Prof. Dr. phil. (Carl) Hugo Lindemann

Verfolgung
April 1933
Lindemann ist Honorarprofessor für Kommunalpolitik und Sozialpolitik an der Universität Köln und leitet das dortige Institut für sozialwissenschaftliche Forschungen. Im April 1933 wird Lindemann aus politischen Gründen zunächst beurlaubt. Am 11. September 1933 wird ihm schließlich die Lehrbefugnis entzogen. Als rechtliche Grundlage dafür dient das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.
Biografie
Sohn eines in Brasilien tätigen Geschäftsmanns
Lyzeum in Ludwigsburg und Gymnasium in Hannover
1884
Studium der Philosophie und der Staatswissenschaften in Göttingen, Bonn, München und Kiel
1889
Promotion in Kiel
ab 1890
Tätigkeit als freier Autor
1892
Studium der Nationalökonomie in England
1900
Gemeinderat in Degerloch (Stuttgart)
Juni 1903
Mitglied des Reichstags
1906
Mitglied der württembergischen Landstände
1908
Mitglied des Bürgerausschusses in Stuttgart
Verfasser und Mitherausgeber einer Reihe von sozial- und kommunalwissenschaftlichen Schriften
1916
Habilitation und Dozent für Kommunalwissenschaften an der Technischen Hochschule Stuttgart
November 1918
Württembergischer Minister für wirtschaftliche Demobilisierung
November 1918
Württembergischer Arbeitsminister
Januar 1919
Württembergischer Innenminister
Oktober 1919
Direktor des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschungen der Universität Köln
1920
Ordentlicher Honorarprofessor für Kommunalpolitik und Sozialpolitik an der Universität Köln
Rezeption
1947
Ehrendoktor der Universität Köln
Literatur
Franz Osterroth: Biographisches Lexikon des Sozialismus, 1, Hannover 1960, S. 198–200.
Walther Herrmann: Hugo Lindemann, in: Neue Deutsche Biographie, 14, 1985, S. 586-587.
W. W. Engelhardt: Professor Dr. Dr. h.c. Hugo Lindemann, ein Kommunal- und Sozialpolitikwissenschaftler der ersten Stunde, in: Zeitschrift für Sozialreform, 34, 1988, S. 253-270.
Frank Golczewski: Kölner Universitätslehrer und der Nationalsozialismus. Personengeschichtliche Ansätze, Köln, Wien 1988, S. 305-309, 446-447.
Schröder 1995, S. 590.
Schumacher 1995, S. 97.
Mittag 1997, S. 175.
Raberg 2001, S. 506.
Ansbert Baumann: Carl Hugo Lindemann, in: Württembergische Biographien, 3, 2017, S. 126-128.
Eckhard Hansen, Christina Kühnemund, Christine Schoenmakers, Florian Tennstedt (Bearb.): Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945, 2, Sozialpolitiker in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus 1919 bis 1945, Kassel 2018, S. 117-118.