Jakob Hering

Verfolgung
30.04.1935
Hering ist Lederarbeiter bei der Gerberei Freudenberg in Weinheim. Am 30. April 1935 wird er verhaftet und im Bezirksgefängnis Mannheim in Untersuchungshaft genommen. Später wird er in das Gerichtsgefängnis Karlsruhe überstellt. Vorgeworfen wird Hering, er habe bei der Gerberei Freudenberg politische Flugblätter verteilt. Am 14. November 1935 wird Hering vom Oberlandesgericht Karlsruhe wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt (unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft). Am 4. Dezember 1935 wird Hering in das Gefängnis in Mannheim verlegt. Dort wird er am 14. Oktober 1936 aus der Haft entlassen.
1936
Nach seiner Haftentlassung am 14. Oktober 1936 erhält Hering erneut eine Arbeitsstelle bei der Gerberei Freudenberg, er verliert diese jedoch wieder nach dem Einspruch des NSBO-Obmanns (Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation). Anschließend ist Hering wiederholt und über längere Zeit arbeitslos.
20.08.1944
Hering wird am 20. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und zunächst im Gefängnis in Mannheim, dann im KZ Dachau inhaftiert. Am 11. September 1944 wird er aus der Haft entlassen.
Biografie
Volksschule
Tätigkeit als Lederarbeiter bei der Gerberei Freudenberg in Weinheim
1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg im Rang eines Unteroffiziers
Erneute Tätigkeit als Lederarbeiter und Vorarbeiter bei der Gerberei Freudenberg in Weinheim
Tätigkeit als Hilfsbauarbeiter in Pforzheim, Weinheim, Worms, Burghausen, Mannheim, Lampertheim und Viernheim
1922
Eintritt in die SPD
ab 1922
Stadtverordneter in Weinheim
Mitglied der Feuerbestattungsorganisation
Mitglied des Lederarbeiterverbandes
Lederarbeiter bei der Gerberei Freudenberg in Weinheim
ab 1933
Illegale Tätigkeit für die SPD. Hering verteilt in Weinheim regelmäßig die sozialdemokratische Zeitung »Die Sozialistische Aktion«.
1936
Kurzfristig erneut Lederarbeiter bei der Gerberei Freudenberg in Weinheim
März 1938
Tätigkeit bei der Stadt Weinheim als Notstandsarbeiter
nach 1945
Auswerter und Sachbearbeiter bei der Weinheimer Spruchkammer
Vorstandsmitglied der Kreisstelle der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) in Weinheim
Literatur
Erich Matthias, Hermann Weber (Hrsg.): Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Mannheim, Mannheim 1984, S. 186.
Weik 2003, S. 65.
Ute Grau, Barbara Guttmann: Weinheim. Geschichte einer Stadt, Weinheim 2008, S. 445-446, 447, Anm. 286, 472, Anm. 85, 503-504.
Joachim Scholtyseck: Freudenberg. Ein Familienunternehmen in Kaiserreich, Demokratie und Diktatur, München 2016, S. 100.