Anton Dichtel

Parlament

1947
Landtag Baden (BCSV, Wahlkreis 9 Offenburg-Lahr)

1956
Landtag Baden-Württemberg (CDU, Wahlkreis 55 Offenburg)

Partei vor 1933 Deutsche Zentrumspartei

nach 1945 Badische Christlich-Soziale Volkspartei (BCSV)
Geburt 18.09.1901, Brilon
Ehe Maria geb. Tilly (1926)
Beruf Gewerkschaftssekretär
Kinder 3
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 29.04.1978, Freiburg im Breisgau

Verfolgung

01.07.1933
Dichtel ist Gewerkschaftssekretär des Zentralverbands Christlicher Fabrik- und Transportarbeiter. Aus politischen Gründen wird er auf Anordnung der Deutschen Arbeitsfront am 1. Juli 1933 entlassen. Das Arbeitsverhältnis endet am 30. September 1933.

August 1944
Dichtel wird im August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und vorübergehend im Gefängnis in Freiburg inhaftiert.

Biografie

1907
Volksschule in Brilon

1915
Kaufmannsgehilfe

Weiterbildung durch Abendkurse, Fortbildungstagungen und Bildungsveranstaltungen im Kolpingwerk

1920
Gewerkschaftssekretär im Zentralverband Christlicher Fabrik- und Transportarbeiter Deutschlands in Brilon, Essen, Halle, Magdeburg, Berlin und ab 1925 in Freiburg

Vorsitz des Kartells christlicher Gewerkschaften

ab 1929
Mitglied des Bürgerausschusses in Freiburg

1933
Tätigkeit im Lebensmittelgroßhandel, zuletzt als Prokurist

1945
Gründungsmitglied der Badischen Christlich-Sozialen Volkspartei (BCSV)

1946
Teilhaber der Freiburger Lebensmittelgroßhandlung Karl Sexauer

1946
Stadtrat in Freiburg

01.12.1946
Staatskommissar für Ernährung unter Staatssekretär Wohleb im ersten vorläufigen (süd-)badischen Staatssekretariat

Vorsitzender der südbadischen CDU und Mitglied des Bundesvorstands

1953
Staatsrat in Baden-Württemberg

01.08.1957
Regierungspräsident des Regierungsbezirks Südbaden

Rezeption

1958
Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland mit Stern

1962
Nationalorden der Republik Madagaskar

1962
Komturkreuz des französischen Ordens für landwirtschaftliche Verdienste

1963
Komturkreuz mit Stern des Verdienstordens des Malteserordens

1966
Großkreuz mit Stern des Königreichs Saudi-Arabien

1967
Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband

1967
Verfassungsmedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg

1967
Goldene Ehrennadel des Verbands der Kriegsbeschädigten

1967
Ehrenbürger von Bad Krozingen

1968
Großkreuz des päpstlichen Silvesterordens

1968
Ehrenbürger von Bernau

1969
Ehrenbürger von Bad Bellingen

1971
Ehrenbürger von Freiburg im Breisgau

Ehrensenator der Universität Freiburg

Literatur

Walter Preker: Anton Dichtel, in: Freiburger Biographien, hrsg. von Peter Kalchthaler u. Walter Preker, Freiburg im Breisgau 2002, S. 312-313.

Hans Filbinger: Anton Dichtel. Weitschauender Politiker, in: Badische Heimat, 82, 2002, S. 31-34.

Hans Konrad Schneider: Begegnung mit Anton Dichtel, Südbadens populärem Regierungspräsidenten, in: Badische Heimat, 82, 2002, S. 12-30.

Weik 2003, S. 31.

Fred Ludwig Sepaintner: Anton Dichtel, in: Baden-Württembergische Biographien, 4, 2007, S. 49-52.

Dokumente

Schreiben des Zentralverbands christlicher Fabrik- und Transportarbeiter

Dichtel wurde auf Anforderung der Deutschen Arbeitsfront am 1. Juli 1933 als Sekretär des Zentralverbands christlicher Fabrik- und Transportarbeiter entlassen.