Antonie Langendorf (geb. Glanzmann)

Verfolgung
05.03.1933
Langendorf ist Parteisekretärin der KPD in Mannheim. Am 5. März 1933 wird sie im Zuge des Vorgehens der NS-Behörden gegen die KPD entlassen. Langendorf flieht daraufhin in die Schweiz, kehrt aber auf Anordnung der KPD wieder zurück nach Mannheim.
14.03.1933
Langendorfs Ehemann Rudolf Langendorf ist Bezirksleiter der KPD. Am 14. März 1933 wird er verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Er bleibt bis 1935 in Haft. Inhaftiert ist er in den Konzentrationslagern Heuberg, Ankenbuck und Kislau.
20.04.1933
Langendorf wird am 20. April 1933 in Schopfheim verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Ab dem 27. April 1933 befindet sie sich im Gefängnis in Mannheim. Ab dem 9. August 1933 ist sie im Gefängnis in Bruchsal inhaftiert. Am 19. Mai 1934 wird sie aus der Haft entlassen.
nach Mai 1934
Nach ihrer Entlassung als KPD-Parteisekretärin ist Langendorf lange Zeit arbeitslos. Ihrem Ehemann Rudolf Langendorf und ihr selbst wird die Krisenunterstützung gesperrt, da sie sich weigern, am Westwall Arbeitsdienst zu leisten.
26.02.1942
Langendorfs Ehemann Rudolf Langendorf wird am 26. Februar 1942 als Mitglied der Lechleiter-Widerstandsgruppe verhaftet. Am 22. April 1942 wird er zum Tode verurteilt. Am 15. September 1942 erfolgt seine Hinrichtung.
23.05.1942
Langendorf wird am 23. Mai 1942 verhaftet und im Gefängnis in Mannheim in »Schutzhaft« genommen. Am 13. Juni 1942 wird sie aus der Haft entlassen.
22.08.1944
Langendorf wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Gefängnis in Mannheim inhaftiert. Am 9. Dezember 1944 wird sie ins Konzentrationslager Ravensbrück verlegt. Dort bleibt sie bis zur Befreiung des Konzentrationslagers durch sowjetische Truppen im Mai 1945.
Biografie
Volksschule in Leipzig
ab 1908
Aktiv in der sozialistischen Jugendbewegung
1908
Handelslehre und Mitarbeit im väterlichen Gasthaus
1910
Tätigkeit in Mühlhausen im Elsass (Langendorfs Vater arbeitet dort als Gewerkschaftssekretär.)
1910
Eintritt in die SPD
1912
Aufenthalt in Montbéliard zum Erlernen der französischen Sprache
1914
Büroangestellte bei der Ortskrankenkasse in Lörrach, gleichzeitig Besuch der Handelsschule
1918
Sekretärin beim Volksrat in Lörrach
Lehre als Kontoristin
1919
Eintritt in die USPD
1921
Eintritt in die KPD
1921
Umzug nach Friedrichsfeld
1922
Gemeindeverordnete in Friedrichsfeld
1923
Kontoristin bei der »Arbeiterzeitung« in Mannheim, ab März 1924 dort auch Redaktionssekretärin
ab 1929
Parteisekretärin der KPD in Mannheim
1930
Stadtverordnete in Mannheim
Im Zentralverband der Angestellten (ZdA) gewerkschaftlich organisiert
Mai 1934
Arbeitslos
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Rudolf Langendorf unterstützt Langendorf in Mannheim die Lechleiter-Widerstandsgruppe.
Oktober 1942
Ladenhilfe bei der Firma Recolor
Ende September 1943
Arbeitslos
1945
Tätigkeit für die Organisation Opfer des Faschismus in Berlin
1945
Mitglied des Landesvorstands der KPD Württemberg-Baden
1945
Rückkehr nach Mannheim-Friedrichsfeld
1946
Mitglied des Gemeinderats in Mannheim
Januar 1952
Kontoristin bei der Firma Rhein-Druck in Mannheim (bis zur Schließung der Firma im Zuge des Verbots der KPD)
ab 1968
Eintritt in die Deutsche Kommunistische Partei (DKP)
Rezeption
1947
Langendorfs Ehemann ist Namenspatron der Rudolf-Langendorf-Straße in Mannheim (die Straße, in der Antonie und Rudolf Langendorf wohnten).
Literatur
Max Oppenheimer: Der Fall Vorbote. Zeugnisse des Mannheimer Widerstandes, Frankfurt am Main 1970, S. 5, 125.
Fritz Salm: Im Schatten des Henkers. Widerstand in Mannheim gegen Faschismus und Krieg, Frankfurt am Main 1973, S. 64, 136, 202, 244.
Brach 1984, S. 77.
Erich Matthias, Hermann Weber: Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Mannheim, Mannheim 1984, S. 254, 260, 328, 490.
Schumacher 1995, S. 92.
Weik 2003, S. 89.
Weber Herbst 2008, S. 523-524.
Kühnel 2009, S. 22, 26, 31.