Wirtschaftsausschuss bewilligt Finanzhilfen in Höhe von rund 10,5 Millionen Euro im Rahmen des Tourismusinfrastrukturprogramms 2026
Wirtschaftsausschuss bewilligt Finanzhilfen in Höhe von rund 10,5 Millionen Euro im Rahmen des Tourismusinfrastrukturprogramms 2026
Stuttgart. In einer Sondersitzung am Mittwoch, 15. April 2026, hat der Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Finanzhilfen in Höhe von insgesamt rund 10,5 Millionen Euro zugestimmt. Das hat der Vorsitzende des Ausschusses, Dr. Erik Schweickert (FDP/DVP), mitgeteilt. Damit unterstützt das Land acht Projekte in den Städten und Gemeinden Bad Krozingen (1.296.000 Euro), Bad Schönborn (2.500.000 Euro), Durbach (871.826 Euro), Gaggenau (1.110.721 Euro), Heidelberg (926.255 Euro), Stühlingen (605.250 Euro), Titisee-Neustadt (1.460.050 Euro) und Vöhrenbach (1.745.100 Euro). Die Mittel stammen aus dem landeseigenen Tourismusinfrastrukturprogramm 2026 (TIP).
Nach Angaben des Ausschussvorsitzenden sollen mit den Finanzhilfen konkret folgende Tourismusinfrastrukturprojekte gefördert werden:
Standort | Projekt | Förderung |
Stadt Bad Krozingen | Sanierung des Außenbeckens, der Mosaikhalle und der Blauen Halle der Vita Classica Therme | 1.296.000 |
Gemeinde Bad Schönborn | THERMARIUM 2030 – Neuaus-richtung und Modernisierung der Therme (1. Bauabschnitt) | 2.500.000 Euro |
Gemeinde Durbach | Schaffung eines touristischen und naturnahen Ortsparks | 871.826 |
Stadt Gaggenau | Sanierung des Thermalaußen-beckens der Rotherma-Therme | 1.110.721 |
Stadt Heidelberg | Sanierung der Bahnbrücke Molkenkur und der Blockhausbrücke auf der oberen, historischen Bahn der Heidelberger Bergbahnen | 926.255 |
Stadt Stühlingen | Schwarzwaldradweg – Ersatzneubau der Brücke über den Mühlbach in Grimmelshofen | 605.250 |
Stadt Titisee-Neustadt | Mountainbike (MTB) Erlebnisnetz Hochschwarzwald Titisee-Neustadt | 1.460.050 Euro |
Stadt Vöhrenbach | Modernisierung und energetische Sanierung des Freibads | 1.745.100 Euro |
Die Vita Classica Therme in Bad Krozingen ist ein wichtiger Standort der Thermenlandschaft in der Schwarzwaldregion. Laut Dr. Schweickert fördert das Land bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten immer wieder Maßnahmen, die zur Erweiterung und zur Modernisierung der Therme beitragen, zuletzt 2020. Drei Bereiche der Therme, die mit den nun bewilligten Fördergeldern rund 40 Jahre nach ihrem Bau saniert werden sollen, sollen durch die geplanten Maßnahmen moderner, energieeffizienter und barrierefreier werden.
Ebenfalls zukunftsfähiger gestalten möchte die Gemeinde Bad Schönborn den dortigen Thermarium Wellness & Gesundheitspark. Im ersten von insgesamt zwei geplanten Bauabschnitten soll das Thermal-Solebad umfassend modernisiert und erweitert und damit kundenfreundlicher, barrierefreier und energieeffizienter werden.
Die Gemeinde Durbach im Schwarzwald möchte mit einem neuen Ortspark einen Erholungsort für Touristen und Einheimische gleichermaßen schaffen. Geplant ist hierfür laut dem Ausschussvorsitzenden, auf der Fläche des ehemaligen Graf-Metternich-Stadions einen naturnahen Park mit verschiedenen Freizeitangeboten wie Spazierwegen und einem Spielplatz zu schaffen. Mit den nun beschlossenen Mitteln wird die Einrichtung der Parkanlage unterstützt.
Das Thermalbad Rotherma in Gaggenau zeichnet sich unter anderem durch das Angebot der Heilwässeranwendung aus, für die das Außenbecken des Bads eine wichtige Rolle spielt. Mehr als 45 Jahre nach seinem Bau werden nun durch die Förderung dringend notwendige Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten an diesem Becken unterstützt, wie Dr. Schweickert erklärte. Das Thermalbad war bereits zuvor Gegenstand von TIP-Förderungen, zuletzt 2023.
Mit den historischen Bergbahnen der Stadt Heidelberg überwinden jährlich rund zwei Millionen Fahrgäste die Höhenmeter zwischen der Altstadt und touristischen Sehenswürdigkeiten wie dem Heidelberger Schloss und dem Königsstuhl. Mit den nun bewilligten Fördermitteln sollen laut dem Vorsitzenden zwei Brückenbauwerke im denkmalgeschützten oberen Abschnitt der Bahn, beide Baujahr 1907, saniert werden, um die Nutzbarkeit und Verkehrssicherheit der Bergbahn sicherzustellen.
Die Brücke über den Mühlbach im Ortsteil Grimmelshofen der Stadt Stühlingen wird alljährlich von zahlreichen Reisenden überquert. Als Teil mehrerer zertifizierter Radwege stellt sie eine wichtige Verbindung zu den Freizeitangeboten der Region Südschwarzwald dar. Nachdem nach einem Hochwasserereignis 2021 Schäden und bauliche Mängel festgestellt wurden, soll die Brücke nun mithilfe der Förderung nach umweltschonenden und barrierearmen Standards neu gebaut werden.
Mit der Erschließung dreier Mountainbike Trails will Titisee-Neustadt dazu beitragen, die Region Hochschwarzwald für Mountainbike-Fans dauerhaft attraktiver zu machen. Das Vorhaben gehört hierbei zur ersten von insgesamt vier Planungsphasen des „Masterplans Mountainbike Destination Hochschwarzwald“, in dessen Rahmen auch andere Gemeinden in der Region bereits Zuschüsse vom Land erhalten haben.
Der Stadt Vöhrenbach ermöglicht die Unterstützung durch die Fördermittel die umfassende Modernisierung und Sanierung des örtlichen Freibads „Schwimmi“. In den 1960er Jahren erbaut, weist das Bad mittlerweile starken Sanierungsbedarf auf. Hierbei sollen vor allem die Punkte Energieeffizienz und Barrierefreiheit beachtet werden, um das Freibad zukunftsfähig zu gestalten und die Erlebnisqualität der Gäste zu verbessern, wie Dr. Schweickert mitteilte.
Zum Abschluss der 47. und letzten Sitzung des Wirtschaftsausschusses in der 17. Wahlperiode erinnerte der aus dem Landtag ausscheidende Vorsitzende Dr. Schweickert an seinen in der ersten Ausschusssitzung der Legislatur geäußerten Leitsatz „Das Herz der baden-württembergischen Wirtschaft schlägt hier im Wirtschaftsausschuss, oder es schlägt nicht“. Dies sei für ihn als Ausschussvorsitzender in zwei Wahlperioden immer leitend gewesen und er habe dabei versucht, die wichtige Kontrollfunktion des Parlaments gegenüber der Regierung zu gewährleisten und sicherzustellen. Entsprechend habe sich der Ausschuss nie als Vollzugsorgan des Wirtschaftsministeriums verstanden. Diesem Geist möge sich das Gremium auch in der 18. Wahlperiode verpflichtet sehen. „Ein Ausschuss, in dem die Regierung nur mit sich selbst spricht – das kann es nicht sein, denn eine Demokratie zeichnet sich nicht durch die Existenz einer Regierung, sondern durch das Vorhandensein einer echten Opposition aus“, so der Liberale.