Insta-Friseurin Jutta Gsell feiert Haare - und ihren Job

Gsells Auftritte sind auch schon von einer großen Autowerkstattkette parodiert worden.
Jason Tschepljakow/dpa
Die Bad Mergentheimer Friseurin Jutta Gsell ist mit ihrem Salon ein Social-Media-Phänomen geworden: Knapp 149.000 Instagram-Follower feiern ihre oft als wesensverändernd empfundenen Frisuren. Videos mit Millionen Views können aber auch polarisieren – neben Lob gibt es Spott. Und Humor: Eine große Autowerkstattkette parodierte sie humorvoll.
Gsell bleibt gelassen angesichts der Reichweite ihrer Beratungs- und Salon-Schnipsel bei Instagram: «Mit ein paar uncharmanteren Kommentaren kann ich leben», sagt sie. Und: «Ich arbeite nicht für die Welt da draußen. Ich arbeite für die Kundin, die bei mir auf dem Stuhl sitzt, oder für meinen Kunden.»
«Es ist mein Schön an Brille»
Denn ihr Terminkalender ist konstant vier Monate ausgebucht, Kundinnen und Kunden pilgern bis zu 500 Kilometer nach Tauberfranken, um Gsells überraschende Styles zu erhalten – sie fragt meist nur, was sie nicht machen soll, und legt los. Markenzeichen ist ihre markante Brille: «Seit meinem 15. Lebensjahr trage ich sie, ich sehe echt schlecht – Mama nannte die erste bei Kauf "hässlich", ich fand sie schön. Es ist mein Schön an Brille und ich muss sie tragen.»
Und Haare? Sind für Gsell weit mehr als Standard-Looks: «Nicht loyal, hoch emotional, Identität und eine eigene Geschichte», das sind Haare für die Frau, die den Beruf des Friseurs nach eigenen Angaben «feiert». «Wir sind menschlich und wir sind durch KI nicht zu ersetzen», sagt Gsell, die seit Jahrzehnten im Business durch Shows, Seminare und Berufsschulen tourt, um auch Azubis die Kunst der perfekten Welle beizubringen.
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