Prof. Dr. phil. (Carl) Hugo Lindemann

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung des freien Volksstaates Württemberg (SPD, Landesliste)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 09.08.1867, Jaguarão (Brasilien)
Ehe Anna geb. Fehn (1896)
Beruf Staatswissenschaftler, Minister, Professor
Kinder 2
Konfession Evangelisch
Verstorben 19.02.1950, Bensheim an der Bergstraße

Verfolgung

April 1933
Lindemann ist Honorarprofessor für Kommunalpolitik und Sozialpolitik an der Universität Köln und leitet das dortige Institut für sozialwissenschaftliche Forschungen. Im April 1933 wird Lindemann aus politischen Gründen zunächst beurlaubt. Am 11. September 1933 wird ihm schließlich die Lehrbefugnis entzogen. Als rechtliche Grundlage dafür dient das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.

Biografie

Sohn eines in Brasilien tätigen Geschäftsmanns

Lyzeum in Ludwigsburg und Gymnasium in Hannover

1884
Studium der Philosophie und der Staatswissenschaften in Göttingen, Bonn, München und Kiel

1889
Promotion in Kiel

ab 1890
Tätigkeit als freier Autor

1892
Studium der Nationalökonomie in England

1900
Gemeinderat in Degerloch (Stuttgart)

Juni 1903
Mitglied des Reichstags

1906
Mitglied der württembergischen Landstände

1908
Mitglied des Bürgerausschusses in Stuttgart

Verfasser und Mitherausgeber einer Reihe von sozial- und kommunalwissenschaftlichen Schriften

1916
Habilitation und Dozent für Kommunalwissenschaften an der Technischen Hochschule Stuttgart

November 1918
Württembergischer Minister für wirtschaftliche Demobilisierung

November 1918
Württembergischer Arbeitsminister

Januar 1919
Württembergischer Innenminister

Oktober 1919
Direktor des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschungen der Universität Köln

1920
Ordentlicher Honorarprofessor für Kommunalpolitik und Sozialpolitik an der Universität Köln

Rezeption

1947
Ehrendoktor der Universität Köln

Literatur

Franz Osterroth: Biographisches Lexikon des Sozialismus, 1, Hannover 1960, S. 198–200.

Walther Herrmann: Hugo Lindemann, in: Neue Deutsche Biographie, 14, 1985, S. 586-587.

W. W. Engelhardt: Professor Dr. Dr. h.c. Hugo Lindemann, ein Kommunal- und Sozialpolitikwissenschaftler der ersten Stunde, in: Zeitschrift für Sozialreform, 34, 1988, S. 253-270.

Frank Golczewski: Kölner Universitätslehrer und der Nationalsozialismus. Personengeschichtliche Ansätze, Köln, Wien 1988, S. 305-309, 446-447.

Schröder 1995, S. 590.

Schumacher 1995, S. 97.

Mittag 1997, S. 175.

Raberg 2001, S. 506.

Ansbert Baumann: Carl Hugo Lindemann, in: Württembergische Biographien, 3, 2017, S. 126-128.

Eckhard Hansen, Christina Kühnemund, Christine Schoenmakers, Florian Tennstedt (Bearb.): Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945, 2, Sozialpolitiker in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus 1919 bis 1945, Kassel 2018, S. 117-118.