckarsulm
1968
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1978
Namenspatron der Hermann-Greiner-Realschule in Neckarsulm
Literatur
Anton Heyler: Neckarsulm im Auf und Ab eines halben Jahrhunderts. Chronik 1900-1950, Neckarsulm 1955, S. 90-91, 99-101.
Anton Heyler: Chronik der Stadt Neckarsulm. 1. Januar 1951 bis 31. Dezember 1976. Stadt Neckarsulm, Neckarsulm 1989, S. 22, 149, 177, 209.
Barbara Griesinger (Red.): Neckarsulm. Die Geschichte einer Stadt, Stuttgart 1992, S. 507-509.
Weik 2003, S. 53.
Thomas Nier: Der Ehrenbürger Hermann Christian Greiner. Zum 120. Geburtstag. Ein Mann der Tat, in: Historische Blätter. Heimat- und Museumsverein Neckarsulm, 2006, 56, S. 1-16.
Kühnel 2009, S. 201.
Barbara Löslein: Hermann Greiner. Zum 130. Geburtstag, in: Neckarsulm und Neckarsulmer, 2016, S. 21.
Dokumente
Entlassungsschein des Konzentrationslagers Dachau
Greiner wurde am 23. September 1944 - nach einem Monat Haft - aus der »Schutzhaft« des Konzentrationslagers Dachau entlassen.
Schreiben des Konkursverwalters Hans Engler an Friedrich Graf
Der Vorschussverein Achern (die spätere Volksbank Achern) verweigerte Graf 1933 eine Stundung seiner Schulden. Grafs Blechnereigeschäft musste in der Folge Konkurs anmelden. 1946 bestätigte der damalige Konkursverwalter, dass das damalige Verhalten des Vorschussvereins seiner Meinung nach politisch motiviert war.