Adolf Hasenöhrl

Parlament

1964
Landtag Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Aalen)

Partei vor 1933 Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik (DSAP)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 15.10.1911, Chumo (Hartmanice)
Ehe Verheiratet
Beruf Kaufmann, Lagerverwalter, Verwaltungsangestellter
Kinder 3
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 09.02.1989, Stuttgart

Verfolgung

Oktober 1938
Hasenöhrl gehört zur sudetendeutschen Minderheit in der Tschechoslowakei. Nach der Angliederung des Sudetenlands an das Deutsche Reich wird Hasenöhrl im Oktober 1938 in Langendorf (Dlouhá Lou?ka) in »Schutzhaft« genommen und im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Im März 1939 wird er aus der Haft entlassen.

März 1939
Nach seiner Haftentlassung steht Hasenöhrl von März 1939 bis zu seiner Einberufung zur Kriegsmarine 1941 unter Polizeiaufsicht.

Biografie

Angehöriger der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei, Sohn eines Maurers und Bürgermeisters

Volks- und Bürgerschule

Kaufmännische Lehre

1929
Eintritt in die DSAP in der Tschechoslowakei

Tätigkeit als Lagerverwalter

Kontrolleur und Textillagerverwalter der Konsum- und Spargenossenschaft Langendorf (Dlouhá Lou?ka)

1939
Filialleiter einer Konsumgenossenschaft

1941
Einberufung zur Kriegsmarine

Mai 1945
Kurzzeitig in Kriegsgefangenschaft

Hasenöhrl kommt als Heimatvertriebener nach Stuttgart.

Mitarbeiter der baden-württembergischen Flüchtlingsberatungsstelle

Leiter der Hauptabteilung für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte im baden-württembergischen Innenministerium

Mitglied in Vertriebenenorganisationen und Heimatgruppen: Sudetendeutsche Landsmannschaft, Bund der Vertriebenen, Heimatverband der Böhmerwäldler

1951
Mitbegründer der Seliger-Gemeinde (Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten), dort Vorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg sowie 1971-1983 Bundesvorsitzender

1958
Vorsitzender des Deutschen Böhmerwaldbunds (Vertriebenenverband)

Herausgeber von mehreren Büchern zur Geschichte der sudetendeutschen Sozialdemokratie

Rezeption

1982
Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

1984
Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg

Literatur

Adolf Hasenöhrl (Hrsg.): Kampf, Widerstand, Verfolgung der sudetendeutschen Sozialdemokraten. Dokumentation der deutschen Sozialdemokraten aus der Tschechoslowakei im Kampf gegen Henlein und Hitler, Stuttgart 1983.

Arthur Schober: Adolf Hasenöhrl, in: Arbeiterbewegung und Arbeiterdichtung, Mattersburger Gespräche, München, 1990, S. 5-8.

Weik 2003, S. 60.

Tobias Weger: »Volkstumskampf« ohne Ende? Sudetendeutsche Organisationen 1945-1955, Frankfurt am Main 2008, S. 598.