Albert Buchmann

Parlament

1924
Reichstag (KPD, Wahlkreis 24 Oberbayern-Schwaben, ab 1932 Wahlkreis 31 Württemberg)

1946
Vorläufige Volksvertretung Württemberg-Baden (Vertreter der KPD)

1946
Verfassunggebende Landesversammlung Württemberg-Baden (KPD, Wahlkreis 1 Stuttgart)

1946
Landtag Württemberg-Baden (KPD, Wahlkreis 1 Stuttgart)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD)
Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

nach 1945 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)
Geburt 28.10.1894, Primasens
Ehe Erika geb. Schollenbruch (1925)
Beruf Arbeiter in Schuhfabriken, Gewerkschafts- und Parteifunktionär
Kinder 2
Konfession Evangelisch, später konfessionslos
Verstorben 17.05.1975, Berlin (DDR)

Verfolgung

nach 28.02.1933
Um einer Verhaftung zu entgehen, taucht Buchmann nach dem Reichstagsbrand vom 28. Februar 1933 in Stuttgart unter.

04.05.1933
Buchmann wird am 4. Mai 1933 in der Nähe von Stuttgart verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Ab dem 9. März 1933 befindet er sich im Gerichtsgefängnis Tübingen, später im Gerichtsgefängnis Stuttgart.

27.10.1933
Buchmann wird am 27. Oktober 1933 vom Oberlandesgericht Stuttgart wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Bis zum 27. Juli 1936 ist er in Rottenburg inhaftiert. Am 15. August 1936 wird er in das Konzentrationslager Dachau überführt (Häftlingsnummer 10758). Im Oktober 1936 wird Buchmann in das Polizeigefängnis nach Stuttgart verlegt.

18.12.1936
Buchmann wird vor dem Oberlandesgericht Stuttgart aufgrund einer Nachtragsklage erneut wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt und am 18. Dezember 1936 zu drei weiteren Jahren Zuchthaus verurteilt. Er wird zunächst im Zuchthaus Ludwigsburg inhaftiert. Die weiteren Stationen seiner Haft sind: ab Dezember 1939 das Konzentrationslager Welzheim, ab 22. Februar 1940 das Strafgefängnis Mannheim, ab 28. Februar 1940 das Konzentrationslager Sachsenhausen (Häftlingsnummer 20757) und ab 28. November 1942 das Konzentrationslager Flossenbürg (Häftlingsnummer 111). Dort wird er am 23. April 1945 durch amerikanische Truppen befreit.

Biografie

Sohn eines Schuhmachers

Volksschule

Maschinenarbeiter in einer Schuhfabrik in Pirmasens

1910
Eintritt in die SPD und die Freie Gewerkschaft

Aktives Engagement in der Arbeiterturn- und Sportbewegung

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

In belgischer Kriegsgefangenschaft

In München Beitritt zur USPD

1920
Eintritt in die KPD

Fortbildung an der Volkshochschule in München

1922
Vorsitzender der Schuharbeitergewerkschaft

1923
Bezirkssekretär der KPD Südbayern

1923
Buchmann wird im Zuge des staatlichen Vorgehens gegen die KPD vorübergehend verhaftet.

1932
Umzug nach Stuttgart, in Württemberg als Bezirkssekretär der KPD tätig

1932
Buchmann wird wegen seiner KPD-Tätigkeit zu 18 Monaten Haft verurteilt. Er wird jedoch durch eine Amnestie im gleichen Jahr wieder freigelassen.

September 1945
Tätigkeit in der Landesverwaltung Württemberg

Oktober 1945
Buchmann wird zum Regierungsdirektor in der württembergischen Landesverwaltung ernannt und übernimmt die Wohlfahrtsabteilung.

April 1946
Buchmann nimmt am Vereinigungsparteitag von KPD und SPD teil und wird in den Parteivorstand der SED gewählt. Er widmet sich dem Wiederaufbau der KPD in Württemberg-Baden.

1953
Gegen Buchmann wird wegen seiner Tätigkeit im Zentralrat der Sozialistischen Aktion ermittelt. Die Stuttgarter Wohnung der Eheleute Buchmann wird durchsucht, Unterlagen werden beschlagnahmt.

1953
Übersiedelung in die DDR

1953
Parteisekretär der SED-Parteihochschule Ernst Thälmann in Schmerwitz bei Berlin

1956
Mitglied des Zentralkomitees der verbotenen westdeutschen KPD

Rezeption

1969
Karl-Marx-Orden der Deutschen Demokratischen Republik

Namenspatron der Albert-Buchmann-Straße in Oranienburg

Literatur

Schumacher 1991, S. 157-158.

Weik 2003, S. 26.

Weber Herbst 2008, S. 155.

Grit Philipp: Erika Buchmann (1902-1971). Kommunistin, Politikerin, KZ-Überlebende, Berlin 2013.