Kunst gegen das Vergessen
Am Sonntag, 29. März 2026, findet im Württembergischen Kunstverein eine Gedenkveranstaltung anlässlich Shmuel Dancygers 80. Todestag statt.
Landtagspräsidentin Muhterem Aras eröffnet die Veranstaltung mit einem Grußwort und mahnt: „Auch heute ist Antisemitismus präsent in unserer Gesellschaft, ist es immer gewesen und wird immer stärker. Es gilt Antisemitismus zu verurteilen, egal woher er kommt.“ Gleichzeitig gelte es, jüdisches Leben heute in Deutschland zu feiern, zu leben, und den Kontakt von Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen auszubauen, so die Präsidentin.
Im anschließenden Gespräch auf der Bühne unterhält sich Aubrey Pomerance, Archivar am Jüdischen Museum Berlin, mit Howard Dancyger, dem Enkel des 1946 Ermordeten, Eva Mekler, die als Kleinkind mehrere Jahre im Stuttgarter DP-Zentrum lebte, sowie Elliot Ginsburg, dem Sohn des Fotografen Bernhard Ginsburg. Dieser hatte die tödliche Razzia im Camp in Bildern festgehalten, die heute Teil einer Fotoausstellung sind.
Im März 1946 wurde der polnische Holocaustüberlebende Shmuel Dancyger in einem Stuttgarter Displaced Persons Zentrum bei einer Razzia durch deutsche Polizisten erschossen. Die Ausstellung „Der Fall Shmuel Dancyger“ ist bis 3. Mai 2026 kostenlos zu sehen.

