Karl Oster

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung des freien Volksstaates Württemberg (SPD, Landesliste)

1920
Landtag des freien Volksstaates Württemberg (SPD, Landesliste)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 25.11.1874, Pinache (Wiernsheim)
Ehe Rosalie Magdalena geb. Kuhn (1898)
Beruf Goldschmied, Parteifunktionär, kaufmännischer Angestellter
Kinder 9
Konfession Evangelisch
Verstorben 11.02.1954, Stuttgart

Verfolgung

1933
Oster wird 1933 in »Schutzhaft« genommen und vorübergehend im Konzentrationslager Heuberg inhaftiert.

1933
Oster ist Mitglied des Unterstützungsvereins Arbeiterpresse (Berufsverband sozialdemokratischer Journalisten und Pressearbeiter). Im Zuge der Auflösung des Vereins und der Beschlagnahmung des Vereinsvermögens durch die NS-Behörden verliert er 1933 seine Pensionsansprüche.

01.07.1933
Oster ist Sekretär des Konsumvereins Stuttgart. Am 1. Juli 1933 wird er aus politischen Gründen fristlos entlassen. Nachdem Oster Klage beim Arbeitsgericht Stuttgart eingereicht hat, erhält er eine Abfindung von 750 Reichsmark.

nach 1933
Osters Söhne sind für die SPD politisch aktiv und dienen des Öfteren als Saalschutz für Kurt Schumacher. Sein Sohn Eugen Oster (geb. 13. Januar 1914) wird deshalb 1933 verhaftet und »nach längerer Untersuchungshaft« zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung aus der Haft ist Eugen Oster zunächst arbeitslos, da die Deutsche Arbeitsfront (DAF) seine Beschäftigung verhindert. Eugen Oster stirbt 1938.

Winter 1934
Die NS-Behörden durchsuchen früh morgens im Winter 1934 Osters Wohnung und beschlagnahmen ca. 135 politische Bücher und Broschüren.

Biografie

Sohn eines Schuhmachers

Volksschule

Lehre als Goldschmied

1897
Vorstandsmitglied und zeitweise Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Stuttgart

Angestellter der Ortskrankenkasse in Stuttgart

1906
Angestellter im SPD-Parteisekretariat für Württemberg in Stuttgart

1907
Akquisiteur der SPD-Zeitung »Schwäbische Tagwacht« in Stuttgart

1912
Mitglied des Gemeinderats in Stuttgart

1920
Parteisekretär der SPD in Stuttgart

1931
Sekretär des Konsumvereins Stuttgart

1945
Kaufmännischer Direktor des Konsumvereins Stuttgart

1945
Oster ist maßgeblich beteiligt am Wiederaufbau der SPD in Stuttgart und in Nordwürttemberg.

Literatur

Schröder 1995, S. 641.

Peter Merseburger: Der schwierige Deutsche. Kurt Schumacher. Eine Biographie, Stuttgart 1995, S. 89-92.

Mittag 1997, S. 70, 78, 84, 140, 145, 177.

Raberg 2001, S. 633-634.

Weik 2003, S. 318.

Dokumente

Schreiben von Karl Oster

Im Rahmen seines Wiedergutmachungsverfahrens schilderte Oster 1948 seine politische Verfolgung sowie die Verfolgung seines Sohnes Eugen Oster.