Dr. h.c. Hermann Hummel

Verfolgung
1939
Hummels Ehefrau Emma (geb. Reis) ist jüdischer Abstammung. Um der antisemitischen Verfolgung zu entgehen, emigriert das Ehepaar deshalb 1939 in die USA - wohin genau, ist unbekannt. 1951 kehrt das Ehepaar Hummel nach Deutschland zurück.
Biografie
Sohn eines Lehrers
Volksschule in Lahr
Gymnasium in Lahr
Höhere Bürgerschule in Ettlingen
Realgymnasium in Karlsruhe
1894
Studium der Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften in Karlsruhe, Stuttgart, Heidelberg, Freiburg und Straßburg
nach 1902
Lehramtskandidat an Oberrealschulen in Mannheim und Karlsruhe
1906
Professor an einer Realschule in Karlsruhe
1909
Mitglied der badischen Ständeversammlung
1911
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag
1917
Als Freiwilliger Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, zuletzt als Leutnant
November 1918
Stellvertreter des badischen Ministers für militärische Angelegenheiten
April 1919
Badischer Kultusminister
November 1921
Badischer Staatspräsident
ab 1922
Direktor der BASF (»Badische Anilin- & Soda-Fabrik«) Ludwigshafen
1924
Gesellschafter, ab 1930 alleiniger Gesellschafter des Kreditunternehmens Imprimatur GmbH. (Der Industrielle Carl Bosch und Hummel nutzten ab 1929 die Imprimatur GmbH, um unbemerkt und als Gegengewicht zur aufstrebenden NS-Bewegung die finanziell angeschlagene liberale »Frankfurter Zeitung« zu unterstützen.)
Mitglied des Aufsichtsrates der I.G. Farbenindustrie AG
Mitglied des Aufsichtsrates der August Horch Automobilwerke GmbH in Zwickau
Mitglied des wirtschaftspolitischen Ausschusses des Reichsverbandes der Deutschen Industrie
Mitglied der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, dort ab 1937 Assistent Carl Boschs
1930
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag
1939
Emigration in die USA
1951
Rückkehr nach Deutschland
Rezeption
1923
Ehrendoktor der Technischen Hochschule Karlsruhe
Literatur
Modris Eksteins: The Frankfurter Zeitung. Mirror of Weimar Democracy, in: Journal of Contemporary History 6, 4, 1971, S. 3-28.
Röder 1980, 1, S. 31.
Günther Gillessen: Auf verlorenem Posten. Die Frankfurter Zeitung im Dritten Reich, Berlin 1986, S. 393.
Jens Ulrich Heine: Verstand und Schicksal. Die Männer der IG-Farbenindustrie-AG (1925-1945) in 161 Kurzbiographien, Weinheim 1990, S. 206-207.
Gerhard Kaller: Hermann Hummel, in: Badische Biographien, 3, 1990, S. 133-135.
Schumacher 1991, S. 300-302.
Lore Schwarzmaier, Hansmartin Schwarzmaier: Hermann Hummel. Badischer Abgeordneter und Minister an einer Zeitenwende, in: Die Ortenau, 73, 1993, S. 432-455.