Jakob Hering

Parlament

1946
Vorläufige Volksvertretung Württemberg-Baden (Vertreter der SPD)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 16.12.1894, Weinheim
Ehe Eva Katharina geb. Straub (1920)
Beruf Lederarbeiter
Kinder 1
Konfession Freireligiös
Verstorben 11.03.1986, Wiesloch

Verfolgung

30.04.1935
Hering ist Lederarbeiter bei der Gerberei Freudenberg in Weinheim. Am 30. April 1935 wird er verhaftet und im Bezirksgefängnis Mannheim in Untersuchungshaft genommen. Später wird er in das Gerichtsgefängnis Karlsruhe überstellt. Vorgeworfen wird Hering, er habe bei der Gerberei Freudenberg politische Flugblätter verteilt. Am 14. November 1935 wird Hering vom Oberlandesgericht Karlsruhe wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt (unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft). Am 4. Dezember 1935 wird Hering in das Gefängnis in Mannheim verlegt. Dort wird er am 14. Oktober 1936 aus der Haft entlassen.

1936
Nach seiner Haftentlassung am 14. Oktober 1936 erhält Hering erneut eine Arbeitsstelle bei der Gerberei Freudenberg, er verliert diese jedoch wieder nach dem Einspruch des NSBO-Obmanns (Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation). Anschließend ist Hering wiederholt und über längere Zeit arbeitslos.

20.08.1944
Hering wird am 20. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und zunächst im Gefängnis in Mannheim, dann im KZ Dachau inhaftiert. Am 11. September 1944 wird er aus der Haft entlassen.

Biografie

Volksschule

Tätigkeit als Lederarbeiter bei der Gerberei Freudenberg in Weinheim

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg im Rang eines Unteroffiziers

Erneute Tätigkeit als Lederarbeiter und Vorarbeiter bei der Gerberei Freudenberg in Weinheim

Tätigkeit als Hilfsbauarbeiter in Pforzheim, Weinheim, Worms, Burghausen, Mannheim, Lampertheim und Viernheim

1922
Eintritt in die SPD

ab 1922
Stadtverordneter in Weinheim

Mitglied der Feuerbestattungsorganisation

Mitglied des Lederarbeiterverbandes

Lederarbeiter bei der Gerberei Freudenberg in Weinheim

ab 1933
Illegale Tätigkeit für die SPD. Hering verteilt in Weinheim regelmäßig die sozialdemokratische Zeitung »Die Sozialistische Aktion«.

1936
Kurzfristig erneut Lederarbeiter bei der Gerberei Freudenberg in Weinheim

März 1938
Tätigkeit bei der Stadt Weinheim als Notstandsarbeiter

nach 1945
Auswerter und Sachbearbeiter bei der Weinheimer Spruchkammer

Vorstandsmitglied der Kreisstelle der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) in Weinheim

Literatur

Erich Matthias, Hermann Weber (Hrsg.): Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Mannheim, Mannheim 1984, S. 186.

Weik 2003, S. 65.

Ute Grau, Barbara Guttmann: Weinheim. Geschichte einer Stadt, Weinheim 2008, S. 445-446, 447, Anm. 286, 472, Anm. 85, 503-504.

Joachim Scholtyseck: Freudenberg. Ein Familienunternehmen in Kaiserreich, Demokratie und Diktatur, München 2016, S. 100.

Dokumente

Schreiben der Gestapo Weinheim an die Gestapo-Außendienststelle Mannheim

Am 26. August 1944 verfasste die Gestapo Weinheim eine politische Beurteilung der von ihr verhafteten »Schutzhäftlinge«. Über Jakob Hering heißt es: »Versteckter Marxist. Tritt aktiv auf der Straße nicht in Erscheinung.«