Adolf Hasenöhrl

Verfolgung
Oktober 1938
Hasenöhrl gehört zur sudetendeutschen Minderheit in der Tschechoslowakei. Nach der Angliederung des Sudetenlands an das Deutsche Reich wird Hasenöhrl im Oktober 1938 in Langendorf (Dlouhá Lou?ka) in »Schutzhaft« genommen und im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Im März 1939 wird er aus der Haft entlassen.
März 1939
Nach seiner Haftentlassung steht Hasenöhrl von März 1939 bis zu seiner Einberufung zur Kriegsmarine 1941 unter Polizeiaufsicht.
Biografie
Angehöriger der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei, Sohn eines Maurers und Bürgermeisters
Volks- und Bürgerschule
Kaufmännische Lehre
1929
Eintritt in die DSAP in der Tschechoslowakei
Tätigkeit als Lagerverwalter
Kontrolleur und Textillagerverwalter der Konsum- und Spargenossenschaft Langendorf (Dlouhá Lou?ka)
1939
Filialleiter einer Konsumgenossenschaft
1941
Einberufung zur Kriegsmarine
Mai 1945
Kurzzeitig in Kriegsgefangenschaft
Hasenöhrl kommt als Heimatvertriebener nach Stuttgart.
Mitarbeiter der baden-württembergischen Flüchtlingsberatungsstelle
Leiter der Hauptabteilung für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte im baden-württembergischen Innenministerium
Mitglied in Vertriebenenorganisationen und Heimatgruppen: Sudetendeutsche Landsmannschaft, Bund der Vertriebenen, Heimatverband der Böhmerwäldler
1951
Mitbegründer der Seliger-Gemeinde (Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten), dort Vorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg sowie 1971-1983 Bundesvorsitzender
1958
Vorsitzender des Deutschen Böhmerwaldbunds (Vertriebenenverband)
Herausgeber von mehreren Büchern zur Geschichte der sudetendeutschen Sozialdemokratie
Rezeption
1982
Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
1984
Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
Literatur
Adolf Hasenöhrl (Hrsg.): Kampf, Widerstand, Verfolgung der sudetendeutschen Sozialdemokraten. Dokumentation der deutschen Sozialdemokraten aus der Tschechoslowakei im Kampf gegen Henlein und Hitler, Stuttgart 1983.
Arthur Schober: Adolf Hasenöhrl, in: Arbeiterbewegung und Arbeiterdichtung, Mattersburger Gespräche, München, 1990, S. 5-8.
Weik 2003, S. 60.
Tobias Weger: »Volkstumskampf« ohne Ende? Sudetendeutsche Organisationen 1945-1955, Frankfurt am Main 2008, S. 598.