Albert Buchmann

Verfolgung
nach 28.02.1933
Um einer Verhaftung zu entgehen, taucht Buchmann nach dem Reichstagsbrand vom 28. Februar 1933 in Stuttgart unter.
04.05.1933
Buchmann wird am 4. Mai 1933 in der Nähe von Stuttgart verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Ab dem 9. März 1933 befindet er sich im Gerichtsgefängnis Tübingen, später im Gerichtsgefängnis Stuttgart.
27.10.1933
Buchmann wird am 27. Oktober 1933 vom Oberlandesgericht Stuttgart wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Bis zum 27. Juli 1936 ist er in Rottenburg inhaftiert. Am 15. August 1936 wird er in das Konzentrationslager Dachau überführt (Häftlingsnummer 10758). Im Oktober 1936 wird Buchmann in das Polizeigefängnis nach Stuttgart verlegt.
18.12.1936
Buchmann wird vor dem Oberlandesgericht Stuttgart aufgrund einer Nachtragsklage erneut wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt und am 18. Dezember 1936 zu drei weiteren Jahren Zuchthaus verurteilt. Er wird zunächst im Zuchthaus Ludwigsburg inhaftiert. Die weiteren Stationen seiner Haft sind: ab Dezember 1939 das Konzentrationslager Welzheim, ab 22. Februar 1940 das Strafgefängnis Mannheim, ab 28. Februar 1940 das Konzentrationslager Sachsenhausen (Häftlingsnummer 20757) und ab 28. November 1942 das Konzentrationslager Flossenbürg (Häftlingsnummer 111). Dort wird er am 23. April 1945 durch amerikanische Truppen befreit.
Biografie
Sohn eines Schuhmachers
Volksschule
Maschinenarbeiter in einer Schuhfabrik in Pirmasens
1910
Eintritt in die SPD und die Freie Gewerkschaft
Aktives Engagement in der Arbeiterturn- und Sportbewegung
1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
In belgischer Kriegsgefangenschaft
In München Beitritt zur USPD
1920
Eintritt in die KPD
Fortbildung an der Volkshochschule in München
1922
Vorsitzender der Schuharbeitergewerkschaft
1923
Bezirkssekretär der KPD Südbayern
1923
Buchmann wird im Zuge des staatlichen Vorgehens gegen die KPD vorübergehend verhaftet.
1932
Umzug nach Stuttgart, in Württemberg als Bezirkssekretär der KPD tätig
1932
Buchmann wird wegen seiner KPD-Tätigkeit zu 18 Monaten Haft verurteilt. Er wird jedoch durch eine Amnestie im gleichen Jahr wieder freigelassen.
September 1945
Tätigkeit in der Landesverwaltung Württemberg
Oktober 1945
Buchmann wird zum Regierungsdirektor in der württembergischen Landesverwaltung ernannt und übernimmt die Wohlfahrtsabteilung.
April 1946
Buchmann nimmt am Vereinigungsparteitag von KPD und SPD teil und wird in den Parteivorstand der SED gewählt. Er widmet sich dem Wiederaufbau der KPD in Württemberg-Baden.
1953
Gegen Buchmann wird wegen seiner Tätigkeit im Zentralrat der Sozialistischen Aktion ermittelt. Die Stuttgarter Wohnung der Eheleute Buchmann wird durchsucht, Unterlagen werden beschlagnahmt.
1953
Übersiedelung in die DDR
1953
Parteisekretär der SED-Parteihochschule Ernst Thälmann in Schmerwitz bei Berlin
1956
Mitglied des Zentralkomitees der verbotenen westdeutschen KPD
Rezeption
1969
Karl-Marx-Orden der Deutschen Demokratischen Republik
Namenspatron der Albert-Buchmann-Straße in Oranienburg
Literatur
Schumacher 1991, S. 157-158.
Weik 2003, S. 26.
Weber Herbst 2008, S. 155.
Grit Philipp: Erika Buchmann (1902-1971). Kommunistin, Politikerin, KZ-Überlebende, Berlin 2013.