Dr. h.c. Hermann Hummel

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung der Republik Baden (DDP, Wahlkreis 1 Konstanz)

1921
Landtag der Republik Baden (DDP, Wahlkreis 5 Karlsruhe)

1924
Reichstag (DDP, Wahlkreis 10 Magdeburg)

Partei vor 1933 Fortschrittliche Volkspartei (FVP)
Deutsche Demokratische Partei (DDP)

nach 1945 -
Geburt 22.06.1876, Lahr (Schwarzwald)
Ehe Emma geb. Reis (1910)
Beruf Manager eines Chemiekonzerns
Kinder 2
Konfession Evangelisch
Verstorben 13.09.1952, Krefeld

Verfolgung

1939
Hummels Ehefrau Emma (geb. Reis) ist jüdischer Abstammung. Um der antisemitischen Verfolgung zu entgehen, emigriert das Ehepaar deshalb 1939 in die USA - wohin genau, ist unbekannt. 1951 kehrt das Ehepaar Hummel nach Deutschland zurück.

Biografie

Sohn eines Lehrers

Volksschule in Lahr

Gymnasium in Lahr

Höhere Bürgerschule in Ettlingen

Realgymnasium in Karlsruhe

1894
Studium der Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften in Karlsruhe, Stuttgart, Heidelberg, Freiburg und Straßburg

nach 1902
Lehramtskandidat an Oberrealschulen in Mannheim und Karlsruhe

1906
Professor an einer Realschule in Karlsruhe

1909
Mitglied der badischen Ständeversammlung

1911
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag

1917
Als Freiwilliger Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, zuletzt als Leutnant

November 1918
Stellvertreter des badischen Ministers für militärische Angelegenheiten

April 1919
Badischer Kultusminister

November 1921
Badischer Staatspräsident

ab 1922
Direktor der BASF (»Badische Anilin- & Soda-Fabrik«) Ludwigshafen

1924
Gesellschafter, ab 1930 alleiniger Gesellschafter des Kreditunternehmens Imprimatur GmbH. (Der Industrielle Carl Bosch und Hummel nutzten ab 1929 die Imprimatur GmbH, um unbemerkt und als Gegengewicht zur aufstrebenden NS-Bewegung die finanziell angeschlagene liberale »Frankfurter Zeitung« zu unterstützen.)

Mitglied des Aufsichtsrates der I.G. Farbenindustrie AG

Mitglied des Aufsichtsrates der August Horch Automobilwerke GmbH in Zwickau

Mitglied des wirtschaftspolitischen Ausschusses des Reichsverbandes der Deutschen Industrie

Mitglied der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, dort ab 1937 Assistent Carl Boschs

1930
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag

1939
Emigration in die USA

1951
Rückkehr nach Deutschland

Rezeption

1923
Ehrendoktor der Technischen Hochschule Karlsruhe

Literatur

Modris Eksteins: The Frankfurter Zeitung. Mirror of Weimar Democracy, in: Journal of Contemporary History 6, 4, 1971, S. 3-28.

Röder 1980, 1, S. 31.

Günther Gillessen: Auf verlorenem Posten. Die Frankfurter Zeitung im Dritten Reich, Berlin 1986, S. 393.

Jens Ulrich Heine: Verstand und Schicksal. Die Männer der IG-Farbenindustrie-AG (1925-1945) in 161 Kurzbiographien, Weinheim 1990, S. 206-207.

Gerhard Kaller: Hermann Hummel, in: Badische Biographien, 3, 1990, S. 133-135.

Schumacher 1991, S. 300-302.

Lore Schwarzmaier, Hansmartin Schwarzmaier: Hermann Hummel. Badischer Abgeordneter und Minister an einer Zeitenwende, in: Die Ortenau, 73, 1993, S. 432-455.

Dokumente

Karteikarte des Reichssicherheitshauptamt

Das Reichssicherheitshauptamt in Berlin sammelte Informationen und politische Einschätzungen zu NS-Gegnern, insbesondere zu den ehemaligen Politikern der Weimarer Republik. Auch zu Hermann Hummel findet sich ein Eintrag in einer Kartei des Amtes.